Der Jugend ein Gesicht geben
Der Jugend ein Gesicht geben
Jugendliche und Jugendmitarbeitende in Veränderungsprozesse einbeziehen. Dass sich dies lohnt und gelingen kann, beschreibt Diakon Jörg Dolmetsch.
Durch den Pfarrplan wurde in der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen die Gemeindediakonatsstelle gestrichen. Im Abstand von zwei Jahren entfielen 2005 und 2007 jeweils 50% der Diakonenstelle. Die damit verbundenen Veränderungen betrafen vor allem die Jugendarbeit, für die der Gemeindediakon zu einem Großteil beauftragt war.Mit insgesamt drei Jugendkonferenzen versuchte die Kirchengemeinde, die strukturelle und personelle Veränderung als Chance zu nützen, um neue Weichenstellungen vorzunehmen. Dabei wurden die direkt Betroffenen und weitere Interessierte offen eingeladen, die Zukunft der Jugendarbeit mitzugestalten. Der Kirchengemeinderat war in die Jugendkonferenzen eingebunden und nahm die Ergebnisse in seine Entscheidungen auf.
Ein motivierender Anfang
In der ersten Jugendkonferenz sollte das Profil der christlichen Jugendarbeit lebendig und bewusst gemacht werden. Das Motto „Wir machen Programm mit Biss und Tiefgang“ war uns Anspruch und Verpflichtung. Persönliche Schwerpunkte wurden herausgearbeitet, neue Ideen konnten eingebracht und diskutiert werden, Bewährtes wurde unterstrichen und gestärkt. Es gelang, einen Prozess in Gang zu setzen, der vier Wochen später in der zweiten Jugendkonferenz seine Fortsetzung fand.
Durchstarten
Die zweite Jugendkonferenz beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Dienstauftrag des Gemeindediakons und den beim ersten Treffen neu entwickelten Ideen. In einer transparenten Bestandsaufnahme wurde deutlich, welche Lücken mit dem ersten Kürzungsschritt entstehen.Gemeinsam bewerteten und gewichteten wir die einzelnen Bausteine der Bestandsaufnahme. Für konkrete Aufgaben konnten sich Mitarbeiter bereit erklären und so neue Verantwortlichkeiten entstehen. Erfreulich und erleichternd war, dass sich neue Jugendmitarbeitende fanden, die konkrete Aufgaben übernahmen. So musste nur Weniges aufgegeben werden.
Weichenstellungen
Ein Jahr später fand die dritte Jugendkonferenz statt. Sie beschäftigte sich vor allem mit der Frage, in welchem Umfang und in welchen Bereichen hauptamtliche Begleitung der Jugendarbeit geschehen soll und kann. Das Votum der dritten Jugendkonferenz nahm der Kirchengemeinderat bei der anstehenden Neugestaltung der Dienstaufträge der Pfarrerinnen und des Pfarrers auf.Lohnend
Mit den drei Jugendkonferenzen konnte den betroffenen Jugendlichen und Jugendmitarbeitenden die einschneidenden Veränderungen transparent verdeutlicht und erläutert werden. Allein diese offene Kommunikation hat ihnen geholfen, sich auf die Veränderungen einzulassen und sie als Chance zur (Neu-)Gestaltung zu verstehen.
Diakon Jörg Dolmetsch ist Gemeindediakon im Kreisdiakonieverband Ostalbkreis. Bis 2006 war er Gemeindediakon im Wasseralfingen und Hüttlingen.