Newsletter Synode März 2012

Senkung des Wahlalters auf 14 Jahre mit knapper Mehrheit erreicht

„Wir trauen Jugendlichen zu, dass sie verantwortlich in Kirchengemeinden mitarbeiten und dass sie ein Patenamt übernehmen, dann können sie auch wählen und sich an den demokratischen Prozessen unserer Kirche beteiligen.“ – so Angela Schwarz.

Die Gruppierung „Kirche für morgen“ beantragte im Rahmen der Überprüfung der Wahlordnung die Herabsetzung des Wahlalters. Die Annahme dieses Antrages ist ein weiterer Erfolg für Kirche für morgen.

Kirche für morgen will Unterschriftenaktion für die Finanztransaktionssteuer

Die Jugendsynodale Stephanie Klumpp beantragte eine Unterschriftenaktion für die Finanztransaktionssteuer. „Die evangelische Landeskirche würde damit ihrer Verantwortung gegenüber der Armut in der Gesellschaft gerecht werden. Die klare Unterstützung dieser Steuer würde die Erklärung der Landessynode zum Thema „Armut und Reichtum“ konkret werden lassen.“ – so Klumpp. Der Antrag wurde in den Finanzausschuss verwiesen.

Kirche für morgen fordert Hinwendung zu Älteren

„Hurra – wir werden älter!“ – Alte Menschen sind die zahlenmäßig stärkste Gruppe in der Landeskirche. Wie wird der demographische Wandel für unsere landeskirchliche Arbeit nutzbar gemacht? Wo können sich Seniorinnen und Senioren tatkräftig einbringen? Der Gesprächskreis Kirche für morgen fordert die Landeskirche auf, für eine größer werdende Personengruppe Initiativen und Beteiligungsmöglichkeiten zu entwickeln, um den Bereich der Altenarbeit in ein kirchliches Gesamtkonzept einzubinden.

Installierung von Gemeindeassistenten

Unser Antrag von 2010, der die Verbesserung der Ehrenamts-Förderung zum Inhalt hatte, wurde vom theologischen Ausschuss und dem Arbeitskreis Ehrenamt weiterbearbeitet und zu einem Folgeantrag (06 / 12 – Förderung des Ehrenamtes mit System) von der Synode verabschiedet. Zum dem 1. Januar 2012 wurde eine Projektstelle eingerichtet. Stelleninhaberin ist Frau Brunhilde Clauß. Von diesen erarbeiteten Angeboten, können und sollen die Gemeinden ab sofort regen Gebrauch machen.

Bericht vom Willow Creek-Leitungskongress

Der Willow Creek Leitungskongress in Stuttgart wurde kontrovers diskutiert. Inwieweit können Impulse der nordamerikanischen Bewegung im Württembergischen zur Ermutigung von Ehren- und Hauptamtlichen übernommen werden? Wo müssen wir uns gegen einen vermeintlichen Perfektionismus oder Machbarkeitswahn abgrenzen? Munzinger berichtet von guten Erfahrungen in der Dettinger Kinderkircharbeit nach dem Vorbild von Promiseland und von motivierenden Impulsen für die Mitarbeiterschulung. Für Reiner Klotz ist die Willow Creek-Bewegung Inspiration, Kraftquelle und Fortbildung. Deshalb spricht er sich getreu dem Motto „Prüfet alles, das Gute behaltet“ für einen angstfreien Umgang mit Willow Creek aus.

Sinus-Milieustudie für Württemberg vorgestellt

Am Freitag wurde vom OKR die begonnene Sinus-Milieustudie für Württemberg und ihre Chancen und Grenzen vorgestellt.

Synodaler Munzinger stellt fest, dass Kirche für morgen bereits 2001 die verschiedenen Milieus in unserer Kirche und Gesellschaft in den Blick genommen hat. Lobend stellt Munzinger heraus, dass Pfarrer/innen in ihrer täglichen Arbeit bereits milieuübergreifend arbeiten (in Konfi-Unterricht, Religionsunterricht, Kasualien). Eine weitere Beziehungsarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen ist aber aufgrund zeitlicher Begrenzung seiner Beobachtung nach nicht möglich. Matthias Böhler wies deutlich darauf hin, dass Milieuvermischung nicht möglich ist, und wir als Kirche bewusst Milieus überschreiten und zu einer Geh-Struktur kommen müssen. Das erfordert neue Bilder von Kirche, Gemeinde und Gottesdienst.

Markus Munzinger stellte dem Oberkirchenrat in diesem Zusammenhang die Gretchenfrage: „Willst du das auch wirklich, Oberkirchenrat?“ Der Oberkirchenrat bejahte die Frage deutlich. Die Orientierung an Milieus ist damit eine der Grundlagen für neues missionarisches Handeln.

Synoden-Telegramm:

* Markus Brenner berichtete von der Begegnungstagung für europäisch-evangelische Synodale in Bad Boll. * Markus Brenner fordert die Anschaffung von PA-Anlagen. Durch Umbaumaßnahmen in Kirchen und finanziellen Mitteln aus dem Ausgleichstock können Bands, Singteams und Gottesdienstgestalter/innen unterstützt und dieser Antrag im -Finanzausschuss bearbeitet werden. * Jugendsynodale Stephanie Klumpp beantragt die Erstellung einer Ideen-  und Erfahrungssammlung von bisherigen Gottesdiensten außerhalb von Kirchenmauern. * Die Synode ermöglicht in Zukunft das Gedenken an die Verfolgung von Christen in Gottesdiensten zu zwei Anlässen: dem Sonntag Remiscere und dem Stefanustag (2. Weihnachtsfeiertag) * Landesbischof July gedenkt in seiner Fürbitte aller Menschen in Syrien die ihres Glaubens wegen verfolgt werden. * Im Zusammenhang mit der Neugliederung des Haushaltsplans mahnte Gesprächskreisleiter Munzinger an, dass man sich nun auch auf die gemeinsame zu verfolgende Strategie für die Landeskirche einigen müsse. * Katholisches Prinzip beim EKD Pfarrerdienstrecht? „Wir machen eine Käseglocke drüber und drunter macht jeder was er will?“ (Zitat Munzinger). Synodaler Kern benennt für die lebendige Gemeinde 10 Anfragen an den Gesetzesentwurf

Die 14. Württembergische evangelische Landessynode traf sich zu Ihrer Frühjahrstagung vom 8. bis 10. März im Gästezentrum „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd.

Weitere Informationen zur Tagung sind unter www.elk-wue.de zu finden.

Kerstin U. Schmidt

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