Newsletter zur hybriden Herbstsynode 2020

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Die Herbsttagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode fand vom letzten Donnerstag, den 26. bis Samstag, den 28. November 2020 hybrid statt. Das heißt ein kleiner Teil der Synodalen traf sich mit den nötigen Hygienevorkehrungen im Hospitalhof in Stuttgart während sich alle anderen per Video dazu schalteten. Hier ein paar unserer Zitronen in der mittlerweile sehr vertrauten Galerieansicht.

Ihre zwölf Kfm-Synodalen haben sich dabei mit einer starken Stimme für kreative, innovative und neue Wege, die Kirche gerade jetzt gehen muss, eingebracht.

Neben dem Bischofsbericht zum Thema Diakonie stand unter anderem der Beschluss über den landeskirchlichen Haushalt für 2021 auf der Tagesordnung. Außerdem hat die Synode entschieden, dass die Evangelische Landeskirche Württemberg der Initiative Lieferkettengesetz beitritt.

Viel Spaß beim Lesen!
 Inhalt 
 

1. Votum zum Bericht des Landesbischofs July „Kirche ist Diakonie und Diakonie ist Kirche“ – von Anja Faißt
2. Votum zum Bericht von Direktor Stefan Werner zur strategischen Planung der Landeskirche – von Matthias Böhler
3. Personalstrukturplanung für den Pfarrdienst– von Kai Münzing
4. Gemeinde- und Innovationskongress – von Ralf Walter
5. Haushaltsplan 2021 – Die fetten Jahre sind vorbei – von Götz Kanzleiter
6. Die Landeskirche tritt der Initiative Lieferkettengesetz bei – von Jens Schnabel
7. Aktuelle Stunde zu Verschwörungserzählungen – von Anja Faißt
8. Kirche in Corona-Zeiten – Kreative Aufbrüche gesucht!
9. Innovationspreis 2021 – Jetzt bewerben!
10. Zitronen-Fan? – Unterstützen Sie uns!
1. Votum zum Bericht des Landesbischofs July „Kirche ist Diakonie und Diakonie ist Kirche“

Anja Faißt plädierte im Votum für Kirche für morgen dafür, den Kontakt zur Diakonie, etwa für Beratungen, so leicht wie möglich zu machen und die Zugänge vielfältig zu gestalten: „Hier müssen die Hürden so gering wie möglich gehalten werden! Außerdem ist mir wichtig, dass wir hier weiterhin die Digitalisierung ausbauen. Es muss vielfältige Wege geben, damit Hilfesuchende uns als Kirche erreichen. Die Corona-Pandemie hat uns hier riesige Schritte abverlangt.“ Sie warb außerdem für „thinking outside of the box“, es gelte, innovative Wege zu finden, wie man in der Diakonie „unserem diakonischen Auftrag gerecht werden und die Coronaverordnungen ernst nehmen“ könne. Ihre Fragestellung war: „Wo können wir innovativ in Liebe diakonisch tätig werden und gerade in der Weihnachtszeit unseren Gott für die Menschen um uns herum erfahrbar werden lassen?“ Bei alldem möchte Sie den Gemeinden vor Ort Spielräume offen lassen und diese nicht ohne Grund verengen. „Ich nehme hier schöne Beispiele aus unserem Ländle wahr. Ich lese von dezentralen Vesperkirchen, Spaziergangsberatungen, Balkonkonzerten, Stationengottesdienst im Freien und bei all den innovativen Aktionen geht mein Herz als Synodale von Kirche für morgen auf.“ Nach wie vor fordern wir als Gesprächskreis: „10% für Innovation“.

Den Bericht von Landesbischof July und die Voten der anderen Gesprächskreise finden Sie hier.

von Anja Faißt
2. Votum zum Bericht von Direktor Stefan Werner zur strategischen Planung der Landeskirche
Matthias Böhler reagiert auf die Vorstellung der strategischen Planung  auf dem Podium.
Matthias Böhler reagierte auf die vorgestellte strategische Planung des Oberkirchenrats. Er hebt hervor, dass es gut ist, dass nun diese ausführliche strategische Planung vorgestellt wurde. Sie hilft uns in den Gesprächen der kommenden Monate. Doch eines vermisst Kirche für morgen dabei schmerzlich: Wo ist ein klares Zielbild? Wie stellen wir uns Kirche 2030 vor? Eine strategische Planung vorzustellen ohne darauf eine Antwort zu geben ergibt eigentlich keinen Sinn. Matthias Böhler fügt an dieser Stelle einige Bausteine unseres Zielbilds von Kirche für morgen ein: Eine Kirche der Zukunft nimmt einen Paradigmenwechsel vor. Sie geht weg von der einen Amtsperson, hin zu multiprofessionellen Teams. Pfarrerinnen und Pfarrer werden zu Trainerinnen und Trainern. Es gibt unterschiedliche Zugänge in die hauptamtlichen Dienste. Der Religionsunterricht wird gestärkt. Die Arbeit in Kindertagesstätten und Familienzentren wird priorisiert. Das EJW wird gefördert. – Um nur ein paar Beispiel zu nennen.

Als Kirche für morgen werden wir uns in den anstehenden Prozessen engagieren, um der strategischen Planung ein klares zitronenfrisches Zielbild sowie weitere innovative Themen hinzuzufügen.

von Matthias Böhler
3. Personalstrukturplanung für den Pfarrdienst
Kai Münzing hat klare Vorstellungen davon, was einen attraktiven Pfarrberuf ausmacht.
Oberkirchenrätin Nothacker schlussfolgerte aus dem Bericht zur Personalstrukturplanung, dass die Werbung für den Pfarrdienst weiter wichtig sei.

Kai Münzing macht jedoch im Namen von Kirche für morgen deutlich, dass es keine weiteren Hochglanzprospekte braucht, sondern vielmehr eine rasche Haltungsänderung der Landeskirche. Es müsse auf den Wandel des bisherigen Arbeitgebermarktes hin zu einem Arbeitnehmermarkt regiert werden. Er fordert, dazu den ernsthaften Dialog mit jungen Pfarrerinnen, Pfarrern und den Studierenden zu suchen. Ein Gespräch aus dem Jahr 2017 mit den zukünftigen Pfarrerinnen und Pfarrern habe folgendes ergeben: 

Eine zukunftsfähige Kirche mit einem zukunftsfähigen, attraktiven Pfarrberuf braucht: 
•     Entlastungsangebote im Pfarrdienst
•     Vertretungsregelungen
•     Distriktlösungen
•     Ermöglichung von interessens-, gaben- und vitaorientierter Dienstaufträge
•     Schaffung von multiprofessionellen Teams in ihren jeweiligen Rollen
•     alternative Zugänge in den Pfarrdienst
•     sowie alternativen Finanzierungs- und Anstellungsmöglichkeiten.

Den Bericht von Oberkirchenrätin Nothacker finden Sie hier.  Den Bericht des Ausschusses für Kirchen- und Gemeindeentwicklung zur Personalstrukturplanung für den Pfarrdienst von Kai Münzing hier.

von Kai Münzing
4. Gemeinde- und Innovationskongress
Photo by Daniele Franchi on Unsplash
Mit großer Mehrheit wurde in der Herbstsynode ein Antrag des Ausschusses für Kirchen- und Gemeindeentwicklung verabschiedet, dass finanzielle Mittel zur Durchführung eines groß angelegten Gemeinde- und Innovationskongresses im Jahr 2022 zur Verfügung gestellt werden.

Uns als Kfm ist dieser Kongress extrem wichtig: Wir wollen, dass die dringend benötigten Innovationen in unserer Landeskirche nicht so einfach am grünen Tisch verhandelt werden. Wir wollen die Leute an der „Basis“ – die Leute, die unsere Kirche ausmachen – hören, ernstnehmen und mitnehmen auf die Reise hin zu einer relevanten, zukunftsfähigen evangelischen Landeskirche, in der sich Menschen jeglichen Alters und aus unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen wohlfühlen.

von Ralf Walter
5. Die Landeskirche tritt der Initiative Lieferkettengesetz bei
Marion Blessing brachte den Antrag für einen Beitritt der Landeskirche zur Initiative Lieferkettengesetz in die Sommersynode ein. Nach einer umfassenden Debatte wurde der Antrag letzten Freitag angenommen.
Nach Beratungen im Ausschuss für Kirche, Gesellschaft, Öffentlichkeit und Bewahrung der Schöpfung hat die Landessynode nun beschlossen, dass die Landeskirche der Initiative Lieferkettengesetz beitritt. Einen entsprechenden Antrag hatte Marion Blessing bereits in der Sommersynode eingebracht.

Die Initiative Lieferkettengesetz  ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Unternehmen sollen auf Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden und zwar nicht nur in Deutschland sondern auch bei ihren Lieferanten und Produktionsstandorten in anderen Ländern. Ein Lieferkettengesetz soll dafür Sorge tragen, dass Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, dafür haften müssen. Skrupellose Geschäftspraktiken dürfen sich nicht länger lohnen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, die Initiative zu unterstützen, finden Sie hier.

von Jens Schnabel
6. Haushaltsplan 2021 – Die fetten Jahre sind vorbei
Götz Kanzleiter bei den Beratungen zum Haushalt 2021.
Der Haushaltsansatz für 2021 liegt bei 727 Millionen Euro. Nachdem die Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2019 mit 790 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht hatten, sinken die Erwartungen für das Corona-Jahr  2020  bisher um ca. zehn Prozent. Diese Deckungslücken im Jahr 2020 und 2021 sollen über Rücklage-Entnahmen ausgeglichen werden.

Götz Kanzleiter formuliert in seinem Votum für Kirche für Morgen: „Wir realisieren nach vielen fetten Jahren einen signifikanten Rückgang unserer Einnahmen.“ Deshalb wird die Landeskirche um Kürzungen bei den Personalausgaben und Gebäudeaufwendungen nicht herum kommen. Dabei ist das Finanzproblem nicht allein der Corona-Krise geschuldet. „Wir verlieren ständig Mitglieder und haben noch keine klare Strategie, was wir dagegen tun können“.

Kirche für Morgen verwehrt sich deshalb dagegen, Sparmaßnahmen nach dem Rasenmäher-Prinzip durchzuführen. „Wir brauchen Schwerpunktsetzungen unter dem Primat der Erneuerung“, sagte Kanzleiter. „Wichtig sind Beteiligungsprozesse und Gemeindeentwicklungspläne, die haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende auf allen Ebenen mitnehmen“.

Kanzleiter bekräftigte die Forderung nach zehn Prozent Freiraum-Kapital für Aufbruch und Innovation. „Dies müssen wir in alle Haushaltsbereiche hineinbuchstabieren und auf allen Ebenen unserer Landeskirche einfordern.“ 

Für einen detaillierten Einblick in die Haushaltszahlen können Sie die Internetseite der Landessynode besuchen. Dort finden Sie alle Berichte zu den Haushaltsberatungen. Das Votum von Götz Kanzleiter können Sie hierausführlich lesen und den Haushaltsplan im PDF Format finden Sie hier.

von Götz Kanzleiter
7. Aktuelle Stunde zu Verschwörungserzählungen
Anja Faißt mahnt an mit den Menschen, die Verwörungserzählungen verbreiten, im Gespräch zu bleiben – als Privatperson und als Kirche.
Verschwörungserzählungen war das Thema der aktuellen Stunde auf der Herbsttagung der Landessynode.

Sowohl als Privatperson, als auch als Kirche müssen wir mit den Menschen, die Verschwörungserzählungen verbreiten, im Gespräch bleiben, betont Anja Faißt. Man dürfe diese Menschen nicht auszuklammern. Gleichzeitig brauche es Klarheit. Die Kirche habe viele Antworten, die sie dem Klima des Hasses entgegensetzen könne.

Bernd Wetzel unterstrich, dass eine Minderheit die Stärken der Demokratie nutze, um sie zu schwächen. Die Kirche müsse sich entschlossen erklären und widersprechen. Außerdem solle sie unter anderem das kritische Denken und die Medienkompetenz fördern. Die Stärkung demokratischer Werte sei selbstverständlich.  

von Anja Faißt
8. Kirche in Corona-Zeiten – Kreative Aufbrüche gesucht!

Was sind Ihre Ideen, wie Kirche in Zeiten von Social Distancing näher zu den Menschen rücken kann?

Schreiben Sie uns gerne! Wir veröffentlichen Ihre Idee, Ihr Projekt oder eine Aktion, die Sie kennen und die Sie begeistert gerne auf unserer Homepage www.kirchefuermorgen.de und unseren Social Media Kanälen, damit andere Gemeinden und Gruppen sich inspirieren lassen können. Die besten Ideen werden im Zitronenfalter veröffentlicht!

Schicken Sie einfach eine E-Mail mit einer kurzen Beschreibung, evtl. einem Foto oder Screenshot und ggf. einer Webadresse an presse@kirchefuermorgen.de.

Vielen Dank für Ihre Inspiration!

9. Innovationspreis 2021 – Jetzt bewerben!
Auch 2021 wollen wir wieder mit dem Innovationspreis Menschen auszeichnen, die mit ihren Projekten zeitgemäße Formen finden, um die beste Botschaft der Welt, mit den Menschen zusammenbringen, die wir lieben.

Neue Projekte werden mit einem Preisgeld von insgesamt 2000€ ausgezeichnet und als „Best-Practice“ Modelle auf verschiedenen Kanälen veröffentlicht, um auch andern Mut zu machen, Kirche neu zu gestalten.

Weitere Informationen finden Sie hier. Richten Sie die Bewerbung mit einer aussagekräftigen Beschreibung und Fotos Ihres Projektes an innovationspreis@kirchefuermorgen.de
 
10. Zitronen-Fan? – Unterstützen Sie uns!
Mit einer Spende…

Bitte unterstützen Sie uns, damit wir unsere Vereinsarbeit kontinuierlich fortsetzen und uns weiterhin für eine zukunftsfähige, mutige und visionäre Kirche einsetzen können.

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Hier finden Sie unsere Satzung und den Mitgliedsantrag.

Viele Grüße von der Herbstsynode…

…und aus dem Home-Office!

Und vielen Dank fürs Lesen!

Ihre Zitronen

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