Abendmahlsantrag
In die Frühjahrs-Synode 2003 der württembergischen Landeskirche wurde der folgende Antrag von "Kirche für morgen" eingebracht – von Vertretern aller vier Gesprächskreise unterschrieben:„Der Oberkirchenrat wird gebeten, die theologischen Argumente zu prüfen und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beauftragung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zur Leitung von Abendmahlsfeiern im Hauskreis zu schaffen.
Dies soll in folgender Weise geschehen:
- Die Landeskirche beauftragt Hauskreisleiter auf Antrag mit der Leitung von Abendmahlfeiern in ihrem Hauskreis. Eine entsprechende Beauftragung wird durch den Ortspfarrer bzw. bei einem überörtlichen Hauskreis durch den zuständigen Dekan ausgesprochen und in geeigneter Weise bekannt gemacht.
- Voraussetzung für eine solche Beauftragung ist die Teilnahme an einem vorbereitenden Abendmahlskurs, der vom Amt für missionarische Dienste angeboten wird. Die Teilnahme und die Befähigung zur Leitung einer Abendmahlsfeier im Hauskreis wird durch ein Zertifikat bescheinigt. So könnte - wie in der Vereinbarung mit den Gemeinschaften - sichergestellt werden, „dass solche Abendmahlsfeiern durch entsprechend zugerüstete und beauftragte Mitarbeiter stiftungsgemäß und geordnet gehalten werden."
Wie ging es weiter?
Der Oberkirchenrat hat in seiner Stellungnahme klar zum Ausdruck gebracht, dass er nicht daran denkt, an der Ordnung etwas grundsätzlich zu ändern.
Wörtlich hat Oberkirchenrat Küenzlen folgendes gesagt: (siehe "Beraten und Beschlossen 3/2005)):
Das Amt für die öffentliche Wortverkündigung und die Sakramentsverwaltung in unserer Kirche ist das Pfarramt. (Beifall) Es wäre keine gute Praxis und keine gute Ordnung, wenn wir dieses Amt weiterhin filetieren und die Filetstücke – gerade die Filetstücke - auf alle möglichen Mitarbeiter in der Kirche verteilten. Ich denke, dass wir auf diesem Weg schon eher zu weit gegangen sind. Priestertum aller Gläubigen ist nicht das Pfarrertum aller Mitarbeiter."
Kirche für morgen hat in einem offenen Brief an OKR Küenzlen verschiedene Rückfragen gestellt und um Erläuterungen gebeten. Bis heute hat Kirche für morgen darauf keine Antwort bekommen. Den Brief können Sie hier nachlesen.