Geld in der Kirche

geld-kircheUmdenken!

Alternativen zum kirchlichen Finanzkonzept

Kirchliche Finanzen gehen zurück. Kirche für morgen hat erste Alternativen zum bisherigen Finanzkonzept der Kirche entwickelt.

Die jetzige Spardebatte ist wohl erst der Anfang einer noch größeren Sparwelle. Das Kirchensteuer-Aufkommen und die Anzahl der Kirchensteuerzahler werden weiter sinken. Deshalb müssen jetzt Schritte eingeleitet werden, um neben der Kirchensteuer weitere Finanzierungssäulen aufzubauen. Die Spardiskussion, wie sie geführt wird, ist Zeichen einer Krise, die auf mehr als nur ein finanzielles Dilemma hinweist. Der Diskussion fehlt die Zielorientierung, eine Vision von Kirche.

Leitlinien

  • Gemeinde wird nicht durch Finanzen gebaut, sondern durch den Herrn der Kirche. Jedes Finanzkonzept muss sich daran messen lassen, ob es dem Geist, der Kirche bauen will, Raum gibt.
  • Ein grundlegendes Umdenken ist notwendig: neben bestehenden Zuweisungen von oben gilt es die Finanzkräfte von unten zu fördern und so neue Anreizsysteme zu schaffen.
  • Die größten Ressourcen der Gemeinden liegen im Potential und den Begabungen der Gemeindeglieder. Personalstellen müssen dem Erschließen dieser Ressourcen dienen.
  • Die Spendenbereitschaft der Gemeinden ist enorm, wenn es um Projekte und Stellen vor Ort geht.
  • Es braucht umfassende finanzielle Transparenz. Alle Personalkosten einschließlich der Pfarrstellen müssen im Budget einer Gemeinde auftauchen.

Die Gemeinden entscheiden lassen

Jede Gemeinde erhält pro Gemeindeglied ein bestimmtes Budget, das alle Personalkosten einschließt. Die Gemeinde entscheidet, wofür es eingesetzt wird.

Beispiele: Eine Gemeinde kann den Mesnerdienst ehrenamtlich leisten, will dafür aber eine/n Mitarbeiter/in für Jugendarbeit anstellen.. Eine andre Gemeinde entscheidet sich auf einen Teil der ihr zustehenden Pfarrstelle zu verzichten und finanziert damit z.B. eine halbe Diakonenstelle.

Fördervereine unterstützen

Rechtliche Hindernisse werden beseitigt, Beratung bei der Gründung wird zum Standard. Ein „Genossenschaftsmodell“ ermöglicht eine wechselseitige Absicherung.

Beispiele: In jedem Kirchenbezirk gibt es eine Anlaufstelle, die Gemeinden bei der Gründung von Fördervereinen unterstützt. Viele Fördervereine können für eine Stelle die nötigen Spender finden. Schwieriger ist es mit den Rücklagen für eine langfristige Anstellung. Die Landeskirche stellt in der Form einer „Rückversicherung“ solche Rücklagen zur Verfügung.

Spendenbereitschaft gezielt fördern: 1-€-Modell

Schrittweise wird ein Konzept umgesetzt, das in der Entwicklungspolitik erfolgreich praktiziert wird: Jeder in den Gemeinden gespendete Euro wird aus Kirchensteuermitteln verdoppelt. Die Finanzierung erfolgt durch eine Reduzierung der bisherigen Zuweisungen.

Beispiele: Anstellungen werden schrittweise reduziert. Jede Gemeinde bekommt damit eine kleinere personelle Basisversorgung. Die Gemeinden entscheiden, ob sie diese durch Spenden aufstocken. Das wird ihnen erleichtert, indem jeder Spenden-Euro aus Kirchensteuermitteln verdoppelt wird. Ein Finanzausgleich schafft für finanzschwache Regionen und Gemeinden günstigere Bedingungen.

Mitdenken erwünscht

Natürlich können bestehende Verträge nicht ignoriert werden. Ein Umsteuern ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Aber nur im bestehenden System weiterzudenken führt in eine Abwärtsspirale, die entmutigt. Neue Kräfte und eine neue Vision von Kirche können auch durch neue Finanzkonzepte mobilisiert werden.

 

Weitere Informationen in unserem Statement zur Kirchensteuer.