Zeichen setzen!

Zeichen setzen!

Wie engagierte und kreative Christen in Haigerloch durch ihr Engagement die Lebensqualität von Menschen in der Kommune verbessern helfen. Thomas Hoffmann-Dieterich findet diese Ideen nachahmenswert

Nur 700 Meter entfernt von ev. Kirche und Gemeindehaus wird das Alten- und Pflegeheim St. Josef von einer katholischen Heimstiftung betrieben. Christen beider Konfessionen wollten für die Bewohner des Heims an einem Sonntag im Monat etwas Sinnvolles tun, um ihnen das Leben im Heim zu verschönern.

Ein Café für Alte und Kranke

Sie entwickelten die Idee vom Café „Schöne Aussichten“. Ein kleines Team organisiert einmal im Monat Kaffee, Tee und Kuchen – bei gutem Wetter auch im Freien. Tischschmuck, selbstgebackener Kuchen oder Torten vom Bäcker und ein zuvorkommender Service schaffen so jeden Monat einen Höhepunkt im Alltag der Heimbewohner und ihrer Gäste. Hier können sie sich als Gastgeber fühlen, die ihre Familie und Bekannte einladen. Das Café „Schöne Aussichten“, das seit Muttertag 2007 regelmäßig angeboten wird, wird von den Bewohnern und sogar von Anwohnern aus der Nachbarschaft des Heims mit Begeisterung angenommen. So mischen sich einmal im Monat Alte und Kranke mit ihren Angehörigen und Freunden und mit Anwohnern aus Haigerloch zu einem lebendigen und lebhaften Nachmittag, es wird viel gelacht, geschwätzt!

Paten helfen Kontakte knüpfen

Ergänzt wird diese Dienstleistung der Kirchengemeinde durch ein evangelisches – hoffentlich bald ökumenisches – Patenprojekt. Im Frühjahr 2008 wurden sechs Patinnen und Paten im Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde für ihr neues Amt eingesegnet. Durch regelmäßige Besuche bei immer demselben Heimbewohner werden Isolation und Langeweile aufgebrochen. Dabei werden die Paten von einer Koordinatorin aus der Kirchengemeinde betreut, die ihnen hilft, die Kontakte zu knüpfen, und die den Austausch unter den Paten organisiert. Aber nicht nur Gespräche bei Kaffee und Kuchen sind gefragt; beispielsweise wird ein Pate gesucht, der mit einem Heimbewohner auch mal zu einem Fußballspiel geht.

Bücherspenden für die Bibliothek

Da es in Haigerloch keinen Buchladen und erst recht keinen Bibelladen gibt, wird die Stadtbibliothek von Lesern aller Konfessionen und Altersgruppen gut besucht. Da lag es auch im Interesse der evangelischen Kirchengemeinde, die religiöse und theologische Abteilung der Bibliothek mit Bücherspenden auf den neuesten Stand zu bringen. Seit 2007 werden Bücher im Wert von etwa 100 € pro Jahr von Autoren wie Max Lucado, John Ortberg, Manfred Lütz oder C.S. Lewis von Haigerlochern ausgeliehen, die sonst kaum mit diesen Autoren in Berührung gekommen wären. Statt Freunden ein gutes christliches Buch zu schenken, das dann ungelesen im Bücherschrank verschwindet, wird so dasselbe Buch immer wieder neu ausgeliehen und erreicht über die frommen Kreise hinaus eine erweiterte Leserschaft.

Thomas Hoffmann-Dieterich freut sich als Haigerlocher, Kaffeetrinker und Büchernarr über Aktionen, die Lebensqualität vor Ort verbessern.




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