Sauberes Geld - Geldanlagen auf dem Prüfstand
Sauberes Geld
Dass die Geldanlage einer Kirche mit ihren Werten übereinstimmen muss, darüber besteht weitgehend Einigkeit. Aber es gibt unterschiedliche Kulturen der Vermögensverwaltung, der kirchlichen Organisation und der Werte. Antje Schneeweiß zeigt Entwicklungen auf und gibt Hinweise, worauf man achten muss, wenn man sein Geld ethisch anlegen will.
Die christlichen Wurzeln der ethischen Geldanlage liegen im Methodismus begründet. John Wesley, der Gründer des Methodismus, gab in seiner Predigt „Über den Gebrauch des Geldes“ eine Orientierung darüber, wie christliche Überzeugungen in der Vermögensanlage verwirklicht werden sollten. „Geld soll zum größten Vorteil angelegt werden, jedoch nicht auf Kosten unserer körperlichen oder geistigen Gesundheit oder der Gesundheit unserer Nachbarn“ heißt es dort. Konkret hatte Wesley die Investition in Brauereien und Glücksspiel vor Augen, aber auch Rüstungsgüter fielen unter seine Einschränkungen.Ausgehend von diesem frühen Anstoß entwickelte sich in den christlichen Gemeinschaften der angelsächsischen Länder eine ausgeprägte Kultur, das Geld bewusst nach ethischen Grundsätzen anzulegen.
Umdenken auch in Deutschland
Während die angelsächsischen Kirchen ihr Vermögen zum Großteil in Aktiengesellschaften investieren, legten ihre bundesdeutschen Kollegen bis in die neunziger Jahre hinein die kirchlichen Gelder ausschließlich in mündelsichere, festverzinsliche Papiere an. Das Problem, in Rüstungsunternehmen zu investieren, stellte sich viele Jahrzehnte lang nicht. Ab den neunziger Jahren investierten auch deutsche Kirchen zunehmend in Aktien. Mit diesem Wandel setzte ein Nachdenken über ethische Kriterien bei kirchlichen Geldanlagen ein.Einige Landeskirchen entschieden sich, nicht in Pornografie oder ausgeprägte Rüstungsunternehmen zu investieren, andere legten die ersten Ökofonds auf. Die für die Kirchen hierzulande wichtigen Kriterien lassen sich am besten am Vorgehen der kirchlichen Banken ablesen. So entwickelte die protestantische Bank für Kirche und Diakonie (KD) einen Ethikfilter für alle ihre Geldanlagen.
Geld ethisch anlegen
Private und kirchliche Anleger sollten folgende Punkte berücksichtigen, wenn sie sich für ein Angebot nachhaltiger Geldanlagen oder für eine nachhaltig arbeitende Bank entscheiden:- Die Bank oder der Investmentfonds sollte seine ethischen Kriterien öffentlich ausweisen. Es sollten unbedingt auch Ausschlusskriterien darunter sein.
- Die Bank oder der Investmentfonds sollte nachweisen können, dass alle Wertpapiere von Nachhaltigkeitsexperten nach den ausgewiesenen Kriterien überprüft werden.
- Ein Beirat von Nachhaltigkeitsexperten sollte die Vermögensverwaltung in ökologischen und sozialen Themen beraten.
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Antje Schneeweiß, Wissenschaftlerin beim Institut für Ökonomie und Ökumene Südwind in Siegburg mit dem Fachgebiet: Ethische Geldanlagen |