Rückblick auf die Sommersynode 2022

Kirche der Zukunft – Neue Aufbrüche

Eine Gesamtstrategie für die Zukunft? Neue Formen von Kirche ermöglichen und fördern?

Darum kämpfen wir von Kfm schon seit langem. Nachdem ein entsprechender Antrag durch den Ausschuss „Kirchen- und Gemeindeentwicklung“ lief und vom Oberkirchenrat nur alibimäßig behandelt wurde, brachte der Vorsitzende Kai Münzing einen Folgeantrag an. Wir wollen die Stelle „Neue Aufbrüche“ verstetigen.

10 Innovationspfarrstellen hängen an ihr und natürlich die Begleitung sämtlicher Vor-Ort-Aufbrüche in Württemberg. Wir feiern, dass nur fünf Synodale sich unserem Anliegen nicht anschließen konnten.

Jetzt liegt es am Oberkirchenrat diese Pfarrstelle bestmöglich in die Zukunft zu bringen. Damit aber nicht genug. Wir brachten den neuen Antrag 34/22 ein. Darin fordern wir eine “Stabsstelle beim Landesbischof“ für Wandel, Transition und Innovation. Wir wollen Ideen schmieden und Erprobungsräume öffnen und evaluieren. 28 Synodale unterschrieben den Antrag schon im Vorfeld und er wurde an den KGE-Ausschuss verwiesen.                           

– Tobi Wörner


Digitales Abendmahl jetzt möglich

Mit überwältigender Mehrheit haben die Landessynodalen einer Änderung der Abendmahlsordnung unserer Landeskirche zugestimmt. Es wird jetzt möglich, dass Kirchengemeinden das Abendmahl in digitaler Form feiern können.

Wir Synodale von Kirche für morgen freuen uns über diese Entscheidung.

– Oliver Römisch


Modernisierung der Verwaltung

Der Oberkirchenrat brachte bei der diesjährigen Sommersynode einen Gesetzesentwurf zur Modernisierung der Verwaltung in der Ev. Landeskirche ein. Das Gesetz soll nach Beratung in den Fachausschüssen dann in der Herbstsynode verabschiedet werden. Es sieht weitreichende Änderungen in unseren Verwaltungsstrukturen vor: Verwaltung soll bis Ende 2030 umgestaltet werden: Mitarbeit wird in Regionalverwaltungen zentralisiert, soll aber auch deutlich digitaler werden. In den Kirchengemeinden soll die Assistenz der Gemeindeleitung direkte Ansprechperson sein und Aufgaben des Gemeindesekretariats und lokale Administrationsaufgaben der bisherigen Kirchenpflegen in sich vereinen.

Als Kirche für morgen finden wir es wichtig, dass wir unsere Verwaltungsstrukturen fit füs digitale Zeitalter machen. „Wir haben ein Kommunikationsproblem.“ – so Götz Kanzleiter in seinem Votum. Und auch Kai Münzing, Vorsitzender des Ausschusses für Kirchen- und Gemeindeentwicklung, mahnte an, die „mittlere Ebene“, die das Projekt dann an ihrer Basis transportieren muss, besser in das Projekt mit hineinzunehmen, als das bisher geschah.

– Ralf  Walter


Aktuelle Stunde zur Ukraine-Krise

Bei der aktuellen Stunde wurde der Krieg in der Ukraine und die Folgen und die Verantwortung für die Kirchen in den Blick bekommen. Matthias Vosseler berichtete über gelungene Initiativen, die es in vielen Kirchengemeinden mit den Flüchtlingen aus der Ukraine gibt. „Hier ist unsere kirchliche Verantwortung gefragt; die Gesellschaft erwartet das von uns, aber wir bekommen auch viele positive Rückmeldungen.“ Bei allem Einsatz für die Flüchtlinge aus der Ukraine sind aber die vielen anderen Flüchtlinge nicht aus dem Blick zu verlieren, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, die oft noch viel schwierigere Bedingungen haben.


Bericht zur Chancengleichheit

Chancengleichheit ist eine Querschnittsaufgabe: Sie betrifft Faktoren, wie Geschlecht, sexuelle Identität, Alter, Behinderung, Migration und Religion entsprechend den Kriterien des allgemeinen Gleichstellungsgesetzes. Wir wollen achtsame Kirche sein: beim Thema sexualisierte Gewalt und bei Diskriminierung aller Art.

Ursula Kress

Diese Worte standen am Anfang und Ende vom Vortrag der Gleichstellungsbeauftragten Ursula Kress.

Der Umgang mit sexualisierter Gewalt wird zunehmend implementiert auf den Leitungsebenen: Dekaninnen/Dekane wurden bereits geschult, auch Pfarrer/Pfarrerinnen werden derzeit geschult und für Verwaltungsstellenleitenden ist es geplant. Die Abgabe einer Selbstverpflichtungserklärung muss zum Standard aller kirchlichen Mitarbeitenden werden.

Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt braucht mehr personelle Ressourcen, die fest im Stellenplan verankert werden.

Nach wie vor gibt es zu wenig Frauen auf der Leitungsebene. Es gilt gute Rahmenbedingungen und eine gute Infrastruktur zu schaffen. Frauen brauchen Ermutigung und positive Vorbilder.

Wie können wir mehr Müttern und Vätern mit jüngeren Kindern eine synodale Tätigkeit ermöglichen? Wie kann diese Personengruppe in der Synodalarbeit konkret entlastet und unterstützt werden?

– Marion Blessing 


Das war die Frühjahrssynode 2022

Neuer Bischof für die Evangelische Landeskirche

Wir gratulieren Ernst-Wilhelm Gohl zu seiner Wahl zum Landesbischof. Wir wünschen Gottes Segen für diesen Dienst. Er wurde gestern denkbar knapp mit einer Stimme Mehrheit gewählt. In der Synode hatte in einer ersten Wahl keiner der Kandidierenden die erforderliche Mehrheit erreicht. In einem zweiten Wahlvorschlag stand nur ein Kandidat erneut zur Wahl.

Wir als Kirche für morgen wissen, dass vieles aus diesem Prozess außerhalb der Synode nicht wirklich nachvollziehbar war. Das tut uns leid. Wir haben selbst sehr darunter gelitten und sehr viele Rückmeldungen dazu bekommen. Danke! Kfm will immer, dass unsere kirchlichen Prozesse zeitgemäßer und verständlicher für die Basis werden. Wir ermutigen euch alle zum Einbringen, Stimme erheben und nachfragen. Und ihr wisst ja, wo es Mitgliedsanträge gibt😉

Am Ende dieses zähen Ringens bleibt: Wir sind immer noch enttäuscht, dass unser Kandidat Gottfried Heinzmann nicht gewählt wurde. Wir halten ihn für eine profilierte und trotzdem verbindende Leitungsperson für unsere Kirche. Wir danken für seine Bereitschaft, sich der Nominierung zu stellen und wünschen ihm Segen für seinen weiteren Weg. Für die Zukunft unserer Landeskirche hoffen wir, dass Ernst-Wilhelm Gohl auch Impulse von Kirche für morgen aufnimmt und vertritt. In allen kirchlichen Herausforderungen und notwendigen Transformationen setzen wir uns weiterhin für Innovation, Veränderung und Vielfalt ein.

– Tobi Wörner


Jenseits von Eden – Friedensgebete im Blick auf Krieg und Flucht

Die aktuelle Stunde bildet einen emotionalen Höhepunkt dieser Frühjahrssynode. Diesmal gab es in der aktuellen Stunde keine Redebeiträge der Synodalen zu einem aktuellen Thema. Stattdessen versammelte sich das Gremium zum Friedensgebet v.a. natürlich in Bezug auf die Situation in der Ukraine.
Zuerst kamen Vertreter*innen aus der Ukraine, Polen, Slowakei und Rumänien zu Wort und schilderten die Situation in ihren Ländern in umfassender Weise. Danach gab es die Möglichkeit, eingebunden in eine passende Liturgie, dass jede*r im Gebet der Betroffenheit durch das Anzünden eines Friedenslichts Ausdruck verleihen konnte. Am Ende stand vor allem das „Kyrie Eleison“ – Herr, erbarme dich.

– Anja Faisst


Kirchliche Finanzen leiden unter Mitgliederverlust

Oberkirchenrat Kastrup gab bekannt, dass der durch Corona bedingte Einbruch der Kirchensteuermittel nicht so negativ und nachhaltig ausfällt wie befürchtet. Es gibt für die Kirchengemeinden zunächst also wieder mehr Geld zu verteilen. Die nun zu erwartenden Mehreinnahmen werden aber durch die derzeit hohe Inflation wieder zunichte gemacht. Besonders schwerwiegend sind die hohen Austrittszahlen, die auch 2021 angehalten haben. Matthias Vosseler ging in seinem Votum auf die Fragen von Mitgliederbindung und Taufe und Kirchenmitgliedschaft ein. Bei einer zunehmenden Zahl von nichtgetauften Kindern und Jugendlichen stellt sich die Frage, wie wir etwa im Religionsunterricht oder mit Hilfe von sozialen Medien diese Menschen mit der christlichen Botschaft erreichen.
Ausgetretene bleiben Getaufte. Wie können wir so einladend sein, dass sie wieder den Weg zu uns finden?

– Matthias Vosseler


Transformation kirchlicher Verwaltungsstrukturen

Die Organisation Kirche befindet sich aufgrund von vielzähligen Herausforderungen in einem nicht aufzuhaltenden und an vielen Stellen existenziell notwendigen Change-Prozess. Die Verwaltung kann sich diesen Prozessen nicht verschließen. Vielmehr führten alle Untersuchungen der vergangenen Jahre, sowie die Erprobung die letzten beiden Jahre zur Erkenntnis, dass kirchliche Verwaltung in der bisherigen Struktur nicht mehr zukunftsfähig sein wird. Neue Herausforderungen, die neben den bisherigen verwaltungstechnischen Aufgaben unweigerlich zu einem Kollaps führen würden. Zumal diese neuen Herausforderungen bei gleichzeitigem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sowie einem seit Jahren anhaltenden eruptiven Mitgliederrückgang (im Jahr 2021 waren dies 45.222 Gemeindeglieder) zu bewältigen sein werden.Nach nunmehr rund 6 Jahren der intensiven Ist-Analyse, der Beratung, der Befragung, der Beteiligung und der Erprobung stehen wir nun kurz vor der abschließenden Erarbeitung und dem Beschluss des Gesetzes zur landeskirchlich weiten Umsetzung einer dringend notwendigen Verwaltungsreform. Kirchliche Verwaltung wird ihren Beitrag leisten, diesen Change-Prozess zu begleiten und zu ermöglichen. Die landeskirchliche Trägerschaft ermöglicht mittel- und langfristig modulare Anpassungen. Eine Transformationsfrist von bis zu 10 Jahren sowie ein individueller und empathischer Blick auf die bisherigen Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer ist hierbei unumgänglich.

– Kai Münzing


Klima- und Umweltschutz in der Landeskirche fördern – das 1000 Dächer Programm

Wir haben den Antrag „1000 Dächer-Programm“ eingebracht. Darin wird der Oberkirchenrat gebeten, ein Konzept auszuarbeiten für ein Förderprogramm, in dem 1000 Photovoltaik-Anlagen auf Kirchengebäuden oder die Sanierung von klimatisch sehr belastenden Heizungsanlagen realisiert werden. Dieses Konzept soll auch die Beratung der Kirchengemeinden über die Möglichkeit weiterer Fördertöpfe beinhalten. Weiter wird in dem Antrag der OKR darum gebeten eine Initiative der Landeskirche auf politischer Ebene erneut aufzunehmen oder zu starten, um steuerrechtliche, baurechtliche und denkmalschutzrechtliche Probleme aus der Welt zu schaffen. Ein Motto könnte dabei lauten: „Klimaschutz vor Denkmalschutz!“

– Bernd Wetzel


Ein neuer Bischof für Württemberg

Wir gratulieren Ernst-Wilhelm Gohl zu seiner Wahl zum Landesbischof. Wir wünschen Gottes Segen für diesen Dienst.

Er hat sich heute denkbar knapp mit einer Stimme Mehrheit durchgesetzt. Bei der Synodaltagung hatte in einer ersten Wahl keiner der Kandidierenden die erforderliche Mehrheit erreicht. In einem zweiten Wahlvorschlag stand nur ein Kandidat erneut zur Wahl.

Wir als Kirche für morgen wissen, dass vieles aus diesem Prozess außerhalb der Synode nicht wirklich nachvollziehbar war. Das tut uns leid. Wir wollen, dass unsere kirchlichen Prozesse zeitgemäßer und verständlicher für die Basis werden. Für die Zukunft unserer Landeskirche hoffen wir, dass Ernst-Wilhelm Gohl auch Impulse von Kirche für morgen aufnimmt und vertritt. In allen kirchlichen Herausforderungen und notwendigen Transformationen setzen wir uns weiterhin für Innovation, Veränderung und Vielfalt ein.

Kirche für morgen, 19.03.2022

Bild: Gottfried Stoppel

Kommentar zur gescheiterten Wahl einer Landesbischöfin/ eines Landesbischofs am 17. März

Ein Tag, der nur Verlierer kennt.

In einem langen, aufwändigen Verfahren und nach sorgfältigem Abwägen hat der Nominierungsausschuss der Landessynode drei Kandidierende für die Bischofswahl am heutigen 17. März vorgeschlagen. Sie wurden alle für geeignet befunden, haben sich mit viel Engagement und Einsatz vorgestellt. Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass am Ende des Tages die Wahl gescheitert ist.
Obwohl in allen Wahlgängen derselbe Kandidat, Gottfried Heinzmann, die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte und nach dem Rückzug bzw. dem Ausscheiden der beiden anderen Kandidierenden als einziger Kandidat zur Wahl stand, gaben 42 Synodale einen ungültigen Stimmzettel ab.
Dieser Tag kennt nur Verlierer. Und wir alle tun gut daran, nun in Ruhe und mit Besonnenheit die nächsten Schritte zu gehen. Ein Schnellschuss verbietet sich dabei und eine wahltaktische Blockadehaltung darf nicht belohnt werden.
Wir danken den drei Kandidierenden, die sich zur Wahl gestellt haben, für ihre Bereitschaft und ihr Engagement. Nun sehen wir den Nominierungsausschuss in der Pflicht, der Synode bis zu einer späteren Synodaltagung eine Kandidatin/ einen Kandidaten vorzuschlagen. Ein Tag wie heute darf sich nicht wiederholen.

Angela Schwarz und Andreas Arnold, Vorsitzende von Kirche für morgen.

Herbstsynode 2021 – Update von Kirche für morgen

„Klimaschutz vor Denkmalschutz“

Mit „Weniger ist mehr“ ist die Strategische Planung der Landeskirche überschrieben, die in einem Bericht von Direktor Werner vorgestellt wurde. Dabei gehe es nicht darum, dass die Kirche immer kleiner werde ohne sich selbstkritisch zu hinterfragen oder Veränderungsprozesse anzunehmen, so Herr Werner, sondern vor allem sich stärker zu fokussieren. Matthias Böhler strich im Gesprächskreisvotum von Kirche für morgen heraus, dass wir dringend eine Kultur des Weglassens entwickeln müssen. Fokussierung darf nicht zu Lasten neuer Initiativen und Ideen gehen.  „Weniger machen – heißt mehr Experimentierraum!“, so Matthias Böhler.
Mit Blick auf das strategische Ziel einer klimaneutralen Kirche sprach er sich dafür aus, dass Klimaschutz vor Denkmalschutz stehen müsse. „Unsere Gebäude sind keine Museen, sondern Ausdruck einer aktuellen Botschaft, die sich den Herausforderungen dieser Zeit stellt und sie annimmt. Es wäre doch super, wenn wir ein 1000-Dächer-Programm auflegen könnten, um Kirchengemeinden konsequent dabei zu unterstützen Photovoltaik-Anlagen auf ihre Kirchendächer zu bauen.“

Deutliches Zeichen gegen sexualisierte Gewalt

Mit der einstimmigen Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes hat die württembergische Landessynode ein deutliches und sichtbares Zeichen gegen sexualisierte Gewalt gesetzt. Damit einher gehen die Verantwortung und Verpflichtung, den Schutz vor sexualisierter Gewalt zukünftig in allen kirchlichen und diakonischen Arbeitsfeldern zeitnah umzusetzen.
Das Gesetz schreibt in allen kirchlichen Einrichtungen Schutzkonzepte und Prävention verbindlich vor. Künftig müssen kirchlich Mitarbeitende in Abständen von 5 Jahren regelmäßig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
Kirche für morgen brachte mit der Unterstützung aller Gesprächskreise den Antrag: „Schaffung notwendiger Personalressourcen für die eigenständige und unabhängige Aufarbeitung des Themas sexualisierte Gewalt“ ein.
Die vorhandenen Stellen für das Thema sexualisierte Gewalt werden der Brisanz des 

Themas nicht gerecht und reichen für die unten beschriebenen Herausforderungen nicht aus.
Es sollen damit auch ausreichend finanzielle Ressourcen für die Betroffenen sexualisierter Gewalt für Beratung, Begleitung, Aufarbeitung, Sicherstellung ihrer Lebensführung sowie Hilfe bei Unterkunft aber auch für Präventionsmaßnahmen verfügbar gemacht werden. Die Entwicklung flächendeckender, präventiver Schutzkonzepte und notwendiger Interventionen in Kirchengemeinden und Einrichtungen von Kirche und Diakonie stellen uns vor große Herausforderungen.

Friedenstiften durch Impfpflicht?!

Das Thema der aktuellen Stunde war „Friedenstiften durch Impfpflicht?!“. Nachdem Landesbischof July schon zu Beginn der Tagung klar zur Impfung aufgerufen hatte, meldeten sich in der aktuellen Stunde viele Synodale zu Wort. In den meisten Statements wurde für die Impfung geworben. Darüber hinaus wurde aber auch der innere Konflikt in der Entscheidung für bzw. gegen eine Impfpflicht deutlich. Unter anderem sprach sich Ralf Walter von Kirche für morgen für die Impflicht als dauerhafte Friedenspenderin aus. Seiner Meinung nach sieht er dies jedoch als drastische Maßnahme in einer Krisensituation. Andere Synodale sprachen davon, dass man als Kirche für die Impfung werben müsse. In Blick auf die kommenden Wochen betonte Steffen Kern von der Lebendigen Gemeinde die Freiheit des Einzelnen. Er sagte jedoch auch, dass eine Impfpflicht als letztes Mittel nicht unethisch sei. Hans-Ulrich Probst verlas eine Erklärung der Offenen Kirche, die auf die soziale Verantwortung aufmerksam machte und, ähnlich wie Steffen Kern, die Impfpflicht als letztes Mittel für möglich hielt.

Haushaltsplan 2022 – „Luft nach oben“

Die Verabschiedung des Haushaltsplans am dritten Synodaltag bildete den Höhepunkt der Herbstsynode, wird doch mit den finanziellen Mitteln die Grundlage aller Vorhaben gelegt. Der landeskirchliche Haushaltsplan 2022 umfasst ein Volumen von 697,7 Millionen Euro (2021: 727,3 Millionen Euro) und ist insgesamt fast ausgeglichen. Es gehen einerseits Mittel in die Personalversorgungs- und Gebäuderücklage und es werden Rücklagen für den Ausgleich des Haushalts eingeplant. Die geplanten Sparquoten für den Haushalt der Landeskirche (0,9%) und die Weiterleitung an die Kirchengemeinden (0,7%) allen noch moderat aus. Finanzdezernent Oberkirchenrat Herr Kastrup wies auf die Notwendigkeit hin, zielgerichtet zu sparen, um die Finanzziele bis 2030 erreichen zu können. Dementgegen forderte Götz Kanzleiter in seinem Gesprächskreisvotum neben dem sparorientierten Haushalten mehr Mut für Investitionen in frische Ideen und Aufbrüche. „Neben der notwendigen Entscheidungen bezüglich der Posterioritäten und Einsparmöglichkeiten geht es gleichzeitig um Transformation und Weiterentwicklung. Dazu brauchen wir Experimentier- und Projekträume. Zur Gewinnung von Kirchenunterstützern braucht es eine optimistische Grundhaltung und Experimentierräume für innovative neue Wege“, so Götz Kanzleiter in seinem Votum. Götz Kanzleiter lenkte den Blick auf die bereits gelingenden Hoffnungszeichen am Landeskirchlichen Aufbruchshorizont. Er benannte exemplarisch die Projekte „neue Aufbrüche“ und das Projekt „Aufbruch Quartier“ und wünschte sich mehr Ressourcen für die Leuchtturminitiativen. „Die 10 Pfarrstellen im Projekt „Neue Aufbrüche“ entsprechen ca. 0,5% aller Pfarrstellen. Da wäre noch „Luft nach oben“ so Götz Kanzleiter.

Hoffnung schafft Motivation – Votum zur Haushaltsplanung 2022

Hohe Synode, verehrte Präsidentin, 

Die aktuelle Debatte ist ernst und zielt auf den Beschluss des Haushaltgesetzes 2022, damit schaffen wir die Grundlage für unsere strategischen Ziele im nächsten Jahr.  In drei Punkten reflektiere ich unseren grundsätzlichen Umgang mit den Finanzen.

Komplexität reduzieren-Steuerung ermöglichen

„Die Reduktion von Komplexität ist zentrale Aufgabe strategischen Unternehmensmanagements.“ So lautet ein Kernsatz in meinem Organisationshandbuch. In diesem Sinne schließe ich direkt an Punkt 3 des Berichtes von Herrn Kastrup an: „wir werden an den Vereinfachungen unserer Strukturen  arbeiten und Komplexität aktiv reduzieren und damit übermäßige Verwaltung vermeiden“. Diese Absicht möchten wir vom Gesprächskreis KFM unterstreichen. Damit wir als Synode gut mit komplexen Haushaltsplänen umgehen können brauchen wir gut aufbereitete Zahlen und nützlich betriebswirtschaftliche Instrumente damit wir unsere synodale Finanzverantwortung ausüben können. Die neue Werbebroschüre „Kirchensteuer wirkt“ ist ein erster Versuch von Vereinfachung und gleichzeitiger Pointierung. Diese Art der Darstellung überwindet die sonst übliche Aufteilung der Geldströme in einen landeskirchlichen und einen gemeindlichen Teil und macht dadurch transparent, in welchen Bereichen die Landeskirche ihre inhaltlichen Schwerpunkte legt. Vielen Dank – Ihnen Herr Kastrup und allen Mitarbeitenden im Dezernat 7 für Ihre Arbeit und für alle Bemühungen, unsere komplexen Strukturen in lesbare Haushaltspläne zu übersetzten.

An den Stärken ansetzen

Wir sind mit dem Rückgang an Mitglieder und an Ressourcen beschäftigt. Und vergessen dabei all zu leicht , auf das zu blicken, was wir haben. Sowohl global wie auch historisch betrachtet hatten Christinnen und Christen niemals mehr an Personal, an Ausstattung, an Technik und Fahrzeugen und an Absicherung. Im diesem Sinne möchte ich zwei Leuchturmprojekte exemplarisch herausgreifen und damit unsere landeskirchlichen Stärken in den Fokus stellen: Denken Sie an unser Projekt „Neues Aufbrüche“. 10 kreative Pfarrerinnen und Pfarrer experimentieren in alten und neuen Räumen, mit neuen Ideen. Das ist begeisternd, diese Projektgeschichten machen Lust und schaffen Motivation, sowohl bei den Stelleninhabern wie auch bei den beteiligten Ehrenamtlichen. Das sind Sonderstellen, die im Pfarrplan und für die Gemeindestellen rechnerisch fehlen, aber andererseits Synergien schaffen. Diese Leuchtturm-Projekte wirken in die Öffentlichkeit und bieten auch spannendes Entwicklungspotential für die Stelleninhaber. Bei aktuell ca. 1750 Pfarrstellen sind diese 10 Stellen bescheidene 0,5 %. Und damit gib es noch genügend Experimentierluft nach oben. 

In meiner Vision konkurrieren diese Personalstellen nicht mit den traditionellen Gemeindestellen, sondern sind Ergänzung, Erweiterung und befruchtende Motivation. In multiprofessionellen Teams entwickeln Pfarrerinnen, Diakoninnen, Kirchmusikern, Jugend- und Gemeindereferenten, Verwaltung und Organisationsdienstleisterinnen zusammen mit ehrenamtlichen eine bunte einladende Kirche, die gemeinsam Neues entwickeln  und gemeinsam überlegen, was sie dafür lassen. Und nicht zu vergessen das Projekt Aufbruch Quartier; angesiedelt im Zwischenraum von Diakonischem Werk, von LAGES und PTZ werden hier unter dem Schlüsselwort „Trialog“ die kirchlich-diakonischen Partner vor Ort auf einander hin gewiesen und über die einzelnen Kirchtürme hinaus auf die Menschen in der Nachbarschaft, in Quartier und Gemeinwesen aufmerksam gemacht. Daraus haben sich schon knapp 50 hoffnungsvolle Projekte ergeben, die Menschen ansprechen und neue Nutzungsideen für kirchliche Gebäude mit entwickeln. Motivierende und vielfältige Aufbruch-Geschichten die mich freuen und stolz machen. Super geeignet um damit das Bild von Kirche in der Öffentlichkeit zu prägen. 

Hoffnung schafft Motivation

Komplexe Haushaltsplanstrukturen sind Spiegel einer komplexen Kirchenstruktur. Aufgebaut in vielen Jahren, mit dem guten Ziel, Kirche Jesu Christi zu bauen. Mit der Geschichte vom Königs-Bäcker aus dem Nachbardorf nun mein Versuch diese Komplexität etwas zu reduzieren: Herr König, Bäckermeister in langer Familientradition war in die reifen Jahre gekommen. Etwas kurzsichtig und leicht schwerhörig, nahm er neue Trends wenig wahr. Aber seine Brezeln waren immer noch die Besten in der Region. Lecker, schmackhaft und von bester Qualität fanden diese Brezeln reißenden Absatz. Der Bäckermeister musste, um die Nachfrage bedienen zu können, weitere Backöfen anschaffen, für den boomenden Verkauf rief er sogar seine Kinder vom Studium zurück in die Backstube. Aber dann sagte der Sohn: „Vater, bist du gar nicht informiert. Die Inflation steigt, eine Rezession kommt auf uns zu. Du solltest nicht mehr investieren.“ Der Vater dachte: Mein Sohn hat studiert, er schaut Fernsehen und Internet, der muss es wissen. Also verringerte er seine Mehlvorräte, dann sparte er an der Qualität des Teiges und machte die Brezeln etwas kleiner. Zuletzt verkaufte er einen Backofen, steigerte seine Liquidität um für die „Schlechten Zeiten“ gerüstet zu sein. 

Und das Schlimmste: Die Sorge um die Zukunft lies in missmutig werden und unfreundlich zu seinen Kunden. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Der Absatz an Brezeln fiel und fiel, unaufhaltsam. „Du hattest Recht, mein Sohn“, sagte der Vater, „es steht uns eine schwere Rezession bevor.“ Ich hielte es tatsächlich für eine Sünde, in der Krise nicht so zu planen, als ob „die Kirche nicht jung ist und ihre große Zukunft noch vor sich hat“ so ein Zitat von Fulbert Steffensky. In diesem Sinne haben wir eine doppelte Herausforderung für unserer zukünftige Strategie und Haushaltspolitik: Neben der notwendigen Entscheidungen bezüglich der Posterioritäten und Einsparmöglichkeiten geht es gleichzeitig um Transformation und Weiterentwicklung. Dazu brauchen wir Experimentier- und Projekträume genauso wie die bewährte Arbeit in Gemeinden, Bezirken, in Werken und Verbänden wie auch auf Landeskirchenebene. Hoffnung schafft Motivation, das Beste kommt noch!

Gesprächskreis-Votum zur Strategischen Planung


Es freut mich sehr, dass die Gegenthese „Nichts ist alles“, mit der ich mein Votum vor einem Jahr begonnen habe nochmal eine so grundlegende Diskussion im Kollegium ausgelöst hat! Und wir sind dankbar, dass sie diese Begriffsklärung an den Anfang ihres Berichts gestellt haben.

Missverstanden wurden Sie nicht! Ganz sicher nicht! Wir von Kirche für morgen wollten mit dieser These aber auf das Dilemma hinweisen, in dem wir stecken, wenn wir uns fokussieren müssen und wenn wir über Prioritäten und Posterioritäten diskutieren. Es geht eben nicht um ein destruktives „Hände in den Schoß legen“, „man kann ja eh nichts machen“, „der Herr wird’s schon richten“. Der Herr wird’s richten, ja, da vertrauen wir drauf! Gottvertrauen, ja! Aber ein Gottvertrauen, das uns aufbrechen lässt, das Zukunftsperspektiven aufzeigt und das uns Hoffnung macht. Darum geht’s bei der strategischen Planung. 

Salz der Erde, die selbstwachsende Saat, der ohnmächtige Gott am Kreuz, alles Bilder, die uns ermutigen. Wir vertrauen darauf, dass aus etwas Kleinem Großes wachsen kann. Hoffnungsbilder! Das brauchen unsere Gemeinden und Mitarbeitenden. Da haben sie Recht. Und Sie stellen die absolut richtigen Fragen: Lassen wir dem genug Raum in unserer strategischen Planung? Lassen wir dem ganz grundsätzlich genug Raum in unserem kirchlichen Handeln? Oder stecken wir fest in unseren Strukturen, in dem, was schon immer so war und auch so bleiben muss und überfordert uns nicht vielmehr, dass zu diesem allem noch immer mehr dazu kommt.  Viele engagierte Menschen in unseren Gemeinden halten die Arbeit am Leben, buchstäblich „am Leben“. Wo lassen wir sterben? Seit vielen Jahren sprechen wir darüber, aber es gelingt uns bisher wenig. Wir haben keine Kultur des Weglassens entwickelt. Nicht die Projekte an sich verursachen Stress und Überforderung, sondern dass sie additiv zu dem dazu kommen, was wir schon immer machen. Wir sind davon überzeugt, wir brauchen Projekte! Veränderungsprozesse leben vom Ausprobieren, von der Risikobereitschaft. Es wäre aus unserer Sicht der falsche Weg hier „Weniger“ zu machen.

Das Signal, das von dieser strategischen Planung heute ausgehen muss ist deshalb: Nicht mehr alle müssen alles machen! Wir dürfen nicht nur vom Weglassen reden sondern müssen konkrete Schritte gehen – und wir gehen sie gemeinsam. Kirche für morgen unterstützt den begonnenen Konsolidierungsprozess weil wir davon überzeugt sind: Weniger machen, eröffnet Räume für Neues und Anderes. 

Auf zwei Punkte der strategischen Zielsetzungen will konkreter eingehen.  

Kirche für morgen steht nach wie vor voll hinter der Entwicklung eines Bidungsgesamtplans und wir freuen uns, dass hier die Dinge langsam konkret werden. Die Fülle an Arbeitsfeldern in diesem Bereich führt schnell dazu sich zu verzetteln. Allerdings scheint hier ein „weniger ist mehr“ besonders schwierig. An kaum einer anderen Stelle sind wir so nah an den Menschen dran, erreichen sie in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen, in ihren Lebenswelten. Gerade auch die, die wir sonst nirgendwo erreichen und die bisher nicht zu uns gehören. Diese Fokussierung, auf diese Menschen, wünschen wir uns als Kirche für morgen. Eine Stärkung des Religionsunterrichts, eine Priorisierung für die Arbeit in Kindertagesstätten und Familienzentren, eine starke Förderung des EJW mit ganz unterschiedlichen Bereichen: Jugendarbeit und Schule, Arbeit mit Geflüchteten oder die Arbeit mit Jungen Erwachsenen.

Vielleicht muss es in diesem Arbeitsfeld heißen weniger Bürokratie – mehr Arbeit an den Menschen, vielleicht weniger Parallelstrukturen – mehr Spezialisierung, vielleicht weniger Einzelkämpfer – mehr Kooperationen und Synergien. Diese Ansätze klingen an, in ihrem Bericht und wir freuen uns hier weitere Schritte im nächsten Jahr zu gehen. 

Als zweiten Punkt möchte ich das Ziel der Klimaneutralität herausgreifen. Für Kirche für morgen steht es außer Frage, dass wir ein Klimaschutzgesetz brauchen und wir beteiligen uns gerne an den Diskussionen in den synodalen Gremien in den nächsten Wochen und Monaten. Für uns ist das Klimaschutzgesetz ein Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kirche. 

Wir sind aber davon überzeugt, dass wir weitere konkrete Schritte gehen und Initiativen fördern und unterstützen müssen, die weit über den „Grünen Gockel“ hinaus gehen. Das Gebäude-Thema stellt uns dabei vor große Herausforderungen! Für uns stellt sich die Frage, was uns die Symbolkraft von Kirchengebäuden wirklich wert ist, mit Blick auf die Kosten, aber ganz besonders auch mit Blick auf energetische Bedingungen und unserer damit verbundenen Klima-Verantwortung. Vermutlich brauchen wir hier ganz neue Denkansätze. Kirchengebäude könnten zu mutlifunktionellen Räumen werden, weil es vielleicht einfacher ist Gemeindehäuser zu verkaufen. Weniger Gebäude – mehr Flexibilität in der Nutzung. 

Energetische Sanierung ist das eine, Die konsequente Förderung alternativen Energien könnte ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität sein. Kirchendächer müssen zu sichtbaren Zeichen für einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung werden. Wir fordern die Politik auf, hier endlich einzusehen, dass Klimaschutz vor Denkmalschutz stehen muss und entsprechende gesetzliche Änderungen auf den Weg zu bringen. Unsere Gebäude sind keine Museen sondern Ausdruck einer aktuellen Botschaft, die sich den Herausforderungen dieser Zeit stellt und sie annimmt. Es wäre doch super, wenn wir ein 1000-Dächer-Programm auflegen könnten, um Kirchengemeinden konsequent dabei zu unterstützen Photovoltaik-Anlagen auf ihre Kirchendächer zu bauen.

Weniger ist mehr – nach dem heutigen Bericht können wir da mit gehen. Weil Sie deutlich gemacht haben, das weniger machen nicht bedeutet „man kann ja doch nichts machen“ sondern Kräfte freisetzt und Zukunft gestalten lässt 

Mehr Fokussierung – heißt nicht weniger Projekte.

Weniger Denkmalschutz – bedeutet mehr sichtbares Evangelium für die Menschen!

Weniger Struktur von oben – ermöglicht mehr Bewegung an der Basis

Mehr Strategie – heißt nicht mehr Arbeit.

Weniger machen – heißt mehr Experimentierraum!

Vielen Dank!

Matthias Böhler

Sommersynode 2021 – Raus aus dem Kirchenschiff.


Raus aus dem Kirchenschiff – mach es zu deinem Ding.

Gesangbuch, Choräle und Pfarrer – auch das kann Kfm! Wir waren diesmal turnusmäßig für den Startgottesdienst zuständig. Unser Pfarrer Matthias Vosseler predigte über Petrus und den „Walk on the water“.

Außerhalb der sicheren Bootsplanken fand die Jesusbegegnung statt. Auch wir als Kirche haben das Zentrum unserer Spiritualität außerhalb unserer Kirchenmauern. Wir sind gesandt in diese Welt – außerhalb der kirchlichen Bubble.
Was für eine Ermutigung zu Beginn der Tagung!

Die Musik wurde durch das Pfarrerduo  Weida & Mohns beigetragen. Wir sangen ausschließlich aus dem Gesangbuch – natürlich im poppigen Sound mit Bandbegleitung. Britta Gall moderierte durch den Gottesdienst, weil Anja leider kurzfristig zuhause bleiben musste. Am Ende sagte Britta: „Mach es zu deinem Ding!“ Mach die Tagung zu deinem Ding! Mach die Gestaltung der Kirche zu deinem Ding! Mach den Aufbruch für morgen zu deinem Ding!
Der ganze Gottesdienst war ein richtig guter Auftakt für die Sommertagung.

Tobi Wörner


Votum zu den inhaltlichen Schwerpunkten unserer Landeskirche

Im Gesprächskreisvotum konzentrierte sich Marion Blessing mit Zu-Mutungen auf 4 Kriterien, die uns besonders wichtig sind:

Die Ehrenamtlichen werden gestärkt.
Ehrenamtlich engagierte Menschen gehören zur DNA unserer Kirche. Es braucht Möglichkeiten zur Partizipation und zur Mitgestaltung, Beteiligung bei Veränderungsprozessen und profilierte, kostenlose Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote.

Die Kirche eröffnet Spielräume für Erprobungen und fördert nachhaltige Gemeindeentwicklungen.
Unser Antrag „Konkrete Unterstützung für gemeindebildende Initiativen für junge Erwachsene“ geht in diese Richtung. Es geht um die Qualifikation und Ausbildung von Menschen, die in den entsprechenden Milieus zu Hause sind, um andere Zielgruppen zu erreichen.

Die kirchliche Arbeit gewinnt Menschen für das Evangelium, wendet sich dem Nächsten zu und entfaltet eine große Bindungskraft.
Erreichen wir mit unseren Angeboten Menschen aus unterschiedlichen Milieus? Jesus ist zu den Menschen gegangen und hat sich dort dem Nächsten zugewandt. Kirchliche Arbeit, wo wir Menschen an der Basis erreichen, muss gestärkt werden.

Es werden Kooperationen gestärkt und Synergien geschaffen, Ineffizienzen und Doppelstrukturen abgebaut und vermieden.
Die Entwicklung einer gemeinsamen Vision, die Erarbeitung gemeinsamer Schwerpunkte und der damit verbundenen Investitionen und die Transparenz und Kommunikation von Entscheidungen und deren Gestaltung sind hier wichtig.
 

Marion Blessing


Museumspflege oder Kirche der Zukunft?

Wie in jeder Sommersynode hatte die Synode die Mittelfristige Finanzplanung zur Kenntnis zu nehmen. Diese dient dazu die finanzielle Zukunft der Landeskirche und der Gemeinde zu planen.

Das Finanzdezernat hat Zahlen und Statistiken produziert bezüglich Mitgliederentwicklung und langfristiger Kirchensteuerentwicklung. Dabei gibt es eine transparentere Haushaltsdarstellung und eine 10-Jahresprognose. Das Kollegium hat sich auf jährliche Einsparungen von 0,9 % verständigt und eine erste Liste möglicher Einsparungen vorgelegt; und der Sonderausschuss eine Kriterienliste, die als Richtlinie für Prioritäten gelten kann. 

Jetzt müssen wir als Synode und OKR beweisen das wir nicht ängstlich wie die Maus vor der Schlange  (Kirchenmitgliederrückgang/weniger Kirchensteuern/Niedrigzins/Inflation/…) sitzen und warten bis sie zubeißt, sondern bereit sind die Zukunft anzugehen. „Wir haben Zeit zu handeln, aber wir müssen handeln.“

Reiner Klotz hat in seinem Votum die Frage aufgeworfen, ob die Mittelfristige Finanzplanung nicht zu konservativ und vorsichtig geplant ist und ob die Synodalen wirklich ein „Weiter so“ wie immer wollen, also so etwas wie Museumspflege betreiben wollen. Oder ob sich die Landeskirche weiterbewegen will und eine Kirche der Zukunft sein will! Wir von Kirche für morgen setzen alle unsere Kräfte dafür ein eine zukunftsfähige Kirche zu gestalten!
 

Reiner Klotz


Mehr Gemeindebildende Initiativen für junge Erwachsene?

Kirche für morgen hat den Antrag „Konkrete Unterstützung für gemeindebildende Initiativen mit jungen Erwachsenen“ eingebracht. Der OKR wird gebeten, 5-10 gemeindebildende Initiativen, die hauptsächlich junge Erwachsene (im Alter von 20 bis 40 Jahren) ansprechen und in unserer Ev. Landeskirche in Württemberg zu beheimaten mit einer landeskirchlichen Förderung zu unterstützen.

Die Freiburger Studie verdeutlichte, dass junge Erwachsene in unserem kirchlichen Umfeld nur sehr begrenzt vorkommen.

Entsprechend ist es notwendig, junge Erwachsene wieder deutlicher in unser Blickfeld zu nehmen. Ziel muss es sein, wieder mehr Kirche für 20 bis 40-Jährige zu sein. So könnte es gelingen dem Trend der Austritte entgegenwirken und unserem Auftrag gerecht werden, Kirche für alle Altersgruppen zu sein.

Gemäß unseres Fokussierungskriteriums „Eröffnung von Erprobungsräumen“ gilt es, diese alternativen Formen von Kirche frühzeitig zu unterstützen und diese auch in unserer Landeskirche zu verorten, um eine zukunftsfähige Kirche zu gestalten!

Marion Blessing


Nominierungsausschuss für Bischofswahl eingesetzt

Die Landessynode wird im nächsten Jahr eine neue Landesbischöfin oder einen neuen Landesbischof wählen, Bischof July wird im Sommer 2022 aus Altersgründen aus seinem Amt ausscheiden. Für die Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten hat die Synode einen Nominierungsausschuss eingesetzt. Mit Matthias Böhler haben wir einen KFM Synodalen in dieser Runde.

Nachdem sich der Nominierungsausschuss konstituiert hat, macht er sich auf die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten. Maximal drei Personen kann er der Landesynode vorschlagen. Die Bischofswahl ist für die Frühjahrssynode 2022 vorgesehen, am 24. Juli 2022 soll in einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche der Bischofswechsel vollzogen werden.

Spannend wird diese Wahl auch deshalb, weil dazu eine Zweidrittel-Mehrheit der Landessynode (91 Sitze) notwendig ist. Somit können die großen Gesprächskreise, die „Offene Kirche“ (31 Sitze) und die „Lebendige Gemeinde“ (30) jeweils mit einer geschlossenen Ablehnung eine Wahl eines potentiellen Gegenkandidaten verhindern. Gleichzeitig werden die die beiden kleineren Gesprächskreise „Evangelium und Kirche“ (17 Sitze) und „Kirche für Morgen (12 Sitze) dadurch eine wichtige Rolle spielen müssen.

Den 91. Sitz in der Synode nimmt der Vertreter der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen ein.

Götz Kanzleiter

Frühjahrssynode 2021 – Beziehungen statt Bezäunungen

Liebe Kirche für morgen Unterstützende!

Hier kommen ganz frisch aktuelle Infos aus der Frühjahrstagung der Landessynode. Wir tagten diesmal wieder hybrid – mit einer kleinen Anzahl Menschen im Hospitalhof und der Mehrheit der Synodalen zuhause vor dem Screen. Wie gewohnt finden Sie hier eine Zusammenfassung der wesentlichen Punkte.

Viel Spaß beim Lesen!


Mehr „Kömmer des mal wieder machen“-Momente in der Kirche

Landesbischof July äußerte sich in seinem Bericht in der Frühjahrstagung der Landessynode zu den 12 Leitsätzen der EKD. Bewusst öffnete er damit ein weites Feld. Die Leitsätze berühren nahezu jeden Punkt im kirchlichen Geschehen der Landeskirche.  Dadurch wurden sämtliche Themen angesprochen und von den Gesprächskreisen in den  Voten und den anschließenden Wortbeiträgen dann auch unterschiedlich aufgegriffen und bewertet.

Als „Herz- und Gänsehautmomente“ bezeichnete July  die besonderen geistlichen Erlebnisse, die Glaube und Kirche ausmachen. „Kömmer des mal wieder machen“  zitierte ich deshalb meinen Sohn Johannes,  nachdem er sein erstes Abendmahl zuhause im Wohnzimmer gefeiert hatte. Und damit einen dieser „Herz- und Gänsehautmomente“ erlebt hatte, nach denen sich viele Menschen sehnen. Davon will „Kirche für morgen“ viel mehr ermöglichen!

Zum Beispiel durch

  • die Gemeindegründungsarbeit mit jungen Erwachsenen – um ihnen eine geistliche Heimat zu ermöglichen
  • den erleichterten Zugang zum Pfarrberuf für Menschen, die nicht Theologie studiert haben – um Menschen aus vielen Milieus zu erreichen
  • die Ermöglichung der Feier des digitalen Abendmahls und des Hausabendmahls – um Raum zu schaffen für tiefe geistliche Erfahrungen, dort, wo man zuhause ist.

Damit die Frage in der Kirche (wieder) häufiger zu hören ist – DAS WÜNSCHEN WIR UNS: „Kömmer des mal wieder machen?“

Britta Gall


Digitales Abendmahl? Geht das und darf man das?

Für manche eine Randfrage und leicht zu lösen. Warum nicht?! Für die Kirchenleitung und die Theologen ein umstrittenes Ding. Hellger Koepff (Vorsitzender des theologischen Ausschusses) berichtete vom Studientag im Februar 2021 und den Diskussionen im theologischen Ausschuss. Dabei ging es vor allem um Fragen der Digitalisierung und um einzelne Aspekte des Abendmahls (z.B. Gemeinschaft, Leiblichkeit). Er brachte drei Anträge ein. Hier geht es um die weiteren Beratungen, die Informationen zum Osterfest 2021 und der Ermöglichung von digitalen Abendmahlsfeiern. Nach einer umfassenden Aussprache der Synodalen wurde allen Anträge mit großer Mehrheit zugestimmt. Dabei zeigte sich auch eine große Einheit gesprächskreisübergreifend. Am Freitag haben wir als Gesprächskreis schon einen selbstständigen Antrag eingebracht zur Änderung der Abendmahlsordnung. Wir können uns gut vorstellen, dass in Notfällen ein Hausabendmahl ohne von der Landeskirche ausgebildete Personen möglich sein kann. Dieser Antrag wurde in den Rechtausschuss verwiesen.

Anja Faisst


Kirche verständlicher machen – Auch auf Youtube

In der Frühjahrssynode wurde der Antrag „Videos für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen“ von uns eingebracht. Ziel dieses Antrags ist die Produktion von kurzen Clips für Konfirmanden, Junge Erwachsene und viele mehr, um für mehr Transparenz an der Basis zu sorgen und um die Aufgaben der Ev. Kirche verständlich zu erklären, u.a. zu den Themen: Was passiert mit meiner Kirchensteuer? Welche Bereiche gehören zur Landeskirche? Was ist Diakonie? Was macht ein Landesbischof? Was sind die Aufgaben der Landessynode? Viele Begriffe in Bezug auf die Institution Kirche werden heute nicht mehr verstanden, deshalb ist es notwendig für größtmögliche Transparenz zu sorgen. Diese Transparenz braucht es insbesondere in den Gruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um dem Austrittsverhalten aktiv entgegenzuwirken. Junge Menschen müssen nachvollziehen können, welche Aufgaben wir als Kirche wahrnehmen, woher das nötige Geld kommt und welche Mitbestimmungsmöglichkeiten es gibt.

Marion Blessing


Was sind unsere kirchlichen Schwerpunkte in Zukunft?

Eine der wichtigsten Aufgaben der Landessynode ist die Verantwortung für den Haushalt. Es geht also viel um Geld. Dass wir davon immer weniger haben werden ist eine Entwicklung, die uns viele Untersuchungen und Studien in den letzten Jahren immer wieder vor Augen führen. Die Landessynode hat im letzten Jahr einen Sonderausschuss für „inhaltliche Ausrichtung und Schwerpunktsetzung“ eingesetzt, der sich intensiv damit beschäftigt, welche strategischen Ziele wir als Kirche langfristig verfolgen wollen.
Wie stellen wir uns Kirche 2030 vor? Welche Arbeitsfelder sind zukunftsfähig? An welchen Stellen müssen wir Dinge aufgeben? Wie gehen wir mit dem massiven Mitgliederrückgang um und wie können wir in Zukunft noch oder wieder Menschen erreichen? Es geht um ein langfristiges Bild von Kirche. Sparen nach dem Rasenmäherprinzip wie in der Vergangenheit üblich, soll es nicht mehr geben. Für uns Kfm-Synodale ist in diesem Prozess wichtig, dass wir eine Kirche im Wandel mutig gestalten. Experimentierräume und neue Formen von Kirche dürfen keinen Sparzwängen zum Opfer fallen, sondern haben für uns oberste Priorität für eine zukunftsfähige Kirche. Wir wollen eine mutige Kultur der Erneuerung, mit dem Fokus auf Menschen, die wir nicht mehr oder noch nicht erreichen.

Matthias Böhler 


Die aktuelle Stunde

In der aktuellen Stunde beschäftigte sich die Landessynode unter anderem mit dem Thema „Neue Egoismen in der Corona-Pandemie“. Unser Synodaler Bernd Wetzel stellte die Frage in den Raum: „Was ist die Aufgabe der Kirche im Blick auf Egoismen?“ und beantwortete diese, indem er feststellte, dass „die stärkste und nachhaltigste Veränderung bei mir selbst beginnt!“ Im Sinne der Jahreslosung empfiehlt er uns, Barmherzigkeit zu üben – oder, wie sein Sohn es ausdrückte: „Chill mal!“ Ich  stellte die Frage in den Raum, ob die „neuen Egoismen“ tatsächlich so neu sind – oder durch die Krise und den damit einhergehenden Ängsten, Sorgen und gesellschaftlichen Erfolgsdruck nur zu Tage gefördert werden. Mein Rezept gegen Corona-Egoismus: Keine wohlklingenden landeskirchlichen Verlautbarungen, sondern als Einzelner den Unterschied machen und seinem Gegenüber – auch dem „Corona-Egoisten“ – mit Nächstenliebe zu begegnen. 

Ralf Walter


Das Klimakonzept nimmt Fahrt auf

„Ein wichtiges Anliegen für Kirche für morgen“, das machte Götz Kanzleiter in seinem Votum am Samstagnachmittag deutlich. „Mit dem vorgestellten Klimakonzept geht richtig was voran.“ Der synodale Antrag wurde im Sommer 2019 eingebracht und mit der letzten Synodaltagung unserer Vorgängersynode beschlossen. „Die Evangelische Landeskirche übernimmt damit Verantwortung für ihren Umweltressourcenverbrauch im kirchlichen Leben in allen Bereichen“, so Kanzleiter. Kirche für Morgen unterstützt diese differenzierten und komplexen Bemühungen für den Umwelt- und Klimaschutz und dankt allen aktiven Protagonisten in der Landeskirche für diese Vorarbeiten. Speziell beim Thema Mobilität sollen alle Mitarbeitende in der Landeskirche unterstützt werden. Smarte Elektro-Mobilitätskonzepte können hier vorbildhaft Einsparungen erreichen. Wir müssen nun vom Reden ins Tun kommen. Deshalb erscheint uns auch die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes zielführend und für uns als Kirche angemessen. Der Antrag, mit einem ersten Vorschlag für solch ein Klimaschutzgesetz, wurde eingebracht und von der Synode an den Rechtsausschuss zur weiteren Bearbeitung verwiesen. 

Bernd Wetzel


Landesbischof kündigte seinen Abschied an

Der Landesbischof kündigte seinen Abschied an. Frank Otfried July wird noch ein Jahr im Amt sein. In der Sommersynode wird der Nominierungsausschuss für die NachfolgerIn oder den Nachfolger eingesetzt. Es bleibt also spannend.

Danke, dass Sie Kirche für morgen folgen und mit uns an den Aufbruch für morgen glauben!

Newsletter Frühjahrssynode 2019

Newsletter Frühjahrssynode 2019:

Von Donnerstag bis Samstag, 21. bis 23. März, kam im Stuttgarter Hospitalhof die Württembergische Evangelische Landessynode zu ihrer Frühjahrstagung zusammen.
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