Redebeiträge zu den Synoden 2010

Sommersynode 2010

Gesprächskreisvotum Kirche für morgen
zum Beitrag von Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July vor der Synode am 15. Juli 2010

„Auf den Weg geschickt…“ – In der Fläche präsent bleiben und den Verkündigungsauftrag in Kirche und Gesellschaft gestalten

Sehr geehrter Herr Landesbischof,

sehr geehrte Präsidentin,

Hohe Synode,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

Klasse, dachte ich, als ich Ihren Bericht las, Herr Landesbischof. Klasse, wenn wir es schaffen, diese Impulse in unserer Kirche umzusetzen, dann sind wir um einiges weiter.

Dennoch: an zwei Stellen möchte ich einhaken und Sie zum Weiterdenken herausfordern.

Die Überschrift, die Sie gewählt haben, weckt in mir Widerspruch: In der Fläche präsent bleiben und den Verkündigungsauftrag in Kirche und Gesellschaft gestalten. „Präsent bleiben“, das ist doch eine große Illusion. Wir sind schon lange nicht mehr in der Fläche präsent. Weder geographisch noch gesellschaftlich. Nebenbei bemerkt: eine Fläche ist flach und nicht vielschichtig.

Sicher, wir haben das beste Filialnetz, das sich ein Unternehmen wünschen kann. Wenn es schon keinen Bäcker mehr im Ort gibt, die Kirche ist da. Aber nur weil sie da ist, ist sie nicht präsent. Ich will nicht schon wieder die Milieustudien bemühen, wir kennen sie und wissen, dass wir bei vielen Menschen in unserer Kirche nicht mehr präsent sind.

Ich lerne gerade viele junge Familien kennen. Ich gebe zu, eine gewisse Affinität zur Kirche ist noch vorhanden, denn sie lassen fast alle ihre Kinder taufen. Aber das wars dann. Religiöser Partyservice ja, aber mehr nicht. Kein Wunder. Wo sollen sie auch hin? Sie sagen, ich zitiere: Menschen identifizieren sich da mit Kirche, wo sie Vertrauen erfahren, wo sie ihren Platz finden, wo sie merken, ich kann mich einbringen, ich bin willkommen.

Aber wo sind sie willkommen in unserer Kirche? Im Jugendwerk haben sie keinen Platz mehr. Aber in der Gemeinde finden sie den auch nicht. Das kann uns doch nicht egal sein. Für andere in meinem Alter, die noch keine Kinder haben, ist die Kirche noch weiter weg. Sie brauchen die Kirche nicht.

Ich würde mir wünschen, dass wir unsere Energie und Liebe nicht nur für die verwenden, die schon da sind, sondern uns von Gottes Sehnsucht zu den Menschen herausfordern lassen und endlich neue Wege gehen. Wir, die wir in der Kirche Entscheidungen treffen, gehören fast alle zum traditionellen und bürgerlichen Milieu. Trotz aller Bemühungen tun wir uns schwer, andere Milieus zu erreichen.

Aber wir können Ressourcen und Freiräume zur Verfügung stellen, um Initiativen und Bewegungen, die Menschen aus anderen Milieus erreichen, darin zu unterstützen. Deshalb brauchen wir Wege, die weit über das hinausgehen, was Sie, Herr Landesbischof, in Ihrem Bericht skizzieren. In der Fläche präsent bleiben – sagen Sie. Ich meine es müsste heißen: Bei den Menschen präsent werden. Nicht bleiben, sondern werden. Nicht Fläche, sondern Menschen. Um Menschen geht es doch, oder?

Herr Landesbischof, Sie formulieren: den Verkündigungsauftrag in Kirche und Gesellschaft gestalten. Und dann sprechen Sie von den Mitarbeitenden, Sie sprechen von denjenigen, mit denen wir Gottesdienst feiern, sie sprechen von kirchlichen Strukturen und kirchlichen Gebäuden. Aber die Gesellschaft kommt in Ihrem Bericht gar nicht vor.

Kirche ist nicht Selbstzweck. Wir sind herausgefordert, die Kirche auch von der Gesellschaft her zu definieren. Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist – so Bonhoeffer.

Aber davor fürchten wir uns. Das würde nämlich einiges auf den Kopf stellen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Seit 10 Jahren fordert Kirche für Morgen die Gründung von Lebensweltgemeinden. Sechs Jahre hat es gedauert bis 2007 ein Antrag durchging, mit dem Ziel neue Gemeindeformen exemplarisch auszuprobieren. Eineinhalb Projektstellen wurden dafür reserviert. Heute – 2010 – machen wir immer noch an dem Thema rum. Immerhin: wir haben uns im Theologischen Ausschuss viele Gedanken darüber gemacht und wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die das Thema vorantreiben soll. Aber ich spüre hier mehr Angst etwas falsch zu machen, als den Mut Neues wirklich zu ermöglichen.

Schwerpunkte zu setzen, nicht in allen Gemeinden das gleiche Programm anzubieten, ist gut und richtig – und schon lange überfällig. Neue Gemeindeformen, die das Filialnetz ergänzen, braucht es dennoch. Weil wir Gemeinden brauchen, die von Menschen getragen werden, die in anderen Lebenswelten unterwegs sind und in anderen Netzwerken leben. Wir brauchen neue Gemeindeformen um der Menschen willen. Und es wird sie geben. Bald. Ich bin mir sicher.

Mich wundert auch, dass unser Schwerpunktthema „Arm und Reich“ keine Rolle in ihrem Bericht spielt. Ja, hat das denn keine Auswirkungen auf die Vision von Kirche bzw. vom Pfarrberuf? Ich denke z. B. an die Mega-Absicherung im Pfarrberuf. Wie passt das zusammen mit der Lebenssituation vieler Menschen in unserer Kirche und Gesellschaft, die davon nur träumen können?

Damit komme ich zu meinem zweiten Punkt:

2. Die Rolle der Pfarrerinnen und Pfarrer

Sie beginnen mit dem Pfarrdienst, weil Sie damit unterstreichen wollen, welch hohe Bedeutung er in und für unsere Kirche hat. Sie setzen damit eine klare Priorität. Sie sprechen davon, dass Pfarrerinnen und Pfarrer Raum und Zeit dafür haben sollen, Theologinnen und Seelsorger zu sein. Dass sie entlastet werden müssen von den vielen Anforderungen und Erwartungen, die an ihren Dient geknüpft sind. Das will ich doppelt unterstreichen. Wir brauchen sie, die Pfarrerinnen und Pfarrer in unserer Kirche. Sie tun einen sehr wichtigen Dienst.

Aber eine Schlüsselrolle haben sie nicht. Pfarrerinnen und Pfarrer gehen, die Gemeinde bleibt. Das Haupt der Gemeinde ist Christus. Wenn einer die Schlüsselfigur ist, dann er. Pfarrerinnen und Pfarrer sind Diener der Gemeinde, nicht ihre Chefs. Sie sind Trainerinnen und Trainer, sie sollen Gaben entdecken und Menschen dabei unterstützen, ihre Gaben zu entfalten und einzusetzen. Das allgemeine Priestertum aller Glaubenden soll durch das Pfarramt gefördert werden.

„Die Pfarrerin macht Lebenshilfe durch den christlichen Glauben erfahrbar.“ – sagen Sie. Das stimmt, aber die Pfarrerinnen und Pfarrer sind nicht die Stellvertreter der Gemeinde. Wenn christlicher Glaube im Alltag nicht gerade durch alle Christen als Lebenshilfe erfahrbar wird, haben wir verloren.

Mich wundert es deshalb nicht, dass Sie die Ehrenamtlichen nur mit einem Satz erwähnen. Wenn wir von Mitarbeitenden in unserer Kirche reden, müssten wir nicht mit ihnen anfangen? Die Gemeinde gibt es doch nicht, weil es Pfarrer gibt. Es gibt Pfarrerinnen und Pfarrer, weil es Gemeinden gibt, die Begleitung brauchen. Wenn Sie von Teamarbeit sprechen, beziehen Sie sich allein auf den Teamgeist unter Pfarrerinnen und Pfarrern, aber nicht auf die Mitarbeitenden in der Gemeinde. Das Bild des Pfarramts, das Sie skizzieren, Herr Landesbischof, atmet eine Amtsdenke, die dringend überwunden werden muss.

Wenn wir von unserer Nationalmannschaft eines lernen können, dann das. Teamgeist ist gefragt. Partnerschaftliche Zusammenarbeit, eine flache Hierarchie. Kein Top-Down-Prinzip wie es in unserer Kirche vorherrscht.

Wir sind durch und durch organisiert, strukturiert und verwaltet. Vielleicht sollten wir als Erstes Strukturen lockern und Bürokratie abbauen, damit sich Leben entfalten kann. Nun soll die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden gefördert werden. Und prompt braucht es eine Geschäftsordnung, die alles regelt.

Wie viele Initiativen vor Ort werden von der Kirche blockiert, obwohl sich Pfarrinnen und Kirchengemeinderat einig sind. Ich denke an eine Gemeinde, die ihre Gottesdienstordnung ändern wollte – ging nicht. Ist nicht vorgesehen. Also wirklich.

Auch hier geht eine große Angst um in unserer Kirche. Die Gemeinden könnten zu viel Freiheit bekommen. Zuviel Mitspracherecht. Was haben wir rumgemacht mit der Änderung des Pfarrstellenbesetzungsrechts. Wahlrecht ja, aber bitte nur ein bisschen. Im Grunde misstrauen wir doch der Kompetenz vor Ort.

Pfarrerinnen und Pfarrer sind wichtig für unsere Gemeinden. Sie sind die ausgebildeten Theologinnen und Theologen, die Seelsorgerinnen und Seelsorger. Sie brauchen Raum und Zeit, um Menschen für ihren Dienst in der Gemeinde und darüber hinaus zu befähigen und zu begleiten. Sie brauchen Zeit, um ihren Verkündigungsauftrag qualitativ gut zu versehen. Sie brauchen Zeit, um Neues ausprobieren zu können. Vor allem brauchen sie aber Motivation und inneres Feuer. Deshalb bräuchte es meines Erachtens auch die eine oder andere Lockerung im Pfarrdienst.

Was für die Gemeinden gilt, gilt auch für den Pfarrdienst. Auch Menschen im Pfarrdienst sind keine eierlegenden Wollmilchsäue. Wie viele Pfarrerinnen und Pfarrer tun sich z.B. schwer mit dem Konfi- oder Reliunterricht. Natürlich gehört das dazu. Aber es gibt nunmal Pfarrerinnen und Pfarrer die können nicht gut mit Jugendlichen. Dann könnte das doch der Kollege machen und da seinen Schwerpunkt setzen. Vorrausetzung ist natürlich, dass Gemeinden zusammenarbeiten und für eine Region denken und nicht nur für die Straßenzüge um den Kirchturm herum.

Mehr Freiheit und Phantasie wünsche ich mir im Veränderungsprozess unserer Kirche. Mehr Mut und Gottvertrauen.  – und endlich Schritte, die unsere Kirche wieder bedeutungsvoll für unsere sich verändernde Gesellschaft machen, auch hier in Württemberg.

Wir als Synode, der Oberkirchenrat und Sie als Landesbischof haben die Aufgabe, mutig Schritte zu gehen, damit Kirche neu für die Menschen und die gesellschaftlichen Fragen von heute Bedeutung gewinnt – Nur so werden wir Kirche zukunftsorientiert und den Menschen zugewandt gestalten. Und nur so können wir im Vertrauen zu dem Herrn der Kirche sagen: Kirche – das Beste kommt noch!

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Martin Allmendinger: Votum zu TOP 3: Zukunft des Hauses Birkach

 

Frau Präsidentin, hohe Synode,

 

Zukunft des Hauses Birkach heißt unser Tagesordnungspunkt. Herr Oberkirchenrat Dunker hat uns gestern Abend Lösungsvorschläge unterbreitet und dabei ganz besonders das Wohl und Wehe der Mitarbeitenden ans Herz gelegt. Das Wohl und Wehe möchte ich unter das Wort stellen: „Wohin denn sollen wir gehen?“

Diese Frage beschäftigt mich angesichts des bevorstehenden Beschlusses. In allererster Linie im Blick auf die Mitarbeitenden im Haus Birkach. Dabei habe ich die Menschen vor Augen, die aus anderen Gebäuden, zum Beispiel aus der Stuttgarter Innenstadt oder aus dem jetzt leer stehenden Kloster Denkendorf, nach Birkach umgezogen sind. Was sie dort angetroffen haben und unter welchen Bedingungen sie gute Arbeit abliefern sollen, da möchte ich ein erstes dickes Fragezeichen anbringen; ein Umzug in ein baulich desolates Gebäude ohne wirkliche Perspektive.

 

„Wohin denn sollen wir gehen“, fragen nicht nur die Mitarbeitenden, sondern dies frage auch ich mich als Synodaler, wenn ich das andere, leider wenig kooperative Miteinander in der Zusammenarbeit mit dem Oberkirchenrat in dieser Sache erlebe. Mir begegnet nirgends, dass: „Schwestern und Brüder in dieser Kirche den gemeinsamen Weg suchen“; so haben Sie, sehr geehrter Herr Landesbischof July dies heute Vormittag in Ihrem Beitrag, beinahe beschwörend, eingebracht.

Konkret möchte ich (noch einmal) unterstreichen (was andere bereits gesagt haben) und worauf es mir dabei ankommt.

 

So heißt meine zweite Frage: Wie sollen Synodale gute, die Mitarbeitenden unterstützende Beschlüsse fassen können, wenn sie sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass sie als Synodale vom Oberkirchenrat bewusst und willentlich von Informationen ferngehalten oder solche vorenthalten werden. Damit gelingt es dem Oberkirchenrat, Versäumnisse und Fehlentscheidungen leichter vertreten zu können. Dazu möchte ich jetzt weder konkrete Beispiele noch einzelne Namen nennen. Nur meinen persönlichen Eindruck will ich hier wiedergeben: Durch Untätigkeit, Abwarten oder Verhinderungspolitik im Oberkirchenrat, scheinen Arbeit und Mitarbeitende eher belastet zu sein, als dass diese Arbeit erleichtert wird.

 

Meine dritte und letzte Frage bezieht sich auf eine – mir so erscheinende – gewisse Planlosigkeit und unkoordinierte Verschwendungsmentalität. Dies macht mir mehr und mehr Sorge.

Kirche für morgen votiert deshalb dafür, alles für eine zukunftsfähige, verlässliche und kostengünstige Gebäudepolitik zu tun. Konkret heißt dies: Rückkehr in die Innenstadt ohne Übernachtungsmöglichkeiten, in bedarfsgerechte, angepasste und langfristig anpassbare Mieträume. Fortsetzung des Prozesses zur Aufgabe nicht / nicht mehr benötigter Räume / Gebäude. Für den Fall der Unveräußerbarkeit von Gebäuden, kreative Prozesse, z.B. Ideenwerkstätten oder ähnliches zur zukünftigen, vor allem auch der alternativen Nutzung dieser Räume und Gebäude, und nicht eine konzentrierte Engführung auf später nicht benötigte Bildungseinrichtungen.

 

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Markus Munzinger: Statement von Kirche für morgen zur Mittelfristigen Finanzplanung

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

Sehr geehrter Herr Dr. Kastrup,

liebe Synodale,

 

wir sind Herrn Dr. Kastrup sehr dankbar für die Einführung des Nachhaltigkeitsniveaus.

Nachdem die Kirchensteuer nicht mehr stetig steigt, sondern wir schwankende Einnahmen haben, ist dies ein Instrument, das uns den Bestand der Arbeit sichert.

 

Freilich macht es nachdenklich, dass wir bei einem Kaufkraftverlust zu dauernder Einsparung verpflichtet sind. Wenn wir dies als Synode entsprechend aufnehmen wollen, dann hat das zur Folge, dass die Fachausschüsse jährlich 2% in ihrem Zuständigkeitsbereich einsparen müssen. Oder sollten wir einen Strategieausschuss einrichten, der sich um die ständige Anpassung der Ausgaben, oder um die Erhöhung der Einnahmen bemüht?

 

Außerdem warnt uns der Oberkirchenrat davor, dass das Nachhaltigkeitsniveau durch zurückliegende Beschlüsse im Bereich der Besoldung des Pfarrdienstes und durch die geplanten Dauerbelastungen im Immobilienbereich überschritten wird.

Auch diese Tatsache erhöht den Sparzwang erneut und die Synode muss sich überlegen in welchem Bereich sie weitere Einsparungen vornehmen wird. Oder ob und wie die Chancen für eine weitere Refinanzierung gesehen werden.

 

Es ist beachtlich was im Bereich der Rücklagen an strategischer Planung und Analyse vorliegt. Wir haben einen umfassenden Bericht darüber bekommen, wie gut unsere „Sparschweine“ gefüllt worden sind und wo wir noch Ansparbedarfe haben. Freilich steht die geforderte Auffüllung der einzelnen Rücklagen in einer Spannung. Auf der einen Seite brauchen wir das Zurücklegen um für schlechtere Zeiten gerüstet zu sein. Auf der anderen Seite steht die Bildung von Rücklagen in finanziell angespannten Zeiten, in Konkurrenz zu der bestehenden Arbeit. Wobei wir gerade in diesen Zeiten aus den Rücklagen entnehmen und somit die weitere Arbeit im Bereich der Kirchengemeinden, Kirchenbezirke und der Landeskirche sichern. Uns Synodalen von Kirche für morgen erscheint es geboten, dass wir bei der Fülle der geforderten Rücklagen und der weiteren Notwendigkeit zur Ansparung in dreistelliger Millionenhöhe, einen Grundkonsens über die Bildung der Rücklagen erzielen.

 

Im Bereich der Gebäude wurden in den vergangenen 5 Jahren 40,7 Mio.  Euro an den fünf Tagungsstätten-standorten ausgegeben. Die schon jetzt geplanten Investitionen betragen 22,2 Mio. Euro. Angesichts dieser Tatsache sind wir dem Oberkirchenrat absolut dankbar, dass er beabsichtigt, nun eine landeskirchliche Immobilienkonzeption zu erstellen. Im Bereich der Gebäudeauslastung bitten wir darum, dass hier nicht nur vom Status quo ausgegangen wird sondern auch die anstehenden Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich der Angestellten und des Pfarrdienstes berücksichtigt werden.

 

Der Prioritätenprozess im Bereich der Gebäudesanierung ist vorbildlich und die Landessynode kann sich hier den Oberkirchenrat zum Vorbild nehmen. Diese Prioritätensetzung steht uns für den Bereich der inhaltlichen Arbeit erst noch bevor.

 

Dazu muss das von Herrn Landesbischof July angeregte Leitbild unserer Kirche erst fertig gestellt werden. Wir sind gespannt wie wir als Landeskirche die Spannung zwischen top down-Prozessen und an den Verheißungen der Bibel orientiertem Handeln aufnehmen werden. 

 

Wir freuen uns darüber, dass der Gedanke des Fundraising Einzug in die Mittelfristige Finanzplanung genommen hat. Nachdem Kirche für morgen alternative Finanzierungskonzepte sehr am Herzen liegen, sind wir auf die Vorschläge des Oberkirchenrates in diesem Bereich schon sehr gespannt.

 

Mit einem besonders ermutigenden Beispiel des Fundraisings aus der mittelfristigen Finanzplanung möchte ich das Gesprächskreisvotum von Kirche für morgen abschließen.

Das bisherige Ortskirchgeld wurde in den meisten Kirchengemeinden durch einen freiwilligen Gemeindebeitrag abgelöst. Im Jahre 2005 betrugen die Einnahmen des Ortskirchgeldes 4,4 Mio. Euro. Im Jahr 2007 wurden 8,1 Millionen Euro und im Jahr 2008 8,5 Millionen Euro eingenommen. Hier zeigt sich, dass es sich lohnt auf den Weg von alternativen Finanzierungskonzepten zu machen. Der Betrag der Einnahmen hat sich fast verdoppelt. Kirchengemeinden, die sich hier vom Landeskirchlichen Fundraising-Beauftragten beraten lassen, werden in jedem Falle gewinnen.

Wobei zu fragen ist ob wir hier nicht eine weitere Stelle schaffen sollten bei dem zunehmenden Bedarf der hier in diesem Bereich noch zu erwarten ist.





Frühjahrssynode 2010
Zum Antrag 07/10, Zuwahl von bis zu sechs Jugendsynodalen mit beratender Stimme nach zu wählen, nach § 4 Abs, 5 KVG

Einbringung in der Frühjahrssynode der ev. Landeskirche Württemberg durch den Erstunterzeichner Markus Brenner:

Was für ein schöner Antrag:
- Er kostet keine Millionen
- Er reißt keine theologischen Grundfragen auf
- Er ist zeitlich befristet 
- Er braucht kein neues Gesetz und keinen Sonderausschuss,

sondern nur Ihre Offenheit, um von unserer Möglichkeit der Zuwahl Gebrauch zu machen. 

Wir haben doch sehr gute Erfahrungen mit der Zuwahl gemacht! Und nicht ohne Grund besitzen wir dieses Instrument in unserem Kirchenverfassungsgesetz, um bis zu 14 Fachleute für unsere Beratungen, für unsere Ausschüsse, unsere Entscheidungen zu gewinnen. Wäre es nicht bereichernd für unsere Arbeit und für Themen wie z.B. den Gottesdienst oder die Musik, wenn ein 20-Jähriger seine Ansichten einbringen kann? Seine Lebenswelt kommt bislang nicht in der Synode vor.

Wer sich mit Jugendlichen abgibt, weiß wie wichtig das Gespräch mit  i h n e n  ist – viel echter als das Gespräch mit den zuständigen Eltern oder den berufsjugendlichen Betreuern um sie herum.

Natürlich gibt es begründete Bedenken, aber die lassen sich am besten beantworten, indem wir die vor uns liegenden drei Jahre nutzen und die Erfahrungen  s e l b s t  machen. 2013 können wir  diese Erfahrungen bewerten und ein weiteres Vorgehen beschließen.

Bedenken gibt es bei allen Neuerungen, zum Teil auch zu Recht. Lassen Sie uns nicht solange die Köpfe schütteln, bis wir das Haar in der Suppe finden ... Bedenken Sie – bedenken Sie, dass wir nichts zu verlieren haben, sondern nur gewinnen können! Bedenken Sie – endlich mal wieder eine positive Pressemeldung der Kirchen! Daher. Der Jugend Mut, der Alten Rat – vereinen sich zur guten Tat!

 

 

Zum Gedenktag des Amoklaufes in Winnenden am 11. 03. 2010:

Markus Brenner fordert die Einführung des Schulfaches „Soziale Kompetenz“.

Trotz der leider abgesagten Aktuellen Stunde zum einjährigen Gedenken unterstützen Synodale von Kirche für Morgen den Vorschlag betroffener Eltern aus Winnenden, ein versetzungsrelevantes Fach „Erwerb sozialer Kompetenz“ einzuführen. Gerade Kirche muss Schülern eine Chance geben, ihre Gaben einzusetzen. Unsere Gesellschaft braucht mehr denn je „soziale Kompetenz “, nicht nur als Nebenprodukt oder Nebenfach. Wir müssen uns distanzieren vom fehlerorientierten Arbeiten – hin zur Stärkung der Schülerpersönlichkeit. Andere Staaten haben Fächer wie dieses längst in ihrem Lehrplan. „Wir ernten was wir säen – wollen wir auch säen was wir ernten wollen?“ - fragt der Synodale Markus Brenner.