Unser Synodaler für den Wahlbezirk 5 Esslingen
Martin Allmendinger
Mitglied im Diakonieausschuss und Landeskirchenausschuss
Tiefe Wurzeln in der schwäbisch pietistischen Fildererde. Ganz in der Nähe des Klosterhofs in Denkendorf zu Hause. Dort entdecke ich immer wieder interessante Aspekte des Glaubens und des Lebens, bei den Chorherren zum Heiligen Grab, bei Johann–Albrecht Bengel, im CVJM und in der Kirchengemeinde. Deshalb bin ich aber auch gerne bereit mich neuen Herausforderungen zu stellen. Als Diakon in der Seelsorge in Senioreneinrichtungen, Pflegeheimen und bei Krankenpflegevereinen im Besuchsdienst im Kirchenbezirk Esslingen unterwegs. Nach 40 Jahren in der Jugendarbeit im Ehren- und im Hauptamt finde ich in der Arbeit mit Betagten, Hochbetagten und Pflegebedürftigen eine neue diakonische Tätigkeit. Diese Aufgabe ermöglicht mir, mich mit meiner eigenen biographischen Veränderung aktiv auseinander zu setzen und meinen Blick auf den Lebensabend und das Lebensende zu richten. Meine Arbeit als Diakon ist außerdem geprägt durch vielfältige Erfahrungen als Supervisor, Bibliodramaleiter und als Spiritual. Gerade in der geistlichen Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen sehe ich eine große Herausforderung und eine riesige Chance für die Kirche der Zukunft.
Warum ich bei Kirche für morgen dabei bin …
Glaube und Leben gehören untrennbar zusammen. Deshalb ist Diakonie für mich gelebter Glaube und ein elementarer Lebensvollzug einer vom Leben durchdrungenen Kirche. In der gemeindenahen Diakonie öffnet sich die christliche Gemeinde weit für benachteiligte und bedürftige Menschen. Einzelne und Gruppen wenden sich in liebender Zuwendung nach dem Beispiel Jesu in Matthäus 25, Armen, Kranken, Einsamen, Gefangenen und Fremden zu. Die Zukunft unserer Kirche hängt wesentlich ab von der Beteiligungsmöglichkeit ihrer Mitglieder und der Integrationsfähigkeit solcher Menschen die an der frohen Botschaft von Jesus Christus Interesse haben. Gott lädt Menschen in einer ungeheuer offenen, gastfreundlichen Weise zu sich ein und liebt Jede und Jeden ohne Vorbedingungen. In dem Satz "Ehrung geht vor Bekehrung" liegt für mich die Zukunft unserer Kirche. Bei Kirche für morgen erlebe ich Geschwisterlichkeit, Kritikfähigkeit, Kreativität, Streitkultur und geistliche Perspektiven wie sonst an keiner Stelle innerhalb unserer Kirche. Weil ich neue Aufbrüche, neues Wachstum, phantasievolles Mitgestalten in unserer Kirche sehen, fördern und voranbringen möchte, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mich bei Kirche für morgen zu engagieren.
Was ich in der Synode erreichen will
Mit den rückläufigen Mitgliederzahlen in unseren Kirchengemeinden will ich mich nicht abfinden. Nach zwölfjährigem Engagement als Kirchengemeinderat und einer Fülle von Erfahrungen in unterschiedlichen Gremien und Funktionen auf örtlicher Ebene, im Kirchenbezirk und auf Landesebene habe ich die Hoffnung für unsere Kirche noch nicht aufgegeben. Neue Strukturen, aktive Beteiligungsmöglichkeiten und das gelebte "Priestertum aller Gläubigen" müssen uns für die Zukunft fit machen. Weil der Geist Gottes uns lebendig macht und am Leben erhält, möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass unsere Kirche nicht in der allgemeinen Depression weitere Rückschritte erleidet. Allein "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht," Psalm 46,2+3a. Dies möchte ich festhalten und auf den Leuchter stellen. Deshalb will ich nicht einstimmen in das allgemeine Wehklagen und Jammern sondern gerne bereit sein auch weiterhin Verantwortung mit zu tragen in unserer Kirche, für eine Kirche für morgen.
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