Newsletter Herbstssynode 2014

Auf der Synode gab es unter anderem ein Treffen unserer Synodalen mit dem Leitungskreis.
Was unsere Synodalen sonst noch bewegt hat…

Zuwahl von kompetenten Fachleuten

Synodale Nov 2014Nun sind es sechs Zitronen, die in der Synode mitwirken. Mit der Zuwahl des Juristen Peter L. Schmidt wächst die Fraktion Kirche für morgen und kann sich damit noch besser in die Arbeit einbringen. Peter wurde zusammen mit der Rechtsanwältin Sabine Foth (OK) durch die Synode selbst zugewählt; dieses Recht der Zuwahl (von bis zu acht weiteren Synodalen) hat die Synode gemäß § 4 Abs.4 S.1 des württembergischen Kirchenverfassungsgesetzes.
Gleichzeitig wurden Günter Blatz (LG) in den Theologischen Ausschuss zugewählt und Marina Walz-Hildenbrand (OK) in den Ausschuss für Diakonie. Die Synode will durch die Wahrnehmung ihres Rechts auf Zuwahl ihre Kompetenzen stärken, insbesondere im juristischen Bereich.
(auf dem Bild von li. nach re.: Matthias Böhler, Kai Münzing, Martin Allmendinger, Willi Beck, Götz Kanzleiter, Peter L. Schmidt)

 

Bischofsbericht zum Thema  „Nach Gottes Bild geschaffen“

Anlässlich des aktuellen Themenjahres „Reformation – Bild und Bibel“ sprach Landesbischof Dr. Frank Otfried July in seinem diesjährigen Bischofsbericht darüber, wie stark Bilder wirken. Dabei stellte er aktuelle Schreckensbilder von Flucht und Zerstörung vor Augen. Bilder, die täglich in den Medien auftauchen und die nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Aber Bischof July lenkte den Blick auch auf die Wirkung von positiv prägenden biblischen Bildern. Er ließ dabei erkennen, wie bedeutungsvoll es ist, sich diesen Bildern auszusetzen.
In vielen Voten aus allen Gesprächskreisen wurden die Bischofsworte gewürdigt. Im B-Teil seines Berichtes sprach der Bischof aktuelle Fragestellungen an. So kam die gesamte Flüchtlingsproblematik zur Sprache, sowie das Thema Sterbehilfe und Sterbebegleitung. Darauf ging besonders Martin Allmendinger in seinem Gesprächskreisvotum ein.
Auch die Erkenntnisse der SINUS Milieustudie, seien beim Thema Bilder zu berücksichtigen, so Willi Beck. Welche Bilder überzeugen Menschen unterschiedlicher Milieus, wie Expeditive, Hedonisten oder Adaptiv-Pragmaische? Es gilt darüber nachzudenken, wie unterschiedlich Bilder in den jeweiligen Milieus verstanden werden – und ob sie überhaupt verstanden werden. Wie kann das Bild des Gekreuzigten und Auferstandenen dort verständlich zur Darstellung kommen? Bilder, die für die einen zum geistlichen Kick werden, lösen bei anderen Ablehnungsreaktionen aus. Wir sollten daran arbeiten, wie Bilder in den unterschiedlichsten Milieus dazu dienen können „Christus zu treiben“, wie Luther es formulierte.
Als reformatorische Kirche stehen wir vor der Herausforderung, die reformatorische Frage zu stellen: Wie kann das Bild zur Glaubenshilfe und zur Glaubensstärkung dienen? Wie kann es zum Wachsen von Kirche verhelfen? 18Jährige haben in ihrem bisherigen Leben 180.000 Werbespots gesehen. Das hat Auswirkungen darauf, inwiefern sie Botschaften als überzeugende Wahrheit erleben. Und das gilt auch für die Präsentation des Evangeliums. Für diese 18jährigen müssen wir dabei Bilder verwenden, die für sie plausibel und lebensrelevant erscheinen.
Gesprächskreisvotum von Kirche für morgen zum Bischofsbericht

 

Sterbebegleitung und Sterbehilfe

Im Rahmen der aktuellen Stunde, wurde die aktuelle politische Diskussion zum Thema Sterbehilfe und Sterbebegleitung aufgenommen.
Martin Allmendinger macht deutlich, wie wichtig eine würdevolle Form des Sterbens ist. Er betont, dass die diakonische Zuwendung für Leidende, für die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen eine zentrale Botschaft unseres Evangeliums darstellt. Letztlich ist es eine persönliche, ethische und moralische Entscheidung ob Sterbehilfe eine letzte Möglichkeit darstellt.
Eine allgemeinverbindliche Legitimierung der Sterbehilfe sehen wir allerdings auch im Hinblick auf unsere deutsche Geschichte (Stichwort Euthanasie) nicht!
Entscheidend sei bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema, trotz allem, die Selbstbestimmung am Lebensende. Deshalb fordert Allmendinger dazu auf, sich mit der Frage einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung persönlich auseinanderzusetzen und nicht den Nachgeborenen die Entscheidung zum Umgang mit mir, als dem Sterbenden, zu überlassen.

 

Personalstrukturplanung Religionspädagogen/-innen (PSP RelPäd 2014) durch den Finanzausschuss

Kai Münzing gibt in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender den Bericht zur PSP RelPäd ab. In einem abschließenden persönlichen Statement stellt er den Arbeitstitel „kostenorientierte Mindestversorgung des Unterrichts“ deutlich in Frage. Wie sollen kirchliche Mitarbeiter, die in ihrem Beruf  junge Menschen vom Evangelium begeistern sollen, dies unter einem solchen Arbeitstitel erfolgreich leisten? Persönlich setzte er sich im Finanzausschuss dafür ein, dass durch die Verdoppelung der religionspädagogischen Stellen auch weiterhin eine flächendeckende und Milieu übergreifende Verkündigung des Evangeliums gewährleistet werden kann.

 

Wenn es ums Geld geht…

Wie so oft in unserer Kirche, der Bericht des Finanzdezernenten ist der längste und komplizierteste Bericht der Herbstsynode. Matthias Böhler spitzt in seinem Gesprächskreisvotum deutlich zu. Mit Blick auf die deutliche Erhöhung der Mittel für die Flüchtlingshilfe stellt er fest, dass es leicht fällt großzügig zu geben, wenn man selbst mehr als genug hat. „Herausfordernd ist doch großzügig zu bleiben, wenn man sich selbst einschränken muss.“ Die Frage ist, welche Mechanismen wir im Haushaltsgesetz brauchen um auch dann etwas zu geben, wenn wir selbst sparen müssen.
Außerdem setze sich der Gesprächskreis Kirche für morgen dafür ein, sich als Kirche beim Reformationsjubiläum 2017 nicht nur selbst zu feiern, sondern möglichst vielen Menschen dabei die „lebensbejahende Botschaft“ von Jesus Christus nahezubringen.
Gesprächskreisvotum von Kirche für morgen zum Haushaltsplan 2015

 

Flüchtlinge im Land – Kirche für morgen unterstützt die Schaffung von 12 Diakonenstellen für die Begleitung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit

Über 2,1 Millionen Euro zusätzlich für die Flüchtlingsarbeit. 1 € pro Kirchenmitglied, das sind übrigens ca. 0,3% vom Gesamthaushalt.
Unsere Landeskirche tut was.
Auf dem Flüchtlingsgipfel mit Ministerpräsident Kretschmann war die Landeskirche präsent und hat mit klaren finanziellen Zusagen Pflöcke eingeschlagen. Über das Diakonische Werk in Württemberg wurden spezielle Flüchtlingsdiakonate eingerichtet, eine qualitativ hervorragende Broschüre „Flüchtlinge willkommen heißen“ wurde erstellt und rechtzeitig zur Verteilung gebracht.  Oberkirchenrat Kaufmann stellt in seinem Bericht das Konzept der Schaffung von 12 neuen Diakonenstellen für die Flüchtlingsarbeit vor. Nun geht es darum, dass unsere Maßnahmen nachhaltig Wirkung zeigen. Dazu braucht es an vielen Orten viele konkrete Schritte; Runde Tische, Arbeitskreise, Netzwerke, Studientage, in den Kommunen, im Zusammenwirken von Verwaltung, Kirchen und Vereinen.

 

Und Sie bewegt sich doch…

Die Strukturen und Rahmenbedingungen unserer Kirche stehen auf der Prüfstand. Der Sonderausschuss hat die Arbeit aufgenommen. Wir werden über die kommenden Entwicklungen berichten.