Am 3. und 4. Juli fand die Sommertagung der 17. Landessynode statt. Neben dem Bericht des Landesbischofes, war die Personalplanung Thema und Kfm hat einige Anträge in die Synode eingebracht.
Bischofsbericht

Der ausführliche Bischofsbericht ist meist ein Sprungbrett für die Gesprächskreise, um in den folgenden Voten eigene Schwerpunkte zur Sprache zu bringen. So haben wir es auch gehalten, Sebastian Bugs ordnet ein:
„Wir dürfen nicht bei Analysen stehenbleiben. Wir müssen unser Kirchenrecht an den Bedürfnissen der Kirchengemeinden und Gemeindemitglieder ausrichten: Unsere Gemeinden brauchen keine Gesetzesbestimmungen darüber, was Gottesdienst, Andacht oder gottesdienstähnliche Form genannt werden darf. Sie brauchen Freiräume. Auch bei der Aufgabenverteilung in multiprofessionellen Teams: Es muss nicht immer der das Sagen haben, dessen Vorgesetztenkette bis nach Stuttgart reicht. Außerdem: Wenn sich der Oberkirchenrat tatsächlich auf den Weg macht, von der Genehmigungsbehörde zur Serviceagentur zu werden, dann hat er die volle Unterstützung von Kirche für morgen.“
Personalstrukturplan Pfarrdienst & Religionspädagoginnen und -pädagogen

Im Rahmen der Sommersynode legte der Oberkirchenrat die Personalplanungen für den Pfarrdienst und die Religionspädagogen vor. Darin enthalten sind die zahlenmäßige und strukturelle Entwicklung der Pfarrer:innenschaftund der Religionslehrer, auf deren Basis die Prognosen für die Zukunft getroffen werden. Im Votum machte Matthias Böhler folgendes deutlich:
„Die württembergische Landeskirche ist finanziell solide aufgestellt und bleibt ein verlässlicher Arbeitgeber. Für den Gesprächskreis Kirche für morgen ist deshalb klar: Der hauptamtliche Dienst hat Zukunft. „Wir wollen weiter in Menschen investieren, die mit Leidenschaft den Glauben weitergeben und Menschen begleiten.“ Gleichzeitig dürfen gute Zahlen nicht über die Herausforderungen hinwegtäuschen. Im Religionsunterricht fehlen weiterhin viele Lehrkräfte, besonders an beruflichen Schulen und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Auch im Pfarrdienst belastet eine steigende Anzahl an Vakaturen viele Gemeinden. Deshalb braucht es mehr Tempo bei alternativen Zugängen und beim Quereinstieg ins Pfarramt . Für uns ist die
Ehrenamtskirche das Zukunftsmodell: Hauptamtliche befähigen Ehrenamtliche, Gemeinden gemeinsam zu gestalten. Dafür braucht es eine Kultur des Ermöglichens.“
In der Aussprache zur Personalplanung meldete sich auch Paul Berger, Theologiestudent in Tübingen, zu Wort. Er betonte, dass Werbung und Stipendien nicht reichen: Junge Menschen brauchen gute Gründe fürs Studium und realistische Perspektiven fürs Pfarramt. Er forderte mehr Praxisbezug, bessere Studienstrukturen und ein Dialog
auf Augenhöhe zwischen Kirche, Fakultät und Nachwuchs.
KfM-Anträge
Unser Gesprächskreis hat in dieser Synode vier Anträge eingebracht, die nun in den Ausschüssen diskutiert werden. Sie beschäftigen sich mit Vorschlägen zur Optimierung in drei entscheidenden kirchlichen Bereichen: Synode, Gemeinde und kirchliche Amtshandlung.
- Bei Trauungen, Taufen und Beerdigungen soll zukünftig ein Perspektivwechsel stattfinden. Wir wollen wegkommen davon diese als eine Amtshandlung der Amtskirche zu verstehen und hinkommen zur Perspektive diese als Segenshandlung zu leben. Die Kirche soll den Segen Gottes in vielfältiger Weise zeitgemäß und serviceorientiert zu den Menschen bringen. Auch über neue Segenshandlungen (z. B. bei Geburten, Einschulungen, Schulfeiern, u. ä) soll nachgedacht werden.
- Wir streben Änderungen bei den Dekanatsstellen an. Zum einen sollen Dekane keine Geschäftsführungen von Pfarrämtern mehr übertragen bekommen. Beides zusammen ist nicht zu stemmen. Außerdem sehen wir Nachbesserungsbedarf im Wahlverfahren und der Zusammensetzung der Wahlgremien. Zuletzt fordern wir im Antrag, dass die Synode sich mit dem Zukunftsbild von Dekansstellen beschäftigt werden, um den strukturellen Veränderungen bis 2040 gerecht zu werden.
- Auch im Pfarrplan 2030 sind weiterhin viele Pfarrstellen mit reduziertem Umfang vorgesehen. Gleichzeitig gibt es Gemeinden, die dazu bereit wären, Pfarrstellen aus eigenen
Mitteln aufzustocken. Daher wollen wir bewirken, dass Gemeinden ein Weg eröffnet wird, Pfarrstellen durch Eigen- oder
Drittmittel aufzustocken. - Das Amt eines/einer Synodalen beinhaltet die Verpflichtung sich für einen funktionierenden Ablauf der Synode einzusetzen. Das Vertrauen, das die Wählerschaft den Kandidierenden schenkt, sollte auch gewürdigt werden. Daher haben wir einen Antrag auf den Weg gebracht, der bei wiederholten Abwesenheiten und Nichtwahrnehmung synodaler Aufgaben einen Ausschluss aus der Synode nach sich ziehen kann.
Auswertung Kirchenwahl 2025

Der Oberkirchenrat legte eine Auswertung der Kirchenwahl 2025 vor, dazu kommentiert Marion Blessing:
„Das Geld, das für die Kirchenwahl investiert wird, ist gut angelegt. Die Beteiligung und Mitbestimmung der Basis haben eine hohe Relevanz. Die Urwahl ist das Markenzeichen der württembergischen Landeskirche und soll es auch bleiben.
Für Kirche für morgen ist die Beteiligung und Mitbestimmung der Kirchenmitglieder ein wichtiges demokratisches Instrument. Die Wahl durch die Basis hat dazu beigetragen, dass der Anteil der Frauen und der jungen Menschen zugenommen hat. Es wird nicht länger über junge Menschen gesprochen, sie bestimmen selbst mit und bringen sich ein und das ist gut so. Eine digitale Wahl könnte eine Alternative zur bisherigen Briefwahl sein“
Titelbild: Gottfried Stoppel