Gemeinde für morgen

Eine zukunftsfähige Gemeinde ist eines der Kernanliegen von Kirche für morgen. Interessantes zum Thema Parochie- und Lebensweltgemeinde finden Sie hier

Hier die Grundthesen unseres Gemeindepapiers.  Den vollständigen Text finden Sie im Zitronenfalter 3-2006 oder laden Sie sich das gesamte Papier als pdf-Datei auf Ihren PC.

1) Gemeinde ist gastfreundlich und einladend.
2) Gemeinde lebt gaben- und nicht aufgabenorientiert.
3) Gottesdienste: Gott in unserer Mitte feiern.
4)
Der Kirchengemeinderat leitet die Gemeinde und beteiligt sie.
5)
Pfarrerinnen und Pfarrer begleiten geistlich und beraten theologisch.
6)
Gemeindenahe Diakonie gewinnt Raum.
7)
Finanzielles Eigen-Engagement wird gefördert.
8)
Parochiegemeinden und Lebensweltsgemeinden sind gleichberechtigt.
9)
Kirche ist gelebte und erlebte Gemeinschaft unterschiedlich profilierter Gemeinden.
10)
Gemeinde setzt Zeichen im weltweiten Horizont.
Und jetzt?


1) Gemeinde ist gastfreundlich und einladend.
Gott hat Sehnsucht nach den Menschen. Davon ist die Gemeinde ergriffen. Sie bietet Lebensraum und Heimat, nicht nur einen Veranstaltungskalender. Ohne alles offen zu lassen ist sie offen für alle. Volkskirche kann sie sich erst dann nennen, wenn sich in ihr auch Fremde willkommen fühlen. Sie wirbt aktiv um Distanzierte und lädt sie zum Glauben an Jesus Christus ein. Mehr...

2) Gemeinde lebt gaben- und nicht aufgabenorientiert.
In der Gemeinde entdecken Menschen ihre von Gott geschenkten Talente. Dort können sie ihre Gaben entfalten und zum Lob Gottes und zum Dienst an andern einbringen. So wird die Vielfalt des Leibes Christi erlebt und sichtbar. Mehr...

3) Gottesdienste: Gott in unserer Mitte feiern.
Nicht der Pfarrer „hält“ einen Gottesdienst, sondern die Gemeinde gestaltet ihn. Viele sind daran beteiligt. Im Gottesdienst lädt Gott uns ein, fordert uns heraus, ermutigt und tröstet. Musik , Sprache, Form und Uhrzeit sind auf das Leben unterschiedlicher Menschen abgestimmt. Deshalb wird es eine Vielfalt von Gottesdienstformen geben. Mehr...

4) Der Kirchengemeinderat leitet die Gemeinde und beteiligt sie.
Die Gemeinde wird von gewählten Mitgliedern geleitet. Diese werden dafür motiviert und qualifiziert und tragen zusammen mit Pfarrer oder Pfarrerin Leitungsverantwortung. Bei regelmäßigen Gemeindeversammlungen und Mitarbeiterkonferenzen können alle mitentscheiden. Der Kirchengemeinderat ist für den Zielfindungsprozess und die Gemeindeentwicklung verantwortlich. Mehr...

5) Pfarrerinnen und Pfarrer begleiten geistlich und beraten theologisch
Die Gabenvielfalt einer Gemeinde braucht ein moderierendes, geistlich begleitendes und theologisch reflektierendes Amt. Pfarrerinnen und Pfarrer helfen in erster Linie dabei mit, dass Gemeinde als Leib Christ Wirklichkeit wird. Dafür werden sie von der Gemeinde freigestellt. Sie müssen nicht mehr für alles zuständig sein. Die Gemeinde wählt ihre Pfarrerinnen oder Pfarrer frei und direkt.
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 6) Gemeindenahe Diakonie gewinnt Raum
Christus macht Mut uns selbst zu vergessen und uns von innen nach außen zu wenden. Gemeinde sieht dabei nicht nur die aktuelle Not und Bedürftigkeit vieler Menschen in ihrem Umfeld, sondern auch ihr brachliegendes Potenzial. Sie praktiziert gemeindenahe Diakonie und ermöglicht Integration, konkrete Hilfe, Wertschätzung und Beteiligung. Wo professionelle Hilfe notwendig ist wird sie mit der Gemeinde vernetzt.
 
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 7) Finanzielles Eigen-Engagement wird gefördert
Die Gemeinde der Zukunft bekommt eine Zuweisung aus Kirchensteuermitteln, über die sie selbst verfügen kann – auch in Personalangelegenheiten. Sie entwickelt als zweite Säule daneben die selbstständige Beschaffung von Finanzen. Die Landeskirche würdigt dies, indem sie jeden selbst aufgebrachten Euro durch einen Euro aus Kirchensteuermitteln unterstützt. (siehe Impulspapier Finanzen)
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 8) Parochie- und Lebensweltsgemeinden sind gleichberechtigt
Im städtischen Bereich wird es neben den Ortsgemeinden verschiedene Lebenswelt- und Netzwerk- Gemeinden geben. Jugendliche finden Heimat in Jugendgemeinden (siehe Impulspapier „Jugendkirche“). In ländlichen Gebieten besteht die Herausforderung darin, diese Vielfalt in einer Gemeinde oder einem Distrikt zu ermöglichen. Auch Ortsgemeinden (Parochien) entwickeln ein spezielles Profil. Alle Gemeindeglieder wählen frei „ihre“ Gemeinde – ob Parochial- oder Lebensweltgemeinde - und entscheiden damit, wohin ihre Kirchensteuer fließt. (Näheres dazu hier). Nicht weniger, sondern mehr profilierte und überschaubare Gemeinden sind notwendig, um nahe bei den Menschen zu sein. Gemeindegründung in der Landeskirche wird gefördert. Auch charismatisch geprägte Gruppen haben Raum in unserer Kirche. (siehe Impulspapier„Ein Leib. Ein Geist. Ein Glaube.“)
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9) Kirche ist gelebte und erlebte Gemeinschaft unterschiedlich profilierter Gemeinden
Christus als Haupt der Gemeinde schafft Einheit in der Vielfalt. Kirchenleitung auf Bezirks- und Landesebene setzt nicht auf „Hierarchie“ (wörtlich: heilige Herrschaft), sondern ist vor allem Vernetzungsagentur. Sie vernetzt die unterschiedlich profilierten Gemeinden und fördert die Einheit. Jede Gemeinde mit eigenem Profil sieht sich als ein Teil des Leibes Christi und weiß, dass sie andere Gemeinden lebensnotwendig braucht. Vielfältige Frömmigkeitsstile, Glaubens- und Lebensformen werden nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung empfunden.
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10) Gemeinde setzt Zeichen im weltweiten Horizont
Gemeinde prägt als „Stadt auf dem Berg“ ihr Umfeld auch gesellschafts-politisch. Sie setzt Zeichen des kommenden Reich Gottes kommunal vor Ort, aber auch weltweit. Sie tut dies weniger durch Appelle als durch Modelle. Sie praktiziert in aktiver Partnerschaft ein Geben und Nehmen mit Christen aus jungen Kirchen und aus dem nicht-westlichen Kulturkreis. Mehr...

 Und jetzt?
Die Thesen und Impulse sind kein fertiges Konzept und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind keine Landkarte, aber Hinweisschilder, die in die Richtung einer zukunftsfähigen Kirche weisen. Die Thesen sollen Gespräche in den Gemeinden in Gang bringen und zu konkreten Schritten ermutigen. Alle Veränderungen dienen der Vision, in der heutigen Welt als Gemeinde Jesu Christi nahe bei den Menschen zu sein.