Aus der Synode


Sommersynode vom 15. - 17. Juli 2010:
 
Die Sommertagung der württembergischen Landeskirche fand vom 15. - 17. Juli in Freudenstadt statt. Hier der Bericht unserer Synodalen Kerstin Leuz:
 

Sommertagung in Freudenstadt

Die Synode tagte vom 15.-17.Juli im schönen Kongresszentrum in Freudenstadt. Nach Eröffnungs-gottesdienst und den Begrüßungsreden von Präsidentin und Regionalvertretern Freudenstadts, folgte der Bischofsbericht.

Bischofsbericht „Auf den Weg geschickt ….“

Unter der Überschrift „Auf den Weg geschickt...“, führte Bischof July seinen Bericht zur Frühjahrsynode weiter und spricht über den Stellenwert des Pfarrdienstes. Unter reduzierter Pfarrstellenzahl sind alternative Strukturmodelle anzudenken. So ist u.a. die Kooperation zwischen Ortsgemeinden weiter zu fördern. Um eine Reduzierung im Pfarrplan zu erreichen, wurde eine neue Ruhestands-Regelung angedacht, die die Zustimmung der Synode fand. Kirche für morgen hat einen Antrag zur alternativen Finanzierung von Pfarrstellen unter Mitverantwortung der Gemeinden formuliert. Die Flächendeckung des Pfarramtes soll durch eine alternative Finanzierung von Pfarrstellen durch Gemeindebeteiligung gewährleistet werden. Hier wünschen wir uns kreative Finanzierungsmodelle und rechtliche Rahmenbedingungen. Der Antrag wurde an den Finanzausschuss verwiesen.

„Schlüsselfigur einer Gemeinde ist Christus, nicht der Pfarrer, die Pfarrerin!“

Angela Schwarz prangert das „Top Down-Prinzip“ unserer Kirche an „Machen wir uns doch nichts vor, flächendeckend ist Kirche schon lange nicht mehr. ... nur weil es Kirche gibt, sind wir nicht präsent!“ Schwarz mahnt an, dass Kirche nicht Selbstzweck ist. „Hören wir endlich auf, uns nur um die zu kümmern, die sowieso schon da sind.“ Wo ist die Gesellschaft im Blick? Gilt Kirche als Partyservice für Kasualien? Hier der Beitrag von Angela Schwarz 

Abriss oder Erhalt? Warum errichten wir kein „Birkendorf“?

Mit diesem netten Versprecher stellte Inge Schneider, Vorsitzende des Finanzausschusses der Synode, die Chronik von Wohl und Wehe des Hauses Birkach vor. Die Zukunft von Haus Birkach wurde sehr kontrovers diskutiert. Das emotionale Gesprächskreisvotum von Martin Allmendinger fand in Synodalkreisen breite Unterstützung und sorgte beim Oberkirchenrat für Verstimmung.Votum Martin Allmendinger

„Von Menschen gemachte Armut ist Schuld.“

So Prof. René Krüger, Theologe aus Argentinien, der den Schwerpunkttag „Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze“ mit einem profiliert-theologischen Vortrag bereicherte. Profilierte Vorträge gab es auch von Prof. Dr. Klaus Töpfer und von Prof. Claudia Schulz / Ludwigsburg. Sie formulierte praxisnahe Vorschläge für Gemeinden zum Thema „Armut“. Link zu den Vorträgen.

Gemeinde braucht u.a. Wahrnehmung von Armut und muss ein Ort der Hoffnung und Perspektive sein, vor allem für die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen.

Das Erklärungspapier wurde heftig und intensiv diskutiert. Hier die endgültige Erklärung. Kirche für morgen legte in Kooperation mit der Offenen Kirche ein verdichtetes Thesenpapier vor, das in den Kirchengemeinden diskutiert werden soll. Das Papier fand leider keine Mehrheit.

Anträge versprühen Zitronenduft

Markus Brenner brachte einen Antrag zur Installierung von Gemeindeassistenten ein. Das Vorhaben soll zu einer Entlastung im Pfarrberuf führen. Hier der genaue Wortlaut des Antrags. Martin Allmendinger möchte mit einem Antrag im Rahmen der Seniorenarbeit Vorlagen mit christlichem Inhalt bereitstellen, die in Publikationen von Senioreneinrichtungen einfließen können.

Jugendkirchen als Anliegen der Offenen Kirche?!

Anliegen von Kfm werden verstärkt auch von anderen Gesprächskreisen eingebracht. So z.B. der Antrag von Robby Höschele zum Ausbau und zur Unterstützung von Jugendkirchen.

Personalstrukturplanung ReligionspädagogInnen

Indem Pfarrer/innen ihren Dienst im Religionsunterricht reduzieren, ergeben sich Einsparungen. Der Synodale Munzinger fragte an, ob diese Einsparungen in die Anstellung von ReligionspädagogInnen investiert werden können. OKR Baur berichtet, dass dies bereits geschehe.

Die Kirche und das liebe Geld – Mittelfristige Finanzplanung

Trotz aller Katastrophenmeldungen steht unsere Landeskirche laut OKR Kastrup recht gut da. Das Statement von Markus Munzinger zur Mittelfristigen Finanzplanung kann man hier nachlesen.

Munzinger plädiert für einen gesprächskreisübergreifenden Konsens zur Bildung von Rücklagen und die Klärung von Prioritäten innerhalb der inhaltlichen Arbeit der Landeskirche. Der Synodale befürwortet die Erstellung einer Gebäudekonzeption und lobt die Einführung des Fundraisings in die MiFri. Der landeskirchliche Fundraiser unterstützt Gemeinden bei Überlegungen zu alternativen Finanzierungskonzepten. Gewinnbringend wäre die Schaffung einer weiteren Stelle in diesem Bereich.

Innerhalb des Kürzungspaktes plädiert der Synodale Böhler für eine Aufschiebung der Streichung im Bereich von ejw, Evang. Frauen in Württemberg und Erwachsenenbildung, da diese Einrichtungen bisherige Sparbeschlüsse konsequent umgesetzt haben.

Anträge, Förmliche Anfragen und Berichte können unter http://www.elk-wue.de/landeskirche/landessynode/sommertagung-2010/ eingesehen werden. Weitere Informationen zur Tagung der Landessynode können in der Publikation „beraten & beschlossen“ eingesehen werden.

 

Kerstin Leuz

 
    

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Pressemeldungen und Anträge können auf der Homepage der Landeskirche nachgelesen werden.


aus früheren Synodaltagungen
Kirche für morgen reformiert Pfarrstellen besetzungsgesetz

Schwäbisch Gmünd, 14. 03. 2010
 
Kirche für morgen löst ein Wahlversprechen aus dem Kirchenwahlkampf ein!
 
Angestoßen durch einen Antrag zum Pfarrerwahlgesetz von "Kirche für morgen" wurden nun beim Wahlverfahren wichtige Änderungen beschlossen, die Gemeinden stärken. Aus der Sicht von Markus Munzinger - Sprecher von Kfm - stellt dies einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Mündigkeit der Gemeinden dar und führt zu mehr Transparenz der Stellenpolitik im Oberkirchenrat. Das Besetzungsgremium bekommt vom Oberkirchenrat die Personen genannt, die auch für die Stelle geeignet sind, aber nicht auf den Wahlvorschlag genommen wurden. Dieser Personenkreis muss allerdings zustimmen, dass ihr Name der Gemeinde genannt wird. Aus diesen weiteren geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern kann das Besetzungsgremium eine weitere Person auf den Wahlvorschlag nehmen und hat dann mit den vom Oberkirchenrat genannten Personen insgesamt 4 Personen zur Wahl. Allerdings ist es sehr wichtig, dass Besetzungsgremien alle Personen gleich behandeln, wenn es z. B. um den Besuch des Gottesdienstes geht.
 
Der Vorschlag zur Gesetzesänderung wurde mit nur 1 Neinstimme und einer Enthaltung gesprächskreis- übergreifend und auch vom neuen Personaldezernenten Traub befürwortet. Eine Umfrage von Kirche für morgen unter Laienvorsitzenden von Kirchengemeinden hat ergeben, dass viele die Stärkung des Mitspracherechts trotz eines längerer Auswahlverfahren gerne in Kauf nehmen. Die Befürchtung, damit die Entstehung von Richtungsgemeinden zu fördern, wurde von Theologen negiert.
Hier der Bericht von Oberkirchenrat Heckel (Rechtsausschuss);
und hier noch einmal der Änderungsantrag zum Pfarrstellenbesetzungsgesetz
 
Zwischen Sparzwang und Visionen, zwischen Einsparungsmöglichkeiten und “Lust am Umgestalten” war die Frühjahrstagung der Landessynode von 11.-13.03.2010 geprägt von inhaltlichen Schwerpunkt- setzungen und kreativen Umdenkprozessen.
Innerhalb der Spardebatte brachte Kirche für Morgen ein alternatives Finanzierungsmodell für die Zukunft der Landeskirche ein. Die Abnahme der Kirchensteuermittel verpflichtet uns zu weiteren Sparrunden. Beispiele aus freien Gemeinden zeigen, dass Mitglieder, die von der Arbeit einer Gemeinde begeistert sind, gerne Geld dafür geben. Um die Streichung weiterer Stellen im Pfarrplan 2013 zu verhindern und um weiterhin eine flächendeckende Versorgung durch Hauptamtliche zu gewährleisten, schlägt kfm folgendes Finanzierungsmodell vor:
 
Die Landeskirche sichert 80 % der Kosten als Sockelbetrag ab. Die Gemeinde vor Ort bringt 10 % aus zweckgebundenen Spenden auf. Die Landeskirche belohnt die Gemeinde mit weiteren 10 % aus Kirchensteuermitteln.
Die eingesparten Finanzmittel, die bei etwa 12 Millionen liegen, könnten für die Sicherung von Pfarrstellen verwendet werden. Der Dienst an Gemeinden kann damit gesichert und gestärkt werden. Weiterhin fordern wir die Zusammenführung von Sonderpfarrstellen und Gemeindepfarrstellen. Wir trennen uns von Immobilien und bauen auf die Förderung Ehrenamtlicher. Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche, wie z. B. von ejw, Gemeindedienst und Landeskirche, sollen hierfür zusammengefasst werden.
 
Die Aktuelle Stunde der Synode wurde gestrichen. “Am Jahrestag des Amoklaufes in Winnenden ist kein Raum für politische und präventive Debatten” - so die Präsidentin. Der Antrag zur Aktuellen Stunde mit der Frage “Was kann Kirche tun, damit sich Winnenden und Wendlingen nicht nochmals wiederholen?” hätte hier besprochen werden können. Die Synodale Kerstin Leuz fordert die Aufrechterhaltung des Projekts “Schulseelsorge”. Der Synodale Markus Brenner fordert die Einführung eines versetzungsrelevanten Faches "Soziale Kompetenz" und prangert den Leistungsdruck an, unter dem Schüler/innen, wie Lehrer/innen leiden. Hier der Redebeitrag von Markus Brenner.
 
Weitere Themen waren "Musik in der Kirche” und der Bericht des Sonderausschusses zum Schwerpunkttag “Musik” 2011. Kerstin Leuz fordert die gleichwertige Wertschätzung von klassischer Kirchenmusik und Popularmusik sowohl in Gemeinden, wie in der Ausbildung. Unterschiedliche Milieus leben mit unterschiedlichen Musikstilen, diese müssen Berücksichtigung finden. Der Zuwachs von Gospelchören gehört finanziell wie strukturell gefordert. Kirchenmusiker/innen sollten in den Schwerpunkttag miteinbezogen werden, damit gemeinsame Visionen zur Weiterentwicklung der Kirchenmusik entworfen werden können.
 
Kfm befürwortet die Änderung des Kirchlichen Kirchenverfassungsgesetzes. Wir möchten, dass die Bildung eines Gesprächskreises ab einer Personenzahl von 5 Personen in der Geschäftsordnung verankert wird. Da über die Gesprächskreise viel strukturelle Macht wahrgenommen wird (Besetzung der Ausschüsse, Besetzung von Beratungsgremien außerhalb der Synode, Wahl von Vorsitzenden für Ausschüsse, Gesprächskreisvoten, konspirative Treffen von Oberkirchenrat mit den Gesprächskreisen bzw. den Gesprächskreisleitungen). Wir unterstützen das Anliegen der Offenen Kirche, die Gesprächskreise mit einem eigenen Antragsanrecht zu befürworten und sind für die Änderung, dass Enthaltungen als Stimmenthaltungen und nicht wie bisher als “Neinstimmen” gewertet werden. Leider kam es beim Antrag zu keiner 2/3 Mehrheit und somit wurde der Antrag abgelehnt.
 
Markus Brenners Antrag zur Zuwahl von Jugenddelegierten wurde an den Ältestenrat mit vorheriger Beratung im Ausschuss “Bildung und Jugend” weitergeleitet.
Hier der Redebeitrag von Markus Brenner zur Einbringung dieses Antrages.
Und hier der Antrag im Wortlaut.
 
Die Schwerpunkttagung “Arm und Reich" auf der Sommersynode in Freudenstadt, wird in einem Sonderausschuss vorbereitet. Kerstin Leuz gehört als Mitglied dazu. “Arm sein in Würde” muss in der Forderung an die Gemeinden Ausdruck finden. Kirchengemeinde müssen Hartz 4 Empfänger/innen und diakonische Angebote stärker in den Blick nehmen. Der Synodale Martin Allmendinger fordert, auch die Thematik “Altersarmut” mitzuberücksichtigen.
Hier der Antrag zum Schwerpunkttag.
 
Die EKD ergänzt das Seelsorgegeheimnis um die Aufnahme von Diakon/innen und öffentlichen eingesetzten Seelsorger/innen. In der Vorlage des Oberkirchenrates ist gerade die behutsame Öffnung der EKD in der Gesetzesvorlage entfallen. Daher fordert Kfm den Seelsorgeschutz von Diakon/innen und qualifiziert ausgebildeten Ehrenamtlichen Seelsorgerinnen auch in Württemberg zu gewährleisten. Böhler schließt sich der Vorrede von Schmückle (LG) an und plädiert dafür, das Seelsorgegeheimnis nicht an die Sakramentsverwaltung und an die öffentliche Wortverkündigung zu knüpfen. Religionspädagogen/-innen, die in Schulseelsorge tätig sind, sowie Ehrenamtliche, die ausgebildet und von ihrem Kirchenbezirk öffentlich zur Seelsorge eingesetzt sind, müssen hier ebenso einen Schutz des Seelsorgegeheimnisses finden, wie Prädikanten und Prädikant/innen.
 
Auf der Tagesordnung standen weitere Gesetzesänderungen sowie die Themen Klimaschutz und Armutsbekämpfung.

 Bericht zur Herbsttagung der Evang. Landessynode in Stuttgart vom 24.-26.11.09

1. Zitronen eröffnen Synode mit buntem Gottesdienst

Unter Mitgestaltung des Synodalposaunenchors, einer kleinen Band, alten und neuen Liedern, ansprechenden Gebeten und der Predigt „unseres Landschaftsgärtners“ Markus Brenner eröffneten die gesund gebliebenen Zitronen die Synodaltagung in der Hospitalkirche. 

 

2. Jugenddelegierte in der Synode

Die Förmliche Anfrage von Markus Brenner wurde von Direktorin Rupp dahin gehend beantwortet, dass das Stimmrecht Jugendlicher in verschiedenen Landeskirchen üblich sei und der Zuwahl von 4 Delegierten rechtlich nichts entgegenstehe. Na dann auf zur Zuwahl!

Die Frage bleibt jedoch, ob eine Synodenmehrheit zur Zuwahl gefunden wird, bzw. wie die Verteilung auf die Gesprächskreise aussehen kann.

 

3. Kfm begrüßt Maßnahmen zur Erhöhung der Mitgliederbindung

Die Haushaltsdebatte stellte den Schwerpunkt der Tagung dar. Das Gesprächskreisvotum zum Haushaltsplan übernahm Markus Munzinger. Sein Vorschlag an die Landeskirche: Statt in zweistelliger Millionenhöhe in Tagungshäuser zu investieren, könnte sich Kirche in Büroräume gegenüber des Hospitalhofes einmieten. Munzinger stellt die Frage, welche Arbeitsbereich weiter gekürzt werden können, ohne deren qualitative Arbeit zu minimieren? Für die Zukunft der Kirche sind Investitionen dringend nötig. Wo sind diese nötig? Für Kfm hat die Investition in Ehrenamtliche Priorität. Wir wünschen uns einen Sicherungsfonds für freifinanzierte Stellen. Munzinger unterstützt eigenständige Finanzierungsbemühungen, wie z. B. das Projekt des Landesjugendwerks “Lust auf andere” und schlägt durch eine Richtigstellung Bedenken der „Offene Kirche“ in den Wind. Wir unterstützen die Studie: Wie finden Erwachsene zum Glauben? Sowie Überlegungen zu zusätzlichen Gemeindegründungen.

Zum GK-Votum von Markus Munzinger .

 

4. Diakonat

Martin Allmendinger wurde zum Vorsitzenden des Sonderausschusses „Diakonat“ gewählt. Er setzt dafür ein, verschiedene Sichtweisen und rechtliche Regelungen des Diakonats zusammenzuführen. Das Ziel des Ausschusses ist die Sicherung des Diakonats in der Landeskirche. Von den 16 Projektstellen innerhalb des Projektes: „Diakonat neu gedacht, neu gelebt“, sind nur 15 gestartet. Markus Munzinger fragt nach der fehlenden Stelle. OKR Baur begründet dies mit unterschiedlicher Mittelzuweisung an die einzelnen Projekte. Eine zweite Runde in diesem Projekt wird es aufgrund der Haushaltslage nicht geben.

 

5. Pfarrstellenbesetzungsgesetz

Der Kfm-Antrag zu mehr Transparenz und Mitspracherecht von Kirchengemeinden, sowie Pfarrer/innen in Bewerbungsverfahren, wurde von Oberkirchenrat Duncker mit einem Gesetzentwurf kommentiert. Der Gesprächskreis „Offene Kirche“ lehnt die Änderung des Gesetztes grundsätzlich ab. Anita Gröh fragt, wer diese Änderung wirklich will. Sie hat bei Bezirkssynoden, Dekanen, Pfarrerinnen und Pfarrer nachgefragt. Steffen Kern wirft ein, dass er andere Voten gehört habe. Munzinger stellt fest, dass hier ein Kompromissvorschlag vorliegt, in welchem Interessen von Kirchengemeinden, Landeskirche, Bewerberinnen und Bewerber zum Gesetz in Einklang gebracht worden seien. Auch der Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“ steht der Änderung kritisch gegenüber. Man befürchtet, dass sich in Ballungsgebieten Bewerber/innen häufen und die „Randgebiete“ unserer Landeskirche leer ausgehen. Der Gesetzentwurf wurde zur erneuten Beratung in den Rechtsausschuss verwiesen.

 

6. Die Schöpfung Gottes und unser Umgang damit

Dr. Böhm vom Arbeitsbereich “Grüner Gockel” stellt das Umweltmanagement in der Landeskirche als verbindliche Leitlinien für Gemeinden, Bezirke und Diakonische Einrichtungen vor. Kirche darf nicht nur reden, sondern muss auch handeln! Diesbezüglich wurde auch ein Antrag zum „Fairen Beschaffungswesen“ im Bereich Einkauf von Lebensmitteln vorgestellt.

Zum Kommentar von Markus Brenner .

 

7. Church Night EKD-weit

Angie Schwarz berichtete von der EKD-Zukunftswerkstatt. Näheres dazu hier .

 

Bericht zur Sommertagung der Evang. Landessynode in Stuttgart vom 02.-04.07.09

1. Bericht des Landesbischofs "Unser tägliches Brot gib uns heute"
Nach der Begrüßung durch die Präsidentin, Frau Dr. Christel Hausding, stand der Bericht des Landesbischofs unter der Überschrift "Unser tägliches Brot gib uns heute" auf der Tagesordnung. Bischof July zeigte in weitreichender Perspektive gesellschaftliche, weltweite und theologische Aspekte von „Armut" auf.

Kerstin Leuz hielt das Gesprächskreisvotum zum Bischofsbericht. Sie forderte darin Kirchengemeinden auf, ihre diakonische Perspektive auszubauen und Hemmschwellen für sozial-schwache Gemeindeglieder in Kirchengremien abzubauen. Das vollständige Votum kann hier nachgelesen werden.

Markus Munzinger formulierte in der Aussprache zum Bischofsbericht die Frage, ob landeskirchliche Finanzrücklagen in Höhe von 530 Millionen Euro einem verantwortungsvollen Haushalten entsprechen oder ob die Mittel daraus nicht notwendigerweise helfenden Einrichtungen zugespeist werden sollten.

Für die Schwerpunkttagung „Arm und Reich" im Rahmen der Sommersynode 2010 wurde ein Sonderausschuss für dieVorbereitung berufen, zu dem auch Kerstin Leuz gehört.

2. Wahlrecht ab der Konfirmation
Markus Brenner forderte die Integration Jugendlicher in kirchliche Gremien. Durch die Wahlmöglichkeit zum Kirchengemeinderat und zur Landessynode können sich Jugendliche als mündige Gemeindeglieder einbringen und ihre Interesse finden Gehör. „Die Einbeziehung Jugendlicher gewährleistet Nachhaltigkeit und sollte zum Selbstverständnis unserer evangelischen Kirche gehören". Der Antrag 25/09 fand gesprächskreisübergreifend Unterzeichner/innen und wurde in den Rechtsausschuss verwiesen.

3. Erhöhte Transparenz in Stellenbesetzungsverfahren
In einer förmlichen Anfrage bat Markus Munzinger um öffentliche Bekanntmachung der Vorgehensweise bei Stellenbesetzungen im Oberkirchenrat.
Es sollte deutlich werden, wie die Zuständigkeit in Besetzungsverfahren geregelt ist und welche gesetzlichen Grundlagen zur Besetzung von Dezernats- und Referatsleiterstellen vorliegen.

4. Konzeption zur Verlagerung landeskirchlicher Einrichtungen
Reiner Klotz, Mitglied des Finanzausschusses der Synode, mahnte an, dass bislang konkrete und detaillierte Informationen zum Umzug landeskirchlicher Einrichtungen in diesem und dem kommenden Jahr fehlen. In seiner Anfrage bat er um Klärung, welche konkreten Gebäudekonzeptionen den darauf aufbauenden Planungen zur Bildungskonzeption und den Einsparungszielen zugrunde liegen, und wie die Umzuge mitarbeiterfreundlich und mit möglichst geringen finanziellen Verlusten vonstattengehen können?

5. Verbot von Agrogentechnik auf kirchliche Flächen und Blumen für alle
In der Debatte um die Ausbringung agrogentechnik-freien Saatgutes auf kirchlichen Flächen stellte sich Kfm hinter den Antrag der Offenen Kirche, der ein Verbot gentechnisch veränderten Saatgutes für kircheneigene landwirtschaftliche Flächen forderte (Kirchengemeinden und Landeskirche in Württemberg besitzen rund 3.000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen). Markus Munzinger fragte an, wer die Haftung für entstehende Schäden durch Gentechnik übernimmt.
Im Rahmen der kontroversen Diskussion gab es Blumen für alle.

6. Konfirmanden erwarten keine Antworten von Kirche
Matthias Böhler kommentierte die der Synode von Prof. Friedrich Schweitzer (Tübingen) vorgelegte Konfirmandenstudie und mahnte an, dass die Beteiligung Jugendlicher in Sonntagsgottesdiensten nicht zur "Dekoration" verkommen darf. Beteiligung bedeute, Jugendlichen Räume für eine eigene Gottesdienstkultur zu schaffen.

7. Trotz Sparwelle innovative Projekte fördern
Reiner Klotz äußerte sich zur mittelfristigen Finanzplanung und forderte die Ausschüsse dazu auf, mehr Verantwortung zu übernehmen.

8. Treffen mit Kfm-Leitungskreis im Rahmen der Synodaltagung
Die Beantwortung der förmlichen Anfragen zu den Themen "Stellenbesetzung im OKR" und "Verlagerung landeskirchlicher Einrichtungen" wurde besprochen und kritisiert. Einige Fragen wurden nicht befriedigend beantwortet. So z. B. im Blick auf den Umzug der Büros oder die nicht öffentlichen Ausschreibungen der Stelle des Personaldezernenten und der Rechtsdezernentenstelle im Oberkirchenrat.

Frühjahrssynode 2009 vom 12.13. März in Stuttgart

PRESSEMITTEILUNG und Votum vom Gesprächskreis Kirche für Morgen

Zum Entschließungspapier “ Europa der Zukunft - Nahe bei den Menschen, gerecht und weltoffen “ zur Frühjahrssynode 2009:“ Kirche für morgen “ fordert eine Europäische - Evangelische Synode

Der Gesprächskreis , “ Kirche für morgen “ begrüßt ausdrücklich die erarbeitete Entschließung der evang. Landessynode in Württemberg zum Thema: Europa. Wir würdigen ausdrücklich die sehr engagierte Arbeit von Pfarrer Dr. Dieter Heidtmann , der die Belange der Landeskirche kompetent vertritt. Durch immer mehr Richtlinien auf europäischer Ebene die auch die Gestaltungsfreiheit der Kirchen betreffen, ist es unerlässlich, stärker in Brüssel vertreten zu sein. Deshalb fordert “ Kirche für morgen “ eine europäische evangelische Synode. Diese soll Initiativen wie die Gemeinschaft Evang. Kirchen in Europa ( GEKE ) oder die Bewegung “ Miteinander für Europa “ aufgreifen und bündeln, um so auf die politischen Entwicklungen Einfluss nehmen zu können. Durch “ Einheit in Vielfalt “ kann man nicht sich innerkirchlich unterstützen, gemeinsame Reformen anstoßen, von einander lernen, aber auch gesellschaftspolitische Themen aufgreifen.” Kirche für morgen “ hält es für notwendig, dass aus dem Evangelium heraus, die Kirchen mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und mehr Einfluss in die politischen Gremien erhalten. Gerade die Forderung, der im Papier genannten besseren Migrationspolitik; aber auch die Themen: Globalisierung, Abtreibung, Gewalt gegen Christen, Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und die Auseinandersetzung mit dem Islam sollte durch eine Europäischen Synode erarbeitet und in das europäische Parlament eingebracht werden. Die kirchlich engagierten Parlamentarier in Brüssel müssen in ihrer Arbeit unterstützt und besser begleitet werden. Die Einheit Europas kann nur gelingen, wenn die Christen Europas eine Einheit werden und unter dem Wort Gottes mit einer Stimme sprechen und handeln.
gez. Markus Brenner ( Mitglied der 14. Landessynode )


Herbstsynode in Stuttgart vom 24.11.-26.11.

Pressemittleilung von "Kirche für morgen"

OKR für Gemeindegründung

OKR Heckel sichert auf Nachfrage von Synodalen Markus Munzinger(„Kirche für morgen“) zu, dass eine Konzeption zur Gemeindegründung ausgearbeitet wird. Zwei Stellen sind im Haushaltsplan schon reserviert. Markus Munzinger sieht darin einen Durchbruch eines wichtigen Anliegens von „Kirche für morgen“.

Markus Munzinger („Kirche für morgen“) zieht weiter Bilanz:   

  • Die  Berücksichtigung von Personen, die ihre Gemeinde frei gewählt haben, bei der Mittelzuweisung  sei durch eine Anfrage, die Kirche für morgen eingebracht wurde, nun auf der Tagesordnung der Synode, was man weiter verfolgen wolle.
  • Das Anliegen frei finanzierte Stellen innerhalb der Kirche durch die Landeskirche bei finanzieller Not abzusichern, stieß auch bei anderen Gesprächskreisen auf offene Ohren.
  • Die Anfrage nach der Integration Behinderter in Regelschulen wurde von OKR freudig aufgegriffen. OKR Baur wörtlich: „Wir wollen dieses wichtige Anliegen innerhalb und außerhalb der Kirche konzeptionell und politisch weiter vorantreiben.
  • Reiner Klotz(„Kirche für morgen“) regte an, die Finanzierung der Kirche mittelfristig zu verändern und z.B. jeden Spenden-Euro durch Kirchensteuermittel zu verdoppeln.
  • Dass es im Landesjugendwerk eine Stelle zur Förderung von  „Jugendgemeinden“ gibt, begrüßt Kerstin Leuz („Kirche für morgen“), fordert aber die Einrichtung von Pfarrstellen zur Gründung von Jugendgemeinden.

Sommersynode in Stuttgart vom 3.-4.7.08

Streiflichter aus der Synodaltagung

Änderungsantrag zum Pfarrerwahlgesetz eingebracht
Martin Allmendinger brachte einen 
Antrag zur Änderung des Pfarrstellenbesetzungsgesetz ein - mit 18 Unterschriften aus drei Gesprächskreisen. Wird der Antrag angenommen, stellt er einen historischen Augenblick dar, weil Gemeinden und Pfarrer/innen gleichermaßen davon profitieren. Jedes zweite Mal können dann sich Pfarrerinnen und Pfarrer direkt bei den Gemeinden bewerben und diese entscheiden dann unter allen Bewerbern, wen sie wie wählen wollen. Er wurde nun an den Rechtsausschuss verwiesen.

Profiliertes Gesprächskreisvotum zum Bischofsbericht
Martin Allmendinger betonte im
Gesprächskreisvotum zum Bischofsbericht unter dem Thema „Mehrgenerationenhaus Kirche“ die notwendige Perspektive aller Generationen. Er begrüßt die ältere Generation als „Kirche für morgen“, mahnt jedoch an, dass der Schritt aufeinander zu nicht nur von der „jungen Generation“ gefordert werden kann: „Bei der Feier der goldenen Konfirmation dürfen dann, die sich auf ihre Konfirmation vorbereitenden Konfirmandinnen und Konfirmanden, den goldenen Konfirmanden Kaffee einschenken. Pfarrerin, Pfarrer und Kirchengemeinderat sind dann stolz darauf, junge Menschen im Gottesdienst integriert und am Gemeindeleben beteiligt zu haben. Dies entspricht Land auf, Land ab häufig der gemeindlichen Wirklichkeit, steht aber im krassen Widerspruch für mich, zu einer generationenübergreifenden Kommunikation.“ – so Martin Allmendinger.

Verkaufen oder nicht verkaufen
Allmendinger wagte auch die kritische Anfrage zum guten Verhältnis zwischen Synode und Oberkirchenrat, bezugnehmend auf den letztjährigen Bischofsbericht. Unter dem Stichwort „Verkaufen oder nicht verkaufen ...“ war die Immobilienfrage weiterhin Thema unter dem TOP „Mittelfristige Finanzplanung“. (zu lesen auf dieser Seite im Anschluss an diesen Bericht)
Landesbischof July nahm mehrfach Bezug auf dieses Votum und griff in seiner Schlussrede den Wunsch nach mehr Transparenz und Nachhaltigkeit auf. Auch Bischof July wünscht sich kürzere Wege zwischen den kirchenleitenden Gremien.

Wachsende Kirche
Zum Projekt „Wachsende Kirche“ forderte Angela Schwarz einen Beauftragten zum Thema in jedem Kirchenbezirk und Markus Brenner forderte erreichbare und messbare Ziele. „Wir müssen an den Inhalten des Projektes dranbleiben. Aus guten Theorien müssen praktische und zeitnahe Konsequenzen folgen.“ Eine rein positive Auswertung – da ohne messbare Zielformulierungen – erfolgte von Kirchenrat Dan Peter. Synodale der Lebendigen Gemeinde brachten einen Antrag zur Fortführung des Projekts ein, den auch kfm-Synodale unterschrieben.

Direktorin Rupp regt Gemeindereform an: Profilgemeinden
Mit Freude vernahmen wir folgende Äußerung im Bericht von Direktorin Rupp mit der Überschrift „Kirche im Aufbruch“. „Auf dem Dekanekonvent wurden die (...) Anregungen zu den Gemeindeformen, insbesondere zu den Profilgemeinden beraten. In der Diskussion hat sich als Linie abgezeichnet, dass es unter bestimmten Voraussetzungen neben der weiterhin bestimmenden Gemeindeform der Parochie auch Profil- und Gemeinschaftsgemeinden geben kann und darf.“ Im Bericht wird auf Anträge zur „Vielfalt der Gemeindeformen in unserer Landeskirche“ und zur „milieuüberschreitenden kirchlichen Arbeit“ Bezug genommen.“ Auch im neuen OK-Heft finden wir die Äußerung vom Synodalen Seibt: „Die parochiale Ortsgemeinde wird sicher nicht die einzige Gemeindeform der Zukunft sein.“  Wenn nun alle Gesprächskreise dies wollen und auch der Oberkirchenrat in diese Richtung denkt, dann könnten hier endlich Weichen gestellt werden.

Kindertagesstätten weiterentwickeln
Matthias Böhler nahm Bezug zu OKR Baurs Ausführungen zu Kindertagesstätten. Er erlaubte sich eine Änderung des entsprechenden Tagungsordnungspunktes zu beantragen und formulierte als Ziel die „Sicherung der Kindertageseinrichtigungen in evangelischer Trägerschaft durch Weiterentwicklung“ zu gewährleisten. OKR Baur nahm diese Neuformulierung und Richtungsgebung dankend zur Kenntnis.

Missionarische Aktionen nachhaltig fördern
Bei der Mittelfristigen Finanzplanung forderte Markus Munzinger, Empfängerkirchen aus der EKD zusätzlich über Mehreinnahmen der Kirchensteuer im missionarischen Bereich nachhaltig zu fördern. Oberkirchenrat Dr. Kastrup fasste Markus Statement so zusammen: „Analyse gut, Therapie mangelhaft“. Hierbei geht es darum, nicht nur die analytischen Schwächen aufzuzeigen, sondern auch durch konzeptionelle Entscheidungen finanzielle Schwerpunkte zu setzen.

Änderung der Pfarrerbesoldung
Ein Antrag zur Änderung der Pfarrerbesoldung wurde von den Gesprächskreisleitungen eingebracht und auch von kfm-Synodalen unterzeichnet. Bislang wurde das Gehalt von Pfarrer/innen bis zum Lebensalter von 49 Jahren (auch bei Stellenwechsel) nicht erhöht. Der Antrag bezeichnet dies als „Gerechtigkeitslücke“ und bittet den OKR, für diese Einspar-Regelung einen Zeitplan zu erstellen, wie die Regelung langfristig aufgehoben werden kann. 

Mehr Religionspädagogen einstellen
Von OKR Baur wurde der Synode eine Personalstrukturplanung für Religionspädagoginnen und – pädagogen vorgelegt, die von Kerstin Leuz erfreut zur Kenntnis genommen wurde. Leuz betonte, dass kirchliche Lehrkräfte Kontakt- und Schnittstelle zwischen Schule, Gemeinde und Jugendarbeit sind. „Der Religionsunterricht bietet die Möglichkeit, ganze Jahrgänge nicht-kirchlich-sozialisierter Menschen zu erreichen. Es ist also durchaus sinnvoll und notwendig, Religionslehrer/innen mit Gemeindebezug, einem klaren theologischen Profil und einer bewussten Entscheidung zum Fach Religionsunterricht einzustellen. „Kirche für morgen“ sieht darin eine missionarische Chance und einen Beitrag zur „wachsenden Kirche“.

Verkaufen oder nicht verkaufen ...
Kirche für morgen sieht Glaubwürdigkeitsverlust durch Entscheidungsprozess zur Bildungskonzeption
Erstaunt bis befremdet sind die Reaktionen der sieben Synodalen des Gesprächskreises „Kirche für morgen“ auf die aktuellen landeskirchlichen Pressemitteilungen mit dem Titel „Oberkirchenrat entscheidet in Immobilienfrage“.
Der Oberkirchenrat hatte einen Beschluss verkündet, vom Verkauf des Klosters Denkendorf und des pädagogisch-theologischen Bildungszentrums Birkach abzusehen. Diese Mitteilung ging einige Tag vor Veröffentlichung in den Medien an die Kirchengemeinde Denkendorf, an einige Mitglieder der Landessynode und an die betroffenen Mitarbeitenden in den Einrichtungen. Und das alles 3 Wochen vor der Sommersynode, bei der dieses Thema eigentlich hätte diskutiert und entschieden werden können.
„’Kirche für morgen’ befürwortet die Entscheidung des Oberkirchenrats, die Immobilie Birkach und das Kloster Denkendorf im landeskirchlichen Besitz zu erhalten, findet es aber höchst problematisch, wie dadurch synodale Entscheidungsprozesse übergangen werden.“, so der Vorsitzende von „Kirche für morgen“ Friedemann Stöffler. Auch Markus Munzinger, Leiter des Gesprächskreises, schließt sich Stöfflers Äußerungen an und ergänzt seinen Ärger darüber, dass betroffene Mitarbeitende der Einrichtungen lange Zeit – bis heute – im Unklaren gelassen wurden.
Über Jahre hinweg hat sich die Landessynode mit dem Thema „Bildungskonzeption“ befasst. Warum wurde während dieser Entscheidungsprozesse die Sachlage nicht richtig überprüft, ob Immobilien, die veräußert werden sollen überhaupt verkauft werden können? Der Vorsitzende von „Kirche für morgen“ Stöffler, sieht im Verhalten des Oberkirchenrats Reste eines Denkens aus Zeiten der konstitutionellen Monarchie. Das Anliegen des Gesprächskreises „Kirche für morgen“ ist es, mehr Demokratie in der Kirche zu wagen und die Kompetenzen zwischen Synode und Oberkirchenrat zu klären. Landesbischof July formulierte im Bischofsbericht 2007 klar, es gehe in der Kirche nicht um Macht. Ziel dagegen sei ein gutes Miteinander von Synode und Oberkirchenrat. Dieses Miteinander habe hier, so Munzinger, vollkommen gefehlt.
Der Gesprächskreis erbittet dringend eine Stellungnahme des Oberkirchenrats zu diesem Vorgang und den Auswirkungen auf die mittel- bis langfristige Finanzsituation. Letztere wird Tagesordnungspunkt der Sommersynode sein, die vom 03.-04.Juli in Stuttgart tagt.
Für den Gesprächskreis „Kirche für morgen“ stehen neben den Themen „Gemeindeverantwortung und Selbstbestimmung“, „neue Gemeindeformen, wie Jugendgemeinden und alternative Finanzierungsmodelle“ im Mittelpunkt des Interesses.
Kontakt:
Markus Munzinger, +49 (01577) 7868561
Friedemann Stöffler +49 (0173) 8195399

Beigefügt:
Stellungnahme der Gesamtmitarbeitervertretung landeskirchlicher Dienststellen
Download der Presseerklärung ist hier möglich.
 

Sieben auf einen Streich

Sieben Zitronen sind nun an die Arbeit gegangen und formulieren zitronenfrische Anträge. Bei der ersten vorbereitenden Tagung in Bad Boll wurden Ausschussbesetzungen besprochen und Ämter verteilt - und bei der ersten offiziellen Synodalsitzung am 23. Februar beschlossen.

In allen Ausschüssen vertreten

Kirche für morgen ist in allen wichtigen Ausschüssen vertreten:
  • Markus Munzinger: geschäftsführender Ausschuss, Ältestenrat und Rechtsausschuss (Gesprächskreisleitung)
  • Angela Schwarz: theologischer Ausschuss (stellvertretende Gesprächskreisleitung)
  • Martin Allmendinger: Diakonieausschuss und Landeskirchenausschuss, der über alle wichtigen Stellen in der Landeskirche entscheidet.
  • Kerstin Leuz: „Mission und Ökumene“
  • Matthias Böhler: „Jugend und Bildung“ und Liturgische Kommission
  • Markus Brenner: „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“
  • Reiner Klotz: Finanzausschuss. 

Unsere Themen für die Synode

Auf einer Klausur haben wir für uns die Themen benannt, die wir bearbeiten und in die Synodalarbeit einbringen wollen:
Gemeindeakademie?
Bei der konstituierenden Sitzung am 23.02.08 im Hospitalhof Stuttgart brachte Markus Munzinger eine Anfrage zum Gemeindekongress "Wachsende Kirche" ein. Wie geht es nach dem Kongress weiter? Wie können Menschen in Kirche und Gemeinde Heimat finden, die bislang noch keinen oder keinen Bezug mehr zu Kirche haben? Wie können Schulungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgebaut und ansprechend angeboten werden? Wir denken dabei in Richtung einer „Gemeindeakademie“.
Beirat für Gemeindegründungen
Wie kann Begegnung über die vorherrschenden gemeindlichen Milieus hinaus möglich sein? Welche Gemeindeformen sind dafür zu stärken? Wie sieht die finanzielle Förderung solcher neuen Gemeinden aus? Wir wollen, dass ein Beirat hier den Aufbau von Profilgemeinden, wie es auch das EKD-Papier "Kirche der Freiheit" fordert, unterstützt und kritisch begleitet.
Jugenddelegierte
Die Forderung, Jugenddelegierte in die Landessynode zuzuwählen, steht als weitere Initiative auf unserem Plan. Der Altersdurchschnitt der Synode liegt bei etwa 49 Jahren, 3 der 4 jüngsten Synodalen sind Zitronen. Viele Beschlüsse der Synode betreffen die Interessen der nachfolgenden Generation, deshalb ist es unser Anliegen, dass sich junge Menschen im Alter von 18 – 26 Jahren mit Stimmrecht oder zumindest beratend in die synodalen Entscheidungen einbringen können.
Musikalische Ausbildung und Vergütung
Wir möchten uns zur musikalischen Ausbildung Ehrenamtlicher im Bereich Popularmusik und zur übereinstimmenden Vergütung von Posaunenchören, Bands und Organisten in Gottesdiensten äußern.
Pfarrerwahlgesetz
Das Pfarrerwahlgesetz bedarf unserer Meinung nach einer Änderung – hin zu mehr Mitsprachrecht der Kirchengemeinden vor Ort. Unser Anliegen ist es, das bisherige Wahlverfahren durch ein neues „echtes Wahlverfahren“ zu ersetzen.
Finanzkonzeption
Die Konkretisierung des Kfm-Finanzkonzeptes, nach dem jeder gespendete Euro durch Kirchensteuermittel verdoppelt werden soll, ist in Arbeit.
Abendmahlserlaubnis
Der Antrag für die Erlaubnis zur Abendmahls-Ermächtigung auf Freizeit und in Hauskreisen stehen ebenfalls auf unserem Plan für die kommenden sechs Jahre.

All diese Themen haben ein Ziel: Nämlich unsere Landeskirche so zu reformieren, dass sie näher an den Menschen dran ist, wachsen kann und auch in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts Bedeutung gewinnt. Näheres zu den Hintergründen und zu unserem Kirchenverständnis finden Sie
hier

Weitere Infos zur Landessynode finden Sie auf der Homepage der Landeskirche
hier.