MUT, SICH EINZUMISCHEN

Als Kirche haben wir unseren Platz mitten in der Gesellschaft. Wir haben den Auftrag von Gott, uns um seine Schöpfung zu kümmern, an der Seite der Armen und Benachteiligten zu stehen und uns zum Wohl der Gesellschaft einzusetzen.

SUNDAYS FOR FUTURE

Wir wünschen uns, dass unsere Kirchengemeinden bei der Gestaltung eines klimabewussten Lebensstils vorbildlich sind. Sie sollen zum Beispiel dazu ermutigen, den „ökologischen Fußabdruck“ (CO2-Verbrauch) zu verkleinern (Brot für die Welt Aktion: www.fussabdruck.de). Kirchliche Küchen sollen bevorzugt regionale und saisonale Produkte verwenden und auch
mal vegetarisch oder vegan kochen. Digitale Kommunikationswege sollen stärker genutzt werden, um Papier, Versandkosten und Anfahrtswege zu sparen. Beim Bau oder der Renovierung kirchlicher Immobilien muss CO2-Neutralität das Ziel sein.

Wir engagieren uns dafür, dass wir unseren Strom selbst auf unseren Dächern produzieren. Aber das reicht uns noch nicht. Initiativen zur Bewahrung der Schöpfung dürfen sich nicht nur auf Gemeinde- und Pfarrhäuser beschränken, sondern müssen zu einer Volkskirchen- bewegung werden.

Wir wollen uns wieder mehr einmischen. Unsere Kirche soll ihre Stimme deutlicher zur Bekämpfung des Klimawandels erheben und laut werden, wenn Probleme auf zukünftige Generationen abgewälzt werden.

AN DER SEITE VON AUSGEGRENZTEN UND BENACHTEILIGTEN

Wir wollen, dass die Kirche nicht schweigt zum Skandal einer immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft von Armen und Reichen innerhalb unseres Landes und in der Welt. Als Kirche stellen wir uns mit Jesus Christus auf die Seite der Schwachen, der Armen und der Ausgebeuteten.

Die diakonischen Dienste sind unverzichtbar für die Kirche Jesu Christi: Wir geben der Welt nicht nur Brot zu Essen, sondern auch Brot des Lebens – das muss ganzheitlich angegangen werden. Die Verzahnung zwischen diakonischen Einrichtungen und Gemeinden vor Ort
soll bewusster gestaltet und gestärkt werden. Wir wollen gemeindenahe Diakonie fördern.

Fair gehandelte Produkte sollen für alle kirchlichen Einrichtungen und Veranstalter der Normalfall werden.

Wir wollen neue und innovative Immobilienkonzepte entwickeln und umsetzen, damit
in den Kirchengemeinden bezahlbarer Wohnraum für Einzelne, Paare und Familien
in prekären Lebenslagen entsteht. Diese Konzepte sollen modellhaft als Zeichen für weitere Investoren in die Öffentlichkeit von Kirchengemeinden und Kommunen getragen werden.

Bei der Nutzung kircheneigener Immobilien sollen soziale Kriterien eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel kann ein zu großes Land-Pfarrhaus an eine Familie vermietet werden, während
die alleinstehende Pfarrperson in eine für sie geeignete Wohnung zieht. Um dies zu ermöglichen, muss die Residenzpflicht für die Pfarrerinnen und Pfarrer aufgehoben werden.

AKTIV IN DER GESELLSCHAFT

Als Kirche wollen wir vorbildliche Initiativen im diakonischen und gesellschaftspolitischen Bereich fördern. Wichtiger als politische und moralische Appelle sind Modelle, in denen eine christliche Alternative gelebt wird.

Wir wollen Christen dazu ermutigen und dabei unterstützen, in allen Bereichen der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen als Zeugen Jesu Christi: in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien, Bildung, Unterhaltung und Gesundheitswesen.

Kirche gestaltet aktiv die Gesellschaft in Deutschland und Europa mit. Wir setzen uns für Demokratie, Menschenrechte sowie Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit ein. Wir stellen uns klar gegen demokratiefeindliche Strömungen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Wir stehen für das Recht auf Asyl und die Aufnahme und Integration Geflüchteter. Wir wollen,
dass die Kirche ihre Partnerschaften in aller Welt nützt, um Fluchtursachen zu bekämpfen.
Zugleich fordern wir, dass die Kirche sich aktiv dafür einsetzt, das Sterben im Mittelmeer zu beenden.