für eine Kultur der Großzügigkeit
Wer gibt, gewinnt - für eine Kultur der Großzügigkeit
„Geben“ ist ein delikates Thema. Großzügige Menschen, also Menschen, die sich das Geben zur Gewohnheit gemacht haben, sind eher selten. Cyrill Schwarz hat sich über die Kultur des Gebens Gedanken gemacht.
Die Grundlage unserer westlichen Kultur ist der christliche Glaube. Zentrum dieses Glaubens ist Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Damit hat Gott seine Großzügigkeit deutlich gemacht: „Also hat Gott die Welt geliebt…“ ( Joh. 3, 16). Gott gibt reichlich, er gibt in der Fülle und ohne Bedingungen. Dem Handeln Gottes in Liebe und Erbarmen kann der Mensch mit einer großzügigen Lebenshaltung entsprechen. Gott legt vor – wir können uns an ihm orientieren. Das Motto könnte sein: Wer viel bekommt, kann auch viel geben!
Was bringt das Geben?
Geben ist eine wichtige Möglichkeit, Entwicklungen gezielt zu beeinflussen. So kann man bestimmte Projekte fördern (Reformation der Kirche), jemandem aus einer Notlage helfen (Katastrophenhilfe) oder eine Lücke auffüllen (Fördervereine). Außerdem stiftet Geben Gemeinschaft zwischen dem Einzelnen und dem Kollektiv. Es entsteht eine Beziehung zwischen Geber und Empfänger.
Eine Kultur der Großzügigkeit
1. Wir müssen das Thema ins Gespräch bringen
Den Menschen muss klar sein, wofür sie spenden sollen und was sie damit bewirken können. Es müssen ein konkretes Projekt und der konkrete Finanzbedarf kommuniziert werden. Das Thema „Geben“ kann auch in Gottesdiensten, Bibelabenden und Hauskreisen thematisiert und eine Ethik des Gebens entwickelt werden.
2. Wir müssen Hilfestellung in Sachen Finanzen geben
Dazu können wir die bereits vorhandenen Kompetenzen in Sachen Finanzen nutzen und Seminare oder Workshops anbieten zu Themen wie z. B. Umgang mit Besitz, Reichtum in der Bibel oder konkrete Beratung in Finanzangelegenheiten.
3. Wir dürfen Erfolge kommunizieren und feiern
Wenn sich großzügige Geber engagieren und Projekte deshalb erfolgreich verlaufen, dann ist das in erster Linie ein Grund, dankbar zu sein! Das darf man dann auch mal laut sagen. Jeder soll wissen: Großzügige Geber sind bei uns willkommen. Es lohnt sich, in unsere Projekte zu investieren.
4. Wir brauchen Vorbilder
Da das großzügige Geben in unserer Kultur nicht unbedingt fest verankert ist, brauchen wir Vorbilder. Am besten, jeder beginnt bei sich selber, und stellt sich Fragen:
- Bezeichne ich mich selbst als großzügig?
- Wann bin ich es? Wann eher nicht?
- Wofür gebe ich mein Geld aus?
- Mit wem kann ich darüber reden?
Wie schnell kommen wir ans Ziel?
Eine Kultur des großzügigen Gebens entsteht nicht von heute auf morgen. Es ist ein langfristiges Ziel, die Gesellschaft an diesem Punkt zu verändern. Im christlichen Kontext sind aber die Voraussetzungen dafür gut, weil wir zu einem Gott gehören, der gerne gibt und dabei nicht geizt. Das ist letztlich auch der Grund, hartnäckig an diesem Thema dranzubleiben und großzügiges Geben einzuüben.

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Cyrill Schwarz, Fundraising Manager (FA) und Jugendreferent in Leonberg. Er ist verantwortlich für die Tree Jugendgemeinde, Projekte, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. |