Stellungnahme zum Wahlausgang

Für die Reforminitiative „Kirche für morgen“ ist das Wahlergebnis enttäuschend. Nach dem großen Erfolg bei der letzten Wahl 2007 mit 7 Sitzen haben wir in der neuen Synode nur 5 Sitze.

Besonders bedauerlich dabei ist, dass keiner unserer Pfarrer und keine unserer Kandidatinnen es in die Synode geschafft hat. Wir hatten gehofft und geglaubt, wir könnten die Anzahl unserer Sitze weiter ausbauen.
Das ist uns leider nicht gelungen, obwohl wir den Eindruck haben, dass wir wichtige Themen wie die Frage der Beteiligungskirche und der Lebensweltgemeinden eingebracht haben. Auch haben – das zeigt auch die Wahlbeteiligung – die Jungen vermutlich nicht in dem Maße gewählt, wie wir uns das erhofft hatten. Die großen Gruppierungen haben gewonnen oder sind stabil geblieben. Die kleineren haben verloren.

Zwei Gründe könnten dabei ausschlaggebend gewesen sein:

1) Vor allem das Thema der unterschiedlichen Lebensformen hat polarisierend gewirkt. Dadurch haben sich Lager gebildet und wir hatten dabei bewusst eine vermittelnde Position eingenommen.  Vermutlich haben die Wähler aber sich eher den beiden Lagern zugeordnet.

2)  Die Wahl wird immer mehr eine „Parteien“wahl und tendiert – da Personen gewählt werden – letztlich zu einem Zwei-Parteiensystem. D.h. kleinere Gruppierungen werden dabei benachteiligt. Wir haben mit  11,7% aller abgegebenen Stimmen nur 5,7% der Sitze erreicht. Hier gilt es aus unserer Sicht über das Wahlsystem nachzudenken.

Wir danken allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihr großes Engagement, allen, die bei der Wahl geholfen haben, für ihren Einsatz und all unseren Wählerinnen und Wählern. Insgesamt hoffen wir auch in der nächsten Synode auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Gruppierungen und mit dem Oberkirchenrat, dass weiterhin Reformen in unserer Kirche in Angriff genommen werden.
Friedemann Stöffler, Vorsitzender Kirche für morgen
02.12.2013