Bausteine: Auf der Suche nach dem Übernatürlichen
Auf der Suche nach dem Übernatürlichen
Spirituell Suchende samt ihren Erfahrungen ernst nehmen und dabei die eigene Glaubenserfahrung ins Spiel bringen – geht das? Christoph Schneider startete dazu die Projektgruppe „Natürlich Übernatürlich“.
„Jede Suche, jede heilige Frage ist als leises Gottesahnen zu würdigen!“ (Brudereck, 2007, S. 28). Unter diesem Motto stand unser Experiment „Natürlich Übernatürlich“. Wir wollten als überzeugte Christen andere einladen zur Suche nach dem Übernatürlichen, voneinander und miteinander aus den Erfahrungen lernen. Gemeinsame Übungen wie z.B. Meditationen halfen uns dabei, auf natürliche Weise dem Übernatürlichen Raum zu geben und Gott zu begegnen.Lässt sich jemand darauf ein?
Unser Leben besteht aus mehr als natürlichen, also rational erklärbaren Dingen. Eine Freundin, Katharina, und ich hatten das Gefühl, dass andere Menschen in unserem studentischen Umfeld das ähnlich sahen. Warum also nicht zusammen mit anderen nach dem Übernatürlichen, nach Gott suchen?Wir verfassten Einladungen und luden Menschen aus unserem Bekanntenkreis ein, von denen wir hofften, dass sie auch Lust auf die Suche nach dem Übernatürlichen hätten. Tatsächlich, eine Hand voll Leute ließ sich auf unser Experiment ein. Wichtig war uns, eine lockere und entkrampfte Atmosphäre bei den Treffen zu schaffen. Sich einander ohne Vorurteile zu begegnen, ehrlich miteinander umzugehen, so dass niemand verletzt wird, das waren wichtige Elemente von „Natürlich Übernatürlich“.
Drei mal sechs Treffen
Zwischen Dezember 2007 und Januar 2009 fanden innerhalb von „Natürlich Übernatürlich“ drei so genannte Seasons statt. Jede war auf sechs Treffen ausgelegt. Zu jeder Season wurde neu eingeladen, allerdings blieben viele, sofern sie dies wollten, bei der nächsten Runde dabei.Beim ersten Treffen tauschten wir uns über Spiritualität und das Übernatürliche aus. Wer glaubt was? Wer praktiziert welche Übungen? Katharina und ich erzählten von der christlichen Spiritualität – von unseren Gebeten und unserem Leben mit Gott.
Natürlich waren wir besonders gespannt, ob wir als Gruppe zueinander finden würden. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir so etwas wie eine „gesegnete Atmosphäre“ erlebten.
Bei den folgenden Treffen sammelten wir Erfahrungen auf der Suche nach Gott durch verschiedene Übungen und reflektierten unsere Erlebnisse.
Wir trafen uns zum Beispiel, um gemeinsame Zeiten der Ruhe zu haben, um in der Stille Gott zu erleben. Die Exerzitien des Ignatius von Loyola begleiteten uns dabei auf unserer Suche. Durch Meditations- und Wahrnehmungsspaziergänge wollten wir Gott in der Schöpfung erkennen. Ein besonderes Highlight für mich war das gemeinsame Abendmahl in einem Park in Mannheim, wo wir das Brot miteinander teilten.
Statements von Teilnehmenden
„Natürlich Übernatürlich“ war für jeden ein bisschen anders, wie diese Zitate zeigen: „Natürlich Übernatürlich“ war für mich ...- eine tolle Möglichkeit, Menschen unterschiedlichen religiösen Hintergrunds kennen zu lernen und mich mit ihnen über den Glauben auszutauschen.
- eine Oase im Alltag, in der ich einfach zur Ruhe kommen konnte, meine Seele baumeln lassen konnte und dabei noch ehrliche und gute Gemeinschaft leben konnte.
- eine Brücke aus dem stressigen und hektischen Alltag in eine tiefere Welt einer spirituellen Zufriedenheit.
- ein Geschenk, ein Ausgleich für den Alltag, eine Oase. Hier konnte ich mich und die anderen noch mal ganz neu kennen lernen, zum Beispiel „ohne Worte".
- eine Kraftquelle im Alltag und das Erleben von Gottes Wirklichkeit.
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Christoph Schneider, Calw, Dipl. Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH), Referent beim Evang. Jugendwerk in Württemberg und der Jugendkirche Choy in Althengstett |