Statement zur Kirchensteuer

1. Wir sind für die Erhaltung des staatlichen Kirchensteuereinzugs als eine Möglichkeit der Kirche, sich zu finanzieren, und wir sehen darin große Chancen,

  • da er die Stärkeren stärker belastet,
  • wegen der Unabhängigkeit der Gemeindeleitung von reichen Spendern,
  • um als Volkskirche – anders als Freikirchen – flächendeckend präsent zu sein. Lassen wir die Kirche im Dorf.

 

2. Wir halten Zwangsstrukturen für problematisch und einer „Kirche der Freiheit“ für nicht würdig,

  • dass Personen allein aufgrund der Kindertaufe zur Kirchensteuerzahlung verpflichtet sind, ohne später je gefragt worden zu sein,
  • dass die Kirchensteuer auch bei Ummeldungen zwangsweise ohne Befragung der Mitglieder an die Parochiegemeinde fließt und die Wahlgemeinde finanziell leer ausgeht,
  • dass der Kirchenaustritt auf dem Standesamt geschieht.

 

3. Wir sind dafür, eine mindestens gleich starke zweite Säule der Finanzierung zu eröffnen:

  • Unser 1-Euro-Modell – jeder gespendete Euro wird durch Kirchensteuermittel verdoppelt – wird von der Kirchensteuer mittelfristig unabhängiger machen.
  • Freifinanzierte Stellen und Fördervereine sollten von unserer Kirche gezielt finanziell und strukturell unterstützt und nicht behindert werden.

 

4. Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie auf der Seite der Armen steht. Kirche ist immer Kirche für andere (vgl. Bonhoeffer). Aufgrund dieser Definition muss die Kirche sich immer fragen:

  • Versperrt unser Reichtum die Hinwendung zu den Armen?
  • Geht es uns mehr um die Sicherung von Gebäuden und Pensionen als um’s Dasein für andere?
  • Macht uns der Besitz von Immobilien immobil?
  • Dient unser Reichtum wirklich dem Bau des Reiches Gottes?

 

5. Jesus sagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Die Kirche ist dann zur Dienerin des Mammon geworden,

  • wenn sie durch und wegen der Kirchensteuer zum behördlichen Beamtenapparat mutiert ist,
  • wenn sie aus Angst vor Kirchenaustritten eine profilierte Stellungnahme zu gesellschaftlichen und ethischen Fragen verweigert,
  • wenn das Argument der Finanzen das theologische und geistliche Argument ersetzt,
  • wenn durch finanzielle Entscheidungen Gemeindewachstum behindert und nicht gefördert wird,
  • wenn durch das bestehende Gehaltsgefüge innerhalb der Kirche bestimmte Berufsgruppen benachteiligt werden.

 

Es gilt für uns persönlich und für unsere Kirche, wach zu sein und wach zu werden und alles zu tun, damit wir Gott dienen und nicht dem Mammon.
(Der Leitungskreis von Kirche für morgen)

Weitere Anregungen zum Thema Finanzen finden Sie in unserem Zitronenfalter unter folgendem Link: „Vergeld´s Gott“
und auf unserer Homepage in der Rubrik Geld in der Kirche.