WEINSBERG / NEUENSTADT / ÖHRINGEN

BERND WETZEL

54 Jahre, Brackenheim, Konstrukteur, Diakon im Ehrenamt, Leiter One World Café des Integrationskreises Brackenheim, verheiratet

Aufbruchsinitiativen ermöglichen - 10% aller Ressourcen für Innovationen, die Menschen gewinnen, die nicht vom Evangelium erreicht werden oder gerade auf dem Sprung sind.

WARUM ICH KANDIDIERE

Wie geht es Ihnen, wenn kirchliche Vertreter sagen: „Ich bin da für die, die kommen“ ? Das heißt dann doch, dass sie in Zukunft für immer weniger Menschen da sein werden und Kirche kontinuierlich an Bedeutung verliert. 

Viele Menschen sind sehr lose mit der Kirche verbunden. Die Zahl der Mitglieder sinkt weiter ab. Zum Teil liegt das am demographischen Wandel, den wir nicht beeinflussen können. Es liegt aber zum größten Teil daran, dass Kirche die Menschen mit ihrem Stil und ihren Angeboten nicht mehr anspricht. Es gelingt ihr zu wenig, die Relevanz der Frohen Botschaft für das menschliche Leben in zeitgemäßer Form zu kommunizieren. Neue Lebenswelten entstehen, die die Kirche immer weniger erreicht.  

Deshalb sage ich: „Wir wollen auch für die da sein, die nicht kommen und für die, die auf dem Sprung sind die Evang. Landeskirche zu verlassen.“  Wir fragen uns, was diese Menschen bewegt, was sie vermissen, welche Wünsche sie an Gemeinde vor Ort haben und was sie einbringen können. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Kirche gestalten.

Als Verantwortlicher der Jugendarbeit meiner Ortskirchengemeinde hatte ich zusammen mit einem Team zu „JesusHouse“ eingeladen. Der Gedanke gefiel uns: „Die Kirche, ein „JesusHouse“: ein Haus, wo Jugendliche, Junge Erwachsene und Kirchenferne eine „Location“ finden, in der sie sich rundum wohlfühlen und Jesus und seine Liebe erfahren können. Mit kreativen Aktionen, einer Band und Lobpreis wollten wir diesen Raum auch im „normalen Gottesdienst“ schaffen. Die Resonanz der Gemeinde war verhalten und man war letztlich zu wenig aufgeschlossen für Neues. Zu dieser Zeit (2011/12) las ich das Kfm Magazin „Zitronenfalter“ (2011.02) und fand darin Gleichgesinnte. Dort las ich: „Es geht uns um eine gleichberechtigte Vielfalt für Menschen mit anderem Musikgeschmack“ (Popularmusik gleichwertig mit Klassik, S.3). Und „Wenn moderner Lobpreis in unseren Gemeinden mehr Platz einnimmt, wird das Reich Gottes einfach greifbarer.“ (Albert Frey, S.9). Eigentlich wollte ich mich dann nur zum Forum anmelden, hatte aber die Kfm Mitgliedschaft dann gleich mitbeantragt.

Nach meinem Bild ist Kirche besonders auf Beziehung zu den Menschen ausgerichtet. Daraus folgt ein Kirchenraum-Setting und mehr Angebote, die Kommunikation ermöglichen und Beziehung fördern helfen. Die Pfarrer*innen sind in Zukunft nicht die Alleskönner, sondern Trainer und Moderatoren für multiprofessionelle Teams in der Gemeinde. Das in der Landeskirche weitverbreitete Denken „Wir sind da für die, die kommen.“ wiederspricht im Grunde dem Sendungsauftrag Jesu (Joh. 20,21) Es liegt mir vielmehr am Herzen, dass Aufbruchsinitiativen in allen Gesellschaftsschichten unterstützt werden. Ich träume davon, dass Gemeindegründungsinitiativen von der Landeskirche in Zukunft gezielter gefördert werden, finanziell, konzeptionell und organisatorisch.

Ich will es in einer „Wortwolke“ ausdrücken: beziehungsorientiert, einladend für alle Alters- u. Sozialgruppen, demokratisch, Heimat für Minderheiten, Geflüchtete und Menschen mit geringem Einkommen, angstfrei und experimentierfreudig, Ort voll Liebe und Erbarmen, friedensstiftend, nachhaltig, schöpfungsbewahrend, Ort der Stille und Erneuerung, sendungsorientiert und begeistert (Joh. 20,21)

WIR UNTERSTÜTZEN BERND

„Seit erst 4 Jahren bin ich Pfarrer dieser Landeskirche. Im Alltag beobachte ich oft ein überholtes Bild des Pfarrers. Gefragt sind Pfarrerinnen und Pfarrer, die Gaben entdecken und fördern, die das Ehrenamt befähigen und Teamplayer sind. Haupt- und Ehrenamt arbeiten auf Augenhöhe. Dafür stehe ich. Deswegen unterstütze ich Bernd Wetzel.“
Diora Machado
Pfarrer in Öhringen-Michelbach und Bandmitglied bei BetaGrooves

FÜR MENSCHEN DASEIN, WIE UND WO SIE SIND!