Newsletter Herbstsynode 2018

Newsletter Herbstsynode 2018:

Vom 26.-29. November fand die Herbsttagung der Synode der Württembergischen Evangelischen Kirche statt. Die Delegierten tagten im Hospitalhof in Stuttgart.

Götz Kanzleiter, Kai Münzing, Willi Beck, Peter Schmidt, Martin Allmendinger, Matthias Böhler und Tobi Wörner sind die Synodalvertreter des Gesprächskreises „Kirche für morgen“ und geben hier ihre Eindrücke und Beiträge wider.

 

Übersicht der Themen dieses Newsletters

  1. Gott macht neu – Kirche für morgen gestaltet den Eröffnungsgottesdienst
  2. Strategische Planung legt Ziele fest
  3. PfarrPlan 2024 – eine geistliche Herausforderung und Chance!
  4. Projekt kirchliche Strukturen 2024 plus
  5. Haushalt
  6. Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlich Liebender
  7. Bericht über Verfolgungssituationen in Syrien, im Libanon in Nigeria und im Irak

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1. Gott macht neu – Kirche für morgen gestaltet den Eröffnungsgottesdienst

Der Auftakt der Herbstsynode lag diesmal in frischer Zitronenhand. Die Synodalen von Kirche für morgen waren an der Reihe für die Gestaltung des Start-Gottesdienstes am Montagmorgen in der Hospitalkirche.

Liturg Matthias Böhler führte souverän und berührend durch den Gottesdienst. Die Band aus dem Jesustreff um Mateo Weida kam mit der total schwierigen Akustik in der Kirche zurecht und nahm uns mit in den Lobpreis. Götz Kanzleiter las die Schrift, an der Orgel spielten gesprächskreisübergreifend Ehepaar Mörk vierhändig. Martin formulierte treffende Fürbitten zum Thema des neuschaffenden Gottes. Tobi Wörner predigte über Jesaja 65, 17+18 – und sprach über persönliche Erneuerung. Neben vielen sehr positiven Rückmeldungen zitierten einige Synodale in den Wortmeldungen unsere Gottesdienst-Inhalte und auch der Landesbischof hat die Kernaussage der Predigt in seiner strategischen Planung aufgegriffen…

Spannend bleibt: Wir sind einen vermittelnden Weg gegangen mit traditionellen Elementen – und unserem Kirche für morgen-Stil. Trotzdem kommt in manchem Feedback aber auch ein sehr starres Gottesdienstverständnis zum Vorschein. Umso besser, dass wir als Auftakt der Herbstsynode diese geistliche Inspirationskraft und das Ermutigungszeugnis mit der Synode teilen konnten! Unter dem Link ist ab Sonntag eine gekürzte Fassung zu finden

Tobi Wörner

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2. Strategische Planung legt Ziele fest

Direktor bringt zugleich Ruhe und Dynamik in ins Geschehen

Die Strategische Planung wurde vom Direktor des Oberkirchenrats und dem Landesbischof vorgestellt. Die Synodalen von Kirche für morgen zollten dem Bericht Anerkennung, da spürbar wurde, dass die Schwerpunkte intensiv weiterentwickelt und straff umgesetzt wurden.

Insbesondere der Vortrag des Direktors, der – ohne atemlos zu werden – geradezu durch den Bericht sprintete, machte deutlich, dass mit Direktor Werner eine Persönlichkeit am Werk ist, die einerseits Ruhe in den Prozess bringt, andererseits fokussiert den Prozess an den wichtigen Stellen beschleunigt. Unser Synodaler Peter L. Schmidt verstärkte in seinem Votum einige der im Bericht angesprochenen Themen. Er hob hierbei u. a. die  ethischen Fragestellungen hervor, die sich aus der Digitalisierung ergeben, vor allem vor dem Hintergrund des verfassungsmäßig garantierten Persönlichkeitsrechts: „Die Kirche ist gut beraten, wenn sie sich an die Spitze der Ethik-Debatte setzt und nicht mit der Zahl und Finesse ihrer Apps glänzt, sondern mit dem, was das Evangelium im Kern ausmacht: die persönliche Zuwendung zum Menschen, zum Nächsten, so wie Gott sich uns persönlich zuwendet.“ Kritisch beurteilte er  den Umgang der Kirche mit der herrschenden Wohnungsnot. Er rief dazu auf, „solchen konkreten Notlagen mit konkretem Handeln abzuhelfen“, also leerstehende Immobilien Wohnungssuchenden anzubieten und in die Bebauung kircheneigener Grundstücke zu investieren.

Peter L. Schmidt

Unter diesem Link finden Sie den Bericht von Direktor Stefan Werner im Wortlaut.

Unter diesem Link  finden Sie die Präsentation zur Strategischen Planung.

Unter diesem Link finden Sie das Votum von Peter L. Schmidt im Wortlaut.

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3. PfarrPlan 2024 – eine geistliche Herausforderung und Chance!

Deutlich konnte man den Berichten zum Pfarrplan sowohl von Oberkirchenrat Wolfgang Traub als auch vom Vorsitzenden des Strukturausschusses, Matthias Hanßmann, entnehmen, dass es gerade keine Alternative zum Pfarrplan gibt. Nicht nur in den Gesprächskreisvoten, sondern auch in der synodalen Diskussion, wurde, trotz allem Verständnis, immer wieder die Reduktion von rund 13 % an Pfarrstellen beklagt. Die Kritik, was man alles hätte anders machen können oder noch berücksichtigen hätte müssen, ändert nichts daran, dass uns die zukünftige Mitgliederentwicklung, der demografische Wandel, die steigende Ruhestandsversorgung, heute unter Handlungsdruck setzen. Und so sieht Kirche für Morgen den PfarrPlan 2024.

Willi Beck

Unter diesem Link  finden Sie den Bericht  von Wolfgang Traub.

Unter diesem Link  finden Sie den Bericht von Matthias Hanßmann.

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4. Projekt kirchliche Strukturen 2024 plus – TOP 1 bei der Herbstsynode

Kirche braucht Veränderung- Stärkung der mittleren Ebene erzeugt Ängste

Das  Projekt „Kirchliche Strukturen 2024Plus“ beschäftigt sich mit zukunftsfähigen Strukturen für die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Dabei sind Entlastung des Pfarramts, Nutzung vielfältigster Fachkompetenzen, Förderung des Ehrenamts nur wenige Stichworte, die im „Projekt kirchliche Strukturen 2024 plus“ besonders in den Fokus kommen. Vor allem in der kirchlichen Verwaltung braucht es dazu einen hohen Veränderungsbedarf. Die erste Maßnahme sieht vor, die mittlere Verwaltungseben zu stärken. Trotzdem muss in jedem Fall das örtliche Gesicht von Kirche in geeigneter Weise erhalten bleiben. Dafür wollen wir uns engagieren und in besonderer Weise Präsenz zeigen.

Nähere Einzelheiten sind in den Berichten nachzulesen.

Martin Allmendinger

Unter diesem Link  finden Sie den Bericht von Elke Dangelmaier-Vinçonim Wortlaut.

Unter diesem Link finden Sie den Bericht von Direktor Stefan Werner im Wortlaut.

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5. Haushalt – Kirche für morgen bemängelt die einseitige Geldflut in vorhandene Strukturen und den mangelnden Mut neue Wege gehen zu wollen!

Kai Münzing dankt in seinem Votum im Namen von Kirche für morgen den Kirchensteuerzahlern. Gleichzeitig entschuldigt er sich bei alldenjenigen, die wir trotz größter Anstrengungen und vorliegender Erkenntnisse aus KMU 5 und diverser Milieustudien nicht erreichen oder die laut eigener Aussage keine Heimat in unseren Gemeinden finden.
Er begann sein Votum im Namen von Kirche für morgen mit Fragen an die gemeinsame Kirchenleitung von Synode und Oberkirchenrat.

Glauben wir wirklich,

  • dass strukturell nachhaltiges, verantwortliches Handeln damit vereinbar ist, dass es nach wie vor Kirchenbezirke gibt, die die Mittel für innovatives Handeln pro Kopf in Tranchen zu 72 Cent verteilen?
  • dass strukturell nachhaltiges, verantwortliches Handeln damit vereinbar ist, dass in einem anderen Falle die Mittel zur Stimmbildung des dortigen Chores verwendet werden?
  • dass strukturell nachhaltiges, verantwortliches Handeln damit vereinbar ist, dass die Sondermittel für Strukturanpassung, in der Regel zur Konsolidierung der Haushalte und somit zur Fortführung des aktuellen Bedarfs, der aktuellen Strukturen eingesetzt werden?
  • dass das jährliche Erhöhen des Ausgleichsstocks und die damit verbundenen Ertüchtigungen unserer kirchlichen Gebäude die Tendenz des Mitgliederschwunds aufhalten wird?

 

Wissen wir denn nicht,

  • dass durch das Festhalten an vorhandenen Strukturen Dauerfinanzierungsanteile Kirche vor Ort erdrücken werden und damit Neues, Aufkeimendes keine Luft zum Atmen und somit zum Entfalten finden wird?

Er erinnert an die vielen Vorstöße des Gesprächskreis von Kirche für morgen unter anderem durch die Gründung eines Fonds für die Forderung von überparochialen Initiativen sowie weiteren Aufbrüchen, die bis dato an den Mehrheitsverhältnissen innerhalb der Synode gescheitert sind.

Im Namen von Kirche von morgen fordert er unter anderem,

  • Eine Kultur der Mixed Economy
  • Eine mutige Haltung sich Neuem zu öffnen
  • Eine Aufbruchsstimmung die von der christlichen Hoffnung getragen und geprägt ist
  • Eine Umkehr, weg von der mangelorientierten Diskussionskultur, hin zu der Ergreifung von Chancen und Potentialen

Kai Münzing

Unter diesem Link finden Sie das Votum von Kai Münzing im Wortlaut.

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6. Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlich Liebenden

Landesbischof July hat einen neuen Gesetzentwurf in die Landessynode eingebracht, der eine öffentliche Segnung von homosexuellen Paaren in der Landeskirche ermöglichen soll. Nachdem ein erster Entwurf im Herbst 2017 an eine 2/3 Mehrheit gescheitert war, wurde in einer Arbeitsgruppe die Möglichkeit eines Kompromisses ausgelotet.

Dem neuen Entwurf ist eine Präambel vorangestellt, die, ganz im Sinne von Kirche für morgen festhält, dass es in unserer Kirche unterschiedliche Positionen zum Umgang mit gelebter Homosexualität gibt, wir dies wechselseitig anerkennen und dabei die Einheit der Kirche im Mittelpunkt steht. Neu ist außerdem, dass ein öffentlicher Segnungsgottesdienst über eine örtliche Gottesdienstordnung geregelt werden soll und die Initiative dafür vom Oberkirchenrat ausgehen muss.

Das Gesetz wurde zur Beratung in die Fachausschüsse verwiesen. Für die weiteren Beratungen stellte Matthias Böhler klar, dass für Kirche für morgen alle Anstrengungen um den gemeinsamen Weg oberste Priorität hat.

„Wir denken, dass dieser gemeinsame Weg, der unterschiedliche Positionen stehen lässt und dadurch nach keiner Seite die Tür verschließt, der einzige mögliche Weg ist, den die Landeskirche gehen kann, wenn sie überhaupt vorwärtskommen will. Wir sind der Meinung, dass das Prinzip der kleinen Schritte uns an dieser Stelle weiter bringt als die Totalverweigerung- und dafür möchten wir im Blick auf die Beratungen des Gesetzes in den Fachausschüssen werben.“

Matthias Böhler

Unter diesem Link finden Sie die Einbringung von Landesbischof Dr. h c. Frank Otfried July im Wortlaut.

Unter diesem Link  finden Sie den Entwurf des Oberkirchenrats im Wortlaut.

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7. Blick über unseren württembergischen Kirchenhorizont

Bericht über Verfolgungssituationen in Syrien, im Libanon in Nigeria und im Irak

Alle zwei Sekunden wird im Schnitt jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen. 52 Prozent der 68,5 Millionen Flüchtlinge weltweit sind Kinder unter 18 Jahren. Mit diesen bedrückenden Zahlen begann Kirchenrat Klaus Rieth seinen Bericht über die Verfolgungssituationen auf der Welt. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Lage der Christinnen und Christen in Nigeria. Die württembergische Landeskirche unterstützt die Menschen in Nigeria über ihre Partner, etwa den CVJM, die nigerianische Lutherische Kirche oder die Hilfsorganisation „Symbols of Hope“, für die im Eröffnungsgottesdienst der Synodaltagung gesammelt wurde. Ein Schwerpunkt der finanziellen landeskirchlichen Hilfe gilt den Christinnen und Christen im Nahen Osten. Im Irak unterstützt die Landeskirche etwa den Wideraufbau von Häusern und Kirchen, Traumabehandlung sowie Projekte zur Existenzgründung. In Syrien gehen Gelder an eine Grundschule für Flüchtlingskinder im sogenannten Tal der Christen.

Götz Kanzleiter

Unter diesem Link  finden Sie den Bericht von Kirchenrat Klaus Rieth im Wortlaut.

 

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Weitere Dokumente zur Herbstsynode finden Sie auf der Homepage der Landeskirche.